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Landgericht: Zeuge belastet Angeklagte schwer

»Volle Pulle« auf Opfer eingeprügelt

Bielefeld/Bünde (WB/uko). Mindestens drei Angeklagte in dem Prozess um zwei serbisch-bosnische Familienclans sind am Dienstag schwer belastet worden. Ein Zeuge der brutalen Prügelei in Bünde beobachtete demnach wie »drei Männer mit Baseballschlägern abwechselnd« auf ihr wehrloses Opfer eingeknüppelt hätten.

Der Prozess vor dem Landgericht Bielefeld läuft unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Foto: Mike-Dennis Müller

Vor der 20. Strafkammer des Bielefelder Landgerichts müssen sich seit der vergangenen Woche noch fünf Männer aus Bielefeld verantworten. Das Strafverfahren gegen vier weitere Angeklagte war schon zu Prozessbeginn eingestellt worden. Die Angeklagten sollen in Bünde einen Mann aus einem verfeindeten Clan verfolgt und gejagt haben, um sich für vorherige Streitigkeiten zu rächen.

Der 43-jährige Zeuge beobachtete als Anwohner in Bünde das Ende der Hetzjagd am späten Nachmittag des 19. Dezember 2015. Es sei bereits dunkel gewesen, er habe also die Männer nicht identifizieren können. Allerdings habe er drei Männer mit Baseballschlägern »aus Holz und Aluminium« gesehen. Sie hätten wechselweise auf das Opfer eingeprügelt, das am Boden gelegen habe und sich nicht mehr habe wehren können. Der Mann habe »nur noch gestöhnt«, sagte der Zeuge. »Die haben sich nicht stören lassen. Es ging immer volle Pulle drauf, von Kopf bis Fuß.« Schließlich hätten in den anliegenden Wohnungen immer mehr Menschen zugesehen und die Täter seien »weggerannt«.

Zwei der Angeklagten hatten am Montag schon Geständnisse abgelegt, allerdings wollen sie vom Opfer mit einer Waffe bedroht worden seien. Das Gericht wies die Forderung der Verteidiger zurück, das Verfahren ans Amtsgericht Bünde zu verweisen. Die Strafkammer des Landgerichts sei zweifellos für diesen Prozess »sachlich zuständig«.

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