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Bielefelder Traumwochenende und bunt blühende Primeln

Vorfreude auf den Frühling

Bielefeld

Nicht nur das Wetter am Wochenende mit Sonne satt und blauem Himmel hat die Vorfreude auf Frühling geweckt: Auch der Anblick Hunderter und Tausender Primeln in Gelb, Blau, Pink, Rot, Orange und Weiß, in den Meyer zu Drewerschen Gewächshäusern in Babenhausen stimmt fröhlich. Die Primeln warten nur darauf, endlich ausgeliefert zu werden.

Sabine Schulze

Anita Meyer zu Drewer zupft eine leicht verblühte Blüte ab. Foto: Bernhard Pierel

Als gerade einmal zwei Zentimeter hohe Pflänzchen sind sie im September von einem Betrieb, der auf Aussaat spezialisiert ist, geliefert worden. Ende September wurden sie dann bereits getopft, erzählt Petra Meyer zu Drewer. Eine Maschine füllt dafür zwar die Erde in die Töpfe, dann aber beginnt die Handarbeit: Mit dem Zeigefinger wird ein Löchlein in die Erde gebohrt, das Pflänzchen hineingesetzt und rundum vorsichtig angedrückt. „Das ist eine schöne Arbeit“, sagt die Firmenchefin. Zudem eine Arbeit, bei der nicht nur angestellte Mitarbeiter, sondern auch die ganze Familie zur Hand geht.

Ebenfalls von Hand und in stundenlanger vorgebeugter Haltung werden die eingetopften Frühblüher dann in den Gewächshäusern zwischen dünnen Bewässerungsschläuchen auf den Boden gestellt – und zwar schön mit Abstand. „Sie brauchen Luft, sonst bildet sich eine gespannte Feuchte und sie fangen an zu schimmeln“, erklärt Geschäftsführer Siegfried Eberlein.

Primeln brauchen Plusgrade

Seit September sind die Primeln in den Gewächshäusern gewachsen. Sehr warm musste es dafür unter den Glasdächern nicht sein. „Für die Primeln reicht es, wenn die Temperaturen über Null sind“, sagt Petra Meyer zu Drewer. Schlaflose Nächte haben ihr in der vergangenen Woche der heftige Schneefall und die tiefen Temperaturen bereitet: Bei solchen Bedingungen darf die Heizung nicht ausfallen.

Nun, das ist sie auch nicht – dafür hat die Schneelast viele Scheiben der Gewächshäuser eingedrückt. „70 werden es wohl sein, zum Teil zwei Meter lange Scheiben“, sagt Eberlein. Sie müssen dringend ersetzt werden, denn nach den Primeln und den recht unempfindlichen Stiefmütterchen und Hornveilchen im Gewächshaus nebenan sollen im März mit Geranien, Petunien und Co. die Sommerblumen eingetopft werden.

Derzeit aber ist erst einmal Saison für Primeln und Stiefmütterchen. 12.000 Primeln, 65.000 Stiefmütterchen und Hornveilchen und noch einmal 10.000 Bellis sind bei Meyer zu Drewer gezogen worden und wollen in Schalen und ins Freie gepflanzt werden. „Im Haus halten sich Primeln bis zu zwei Wochen, draußen hat man viel länger etwas davon“, sagt Anita Meyer zu Drewer, ausgebildete Gärtnerin und bereits die nächste Generation. Denn auch wenn die Primeln Frost nicht vertragen, mögen sie es auch nicht zu warm.

Beliebt: österliches Gelb

Die liebste Primelfarbe der Deutschen, weiß sie, ist gelb. „Das wirkt schon österlich.“ Nur Gelb wäre ihr persönlich aber zu trist: Sie mag es gerne bunt. Versuchsweise hat Meyer zu Drewer auch schon Primeln mit „gerüschten“ Blütenblättern gezogen. „Das Gekräuselte sieht aber rasch verblüht aus. Und vor allem: Die Blumen wirken weniger als Primeln mit großen Blüten und klaren Farben“, erklärt Anita Meyer zu Drewer.

Dass die blühenden Pflanzen der Seele guttun, empfinden auch sie und ihre Mutter. „Bei schlechter Laune gehe ich ins Gewächshaus“, sagt Petra Meyer zu Drewer lachend. Zum Schmunzeln sind manchmal die „Gesichter“ der Stiefmütterchen und Hornveilchen, charmant ist, wenn sie in den Farben „spielen“ und sich verändern. „Sie sind besonders gefragt, wenn die Menschen im März beginnen, in ihrem Garten zu wühlen.“ Und selbst wenn es noch einmal Frost geben sollte: Davon erholen sie sich.

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