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Beschluss zur Sennestädter Eikelmann-Kreuzung verschoben

Von mangelhaft zu befriedigend

Bielefeld (WB). Der Stadtentwicklungsausschuss hat am Dienstag die Entscheidung über den Umbau der Eikelmann-Kreuzung in Sennestadt vertagt. Planungsdezernent Gregor Moss fürchtet nun weitere Verzögerungen beim Bauablauf.

Michael Schläger

Die Kreuzung Eikelmann ist ein Dauerthema in den politischen Gremien. Jetzt hat der Stadtentwicklungsausschuss den Umbau des Kreuzungsbereiches vertagt. Am Donnerstag diskutieren auch die Sennestädter Bezirksvertreter über den Knotenpunkt. Foto: Peter Bollig

Auch Straßenkreuzungen bekommen Noten. Die Eikelmann-Kreuzung in Sennestadt kommt auf ein E bis F, was in Schulzensuren ausgedrückt bedeutet: zwischen mangelhaft und ungenügend. »Der Knotenpunkt kollabiert regelmäßig«, sagte Moss im Stadtentwicklungsausschuss. Deshalb müsse jetzt schnell etwas getan werden. Mit der Ansiedlung von Logistik-Unternehmen an der nahen Fuggerstraße haben sich die Probleme weiter verschärft. Beim Abbiegen von der Verler Straße in die B 68 sind die Grünphasen so kurz, dass sich der Verkehr aufstaut. Auch die Kunden des nahen Einkaufszentrums können davon ein Lied singen.

Der Planungsdezernent warnt

Jetzt soll die Kreuzung so ausgebaut werden, dass sie ein C bekäme, die Situation also befriedigend wäre. Und käme eines Tages die Stadtbahn nach Sennestadt, die nicht die Kreuzung direkt, aber in ihrer Nähe die Lämershagener Straße queren wird, würde es auch wieder nur zu einem D, also ausreichend, reichen.

Jens Julkowski-Keppler (Grüne) wollte zunächst das Votum der Bezirksvertretung Sennestadt abwarten, die an diesem Donnerstag um 18 Uhr im Sennestadthaus tagt und über den Umbau-Vorschlag entscheidet. Und Bernd Vollmer (Die Linke) hatte grundsätzliche Probleme mit den vorgelegten Plänen. Hier werde wieder ein Provisorium geschaffen, bis die Stadtbahn komme, klagte er. Außerdem passte ihm nicht, wie mit dem Rad- und dem Fußgängerverkehr umgegangen werde: »Zu wenig berücksichtigt.«

Planungsdezernent Moss widersprach, warnte davor, die Entscheidung aufzuschieben: »Jeder weitere Monat verzögert den Baubeginn.« Eigentlich sei vorgesehen, dass im Frühjahr bereits mit dem nötigen Leitungsbau begonnen werden solle, damit es dann im Sommer richtig losgehen könne. Im Sommer deshalb, weil dann das Verkehrsaufkommen in diesem Bereich niedriger sei. »Verzögert sich das jetzt, kommen wir in den Herbst, und es wird noch schlimmere Staus geben als sie schon jetzt durch den Umbau unvermeidbar sind.« Das beeindruckte die Politiker nicht. Sie blieben dabei, die abschließende Entscheidung aufzuschieben.

Stillschweigen über die Stadtbahntrasse

Kurios: Alle sind sich darüber im Klaren, dass die Stadtbahnverlängerung den Kreuzungsverkehr massiv beeinflussen wird. Es gibt auch schon Pläne, wie die Trasse dort genau geführt wird. In der Sitzungsvorlage tauchen die jedoch nicht auf, weil darüber noch Stillschweigen vereinbart worden sei, so Moss. Nur die Politiker durften mal einen Blick in eine mitgebrachte Karte werfen.

Und das ist auf der Kreuzung geplant: Die Paderborner Straße stadtauswärts bekommt zwei Linksabbiegerspuren in die Lämershagener Straße, zwei Geradeausspuren sowie eine Rechtsabbiegerspur in die Verler Straße. Richtung Bielefeld soll es bei einer Rechts- und einer Linksabbiegespur und zusätzlich zwei Geradeausspuren stadteinwärts bleiben. Die Verler Straße soll im Kreuzungsbereich von zwei auf vier Fahrspuren anwachsen. In Richtung Autobahn soll eine zweite Linksabbiegerspur eingerichtet werden. Geradeaus und nach rechts gibt es jeweils eine Fahrspur. 1,58 Millionen Euro sind für das Vorhaben angesetzt. Die Hälfte übernimmt das Land.

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