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Neben Supermärkten sind auch H&M, IKEA und Douglas betroffen

OWL-weit Warnstreiks im Einzelhandel

Bielefeld

Die Welle von Warnstreiks im Einzelhandel in NRW erreicht an diesem Freitag sowie am folgenden Samstag auch Ostwestfalen-Lippe. Laut Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sollen Beschäftigte des Marktkaufs in Bielefeld, Horn-Bad Meinberg, Lemgo, Lage, Gütersloh und Espelkamp, Beschäftigte des Real-Marktes in Bielefeld sowie Beschäftigte von Saturn und IKEA die Arbeit niederlegen.

Auch in Bielefeld wird gestreikt.  Foto:

Ebenfalls bestreikt würden H&M in Gütersloh, Detmold, Minden sowie die Douglas-Filialen  in Bielefeld, Minden Herford,  Paderborn und Bad Salzuflen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) setzt somit die Warnstreik-Aktionen im nordrhein-westfälischen Einzelhandel fort. 

Verdi fordert eine  Erhöhung der Entgelte um 4,5 Prozent und 45 Euro mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von 12 Monaten, ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde sowie die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.  Denn Beschäftigte in den von der Krise hart getroffenen Unternehmen brauchten mehr Geld. Sie seien oft von Kurzarbeit betroffen gewesen und hätten in der Pandemie erheblich an Einkommen verloren.
Wegen der Corona-Pandemie sind die Tarifverhandlungen im Einzelhandel mit seinen mehr als drei Millionen Beschäftigen besonders kompliziert. Denn es gibt es viel größere Unterschiede bei der wirtschaftlichen Lage der Händler als sonst. Während etwa Lebensmittelhändler zu den Krisengewinnern gehörten und in der Pandemie enorme Umsatzsteigerungen verzeichneten, brachen die Umsätze im Modehandel mit coronabedingten Ladenschließungen ein.

Ursula Jacob-Reisinger

„Wir hatten zum Zeitpunkt der vierten Verhandlungsrunde die Hoffnung, dass die Arbeitgeber den Ernst der Lage mittlerweile verstanden haben, denn die Beschäftigten verzichten inzwischen im dritten Monat auf die so dringend benötigte Entgelterhöhung", sagt Ursula Jacob-Reisinger, Verdi-Gewerkschaftssekretärin im Handel für den Bezirk Ostwestfalen-Lippe. "Anstatt jedoch mit uns den Weg in Richtung Abschluss zu gehen, wurden fadenscheinige Argumente auf den Tisch gelegt, um eine Einigung weiter hinauszuzögern. Die Arbeitgeber haben eine soziale Verantwortung, der sie sich endlich stellen müssen.“ 

Einmalzahlung ist eine Option

Der Lösungsvorschlag von  Verdi sehe vor, dass auf Wunsch der Beschäftigten, Teile einer möglichen Entgelterhöhung für einen bestimmten Zeitraum in Freizeit umgewandelt werden können.  Die Arbeitgeber hätten dies abgelehnt.  Sie blieben bei ihrem „freiwilligen Orientierungsrahmen“, den sie für tarifgebundene Mitgliedsunternehmen empfehlen. Die Entgelte können danach nach zwei Nullmonaten um 2 Prozent zum 1. Juli 2021 erhöht werden. Weiterhin bestehe die Option, den Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro zu gewähren.

„Das Verhalten der Arbeitgeber gegenüber den Beschäftigten ist respektlos und nicht hinnehmbar. Anstatt sich auf den Weg der Einigung zu machen, eskaliert die Arbeitgeberseite den Konflikt weiter“, sagt Jacob-Reisinger. Der HDE spiele  auf Zeit und habe offensichtlich kein Interesse daran, ein zügiges Tarifergebnis zu vereinbaren.

Die Verhandlungen werden am 1. September fortgesetzt.

 

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