1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Wachstumskapital für Semalytix

  8. >

Bielefelder Start-up erhält in Finanzierungsrunde zwei Millionen Euro von der NRW-Bank

Wachstumskapital für Semalytix

Bielefeld (WB)

Das Leiden Kranker lindern und die Lebensqualität verbessern – diese Ziele verfolgt das Bielefelder Start-up Semalytix seit der Gründung vor sechs Jahren. Mithilfe künstlicher Intelligenz erfasst das Team um Janik Jaskolski (33) vor allem in Patientenforen Schilderungen Betroffener zu Beschwerden, Behandlungserfahrungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten.

Oliver Horst

Janik Jaskolski ist Gründer und Geschäftsführer des Bielefelder Start-ups Semalytix, das für Medizinthemen künstliche Intelligenz nutzt. Foto:

Jetzt will das Unternehmen den nächsten Wachstumsschritt machen – auch dank einer weiteren Kapitalspritze. Die NRW-Bank als Förderbank des Landes beteiligt sich mit zwei Millionen Euro an Semalytix. Die Bielefelder dürften damit wohl das bislang am besten finanzierte Start-up in OWL sein.

Seit der Gründung wurden in verschiedenen Runden 7,4 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt. Mehr als eine Handvoll Mitgesellschafter hat das Gründerteam mit Jaskolski, Philipp Cimiano und Matthias Hartung inzwischen.

Janik Jaskolski

Drei große Pharmakonzerne – Boehringer Ingelheim, Roche und Pierre Fabre – zählen bislang zu den Semalytix-Kunden. „Wir wollen die Kundenzahl bis zum Jahresende auf zehn bis 15 steigern und auch in die USA und Asien vorstoßen“, sagt Jaskolski. Zugleich soll die Bandbreite der in der Datenbank Pharos – dem Semalytix-Herzstück – erfassten Krankheitsbilder wachsen. „Dafür benötigen wir weitere Expertise in den Bereichen Pharma und Sprachanalyse.“ 60 Mitarbeiter aus 24 Ländern bilden aktuell das Team.

Nirgends sonst werde so offen und umfassend über Erkrankungen und Leiden berichtet wie in Internetforen, sagt Jaskolski. Dieses Wissen systematisch zugunsten Betroffener zu nutzen, biete große Chancen. Auch bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie könne Sema­lytix einen Beitrag leisten. Daten hierzu werden bereits gesammelt, der Kontakt mit Impfstoffherstellern oder auch staatlichen Stellen werde gesucht.

2,5 bis 3 Millionen Euro Umsatz im laufenden Jahr erwartet

Für das laufende Jahr rechnet Jaskolski mit 2,5 bis 3 Millionen Euro Umsatz. 2025 sollen es dann zwischen 50 und 100 Millionen und mehrere hundert Mitarbeiter sein. Wie in den Anfangsjahren, als Ausgründung aus dem Citec der Uni Bielefeld, soll Semalytix nach der Wachstumsphase auch wieder profitabel sein.

Die NRW-Bank, die seit 2005 drei Wagniskapitalfonds mit mehr als 200 Millionen Euro aufgelegt hat, investiert in der Regel für drei bis sieben Jahre. Von rund 60 Beteiligungen an Start-ups sind noch 35 aktiv.

Startseite