1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Vier Varianten für Gesamtschul-Neubau

  8. >

Erstmals Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Martin-Niemöller-Schule vorgestellt

Vier Varianten für Gesamtschul-Neubau

Bielefeld (WB). Bei den Planungen für einen Neubau der Martin-Niemöller-Gesamtschule in Schildesche liegen jetzt die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vor, die die Stadt in Auftrag gegeben hat.

Hendrik Uffmann

Das jetzige Schulgebäude ist sanierungsbedürftig und mit Asbest belastet. Foto: Bernhard Pierel

Reinhold Peter, technischer Leiter des städtischen Immobilienservicebetriebs, stellte bei einer Podiumsdiskussion unter dem Titel » Martin-Niemöller-Gesamtschule – Neubau als Chance nutzen«, zu der die Grünen in die Kleine Mensa der Schule eingeladen hatten, erstmals vier Variante vor, die das Büro Drees & Sommer erarbeitet hat.

»Die Machbarkeitsstudie haben wir auf Grundlage des pädagogischen Konzepts, das für die Schule erarbeitet wurde, in Auftrag gegeben, um Orientierung für die Architekten zu bieten, die sich an dem späteren Wettbewerb beteiligen«, erklärte Reinhold Peter.

Hintergrund ist, wie mehrfach berichtet, dass das 1971 errichtete Gebäude der Gesamtschule stark sanierungsbedürftig ist und die Schule von derzeit acht auf sechs Züge verkleinert werden soll. Aus der Politik gab es bislang die Tendenz, ein neues Gebäude für die Schule auf dem Grundstück an der Westerfeldstraße/Ecke Apfelstraße zu errichten und die jetzige Schule abzureißen. Dies hatte jedoch zu heftigem Widerspruch unter anderem in der Bezirksvertretung Schildesche geführt.

Machbarkeitsstudie

Die Gegner dieser Pläne befürchten, dass das neue Grundstück zu klein ist, um dort ein ausreichend großes Außengelände zu schaffen und die Angebote wie die Stadtteilbibliothek, Musikproben und Kulturveranstaltungen, die es in der jetzigen Gesamtschule gibt, unterzubringen. Außerdem kritisieren sie, dass täglich Tausende von Schülern die Straße An der Reegt überqueren müssten, um zu den Sporthallen zu gelangen, die stehen bleiben und weiterhin genutzt werden sollen.

Unter anderem auf Drängen der Bezirksvertretung Schildesche war dann entschieden worden, die Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, deren Ergebnisse nun »ganz frisch«, so Reinhold Peter, vorliegen. Er betonte, dass diese Entwürfe nicht abschließend seien sondern »ein erster Versuch«.

Bei der Podiumsdiskussion plädierten einige der 40 Besucher erneut für eine Sanierung des jetzigen Gebäudes, darunter ein ehemaliger Lehrer und ein früherer Schüler, die die Funktionalität des Baus lobten. Helga Bold, die selbst 20 Jahre an der Gesamtschule unterrichtet hat, heute eine Schule in Wolfsburg leitet und an dem pädagogischen Konzept mitgearbeitet hat, sagte jedoch, dass es derzeit Bereiche gebe, die kaum genutzt würden, während andere überlastet seien.

Neubau auf dem jetzigen Gelände hält ISB für unwahrscheinlich

Einen Neubau auf dem jetzigen Gelände direkt neben dem bestehenden Gebäude, wie ihn Stephan Godejohann, Mitglied der Grünen in der Bezirksvertretung Schildesche anregte, hält Reinhold Peter für unwahrscheinlich. »Aber auch das können wir gerne noch einmal prüfen.« Eine Sanierung des Bestandsgebäudes, die auch der Architekturhistoriker Professor Eduard Führ am Mittwochabend als Variante vermisste, sei jedoch nicht wirtschaftlich.

Lutz van Spankeren, Leiter der Martin-Niemöller-Gesamtschule, sagte, dass ein ausreichend großer Pausenhof notwendig sei und dass ein viergeschossiger Neubau von allen in der Schule »als bedrohlich« empfunden werde. Außerdem werde der Stundenplan bei einem Neubau an der Westerfeldstraße aufgrund der Wege zu den Sporthallen nicht zu halten sein. Lutz van Spankeren: »Das ist unsere große Skepsis gegenüber der Variante 1«.

Reinhold Peter sagte, dass der ursprüngliche Zeitplan, noch vor der Sommerpause eine Entscheidung zu treffen, nicht mehr eingehalten werden könne. »Wir werden uns mehr Zeit dafür nehmen müssen.«

Startseite