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Weitere Öffnungen: Trotz eines niedrigen Corona-Inzidenzwertes wartet Bielefeld auf grünes Licht aus Düsseldorf

Was jetzt geht und was nicht

Bielefeld

Was jetzt klar ist? Buchläden und Fahrschulen dürfen am Montag in Bielefeld wieder öffnen. Wie es ansonsten konkret weitergeht, wird von der neuen Coronaschutzverordnung abhängen, die das Land noch nicht vorgelegt hat.

Michael Schläger, Heinz Stelte und Sabine Schulze

Die Geschäfte in Bielefeld dürfen ab Montag wieder öffnen, offen ist nur die Frage, unter welchen Bedingungen. Foto: Thomas F. Starke

Bei einem Inzidenzwert von 29,3 in der Stadt (am Freitagmorgen sogar 28,1) dürfte am Montag auch der übrige Einzelhandel ohne Terminvereinbarung öffnen. Doch ob es zu einer solchen regionalen Sonderregelung kommt, ist nach den Worten von Bielefelds Corona-Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger noch völlig offen. Würde der landesweite Corona-Inzidenzwert für Bielefeld zugrunde gelegt, wäre allenfalls Terminshopping möglich.

Bielefelds Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger. Foto: Bernhard Pierel

„Ich rechne nicht mit einem Flickenteppich in NRW“, sagte Nürnberger am Donnerstag. Soll heißen: Es wäre nicht sinnvoll, wenn in den Nachbarkreisen andere Regeln als etwa in Bielefeld gelten würden.

Offen ist auch noch, wer wo die vereinbarten kostenlosen Corona-Schnelltests in Bielefeld anbietet. Dazu wird es an diesem Freitag ein Gespräch zwischen der Stadt, der Apothekerschaft und privaten Anbietern wie der Firma PVM, die ein Schnelltestzentrum am Südring betreibt, geben.

Ingo Nürnberger

Ob die Schnelltests ein brauchbares Instrument würden, hänge entscheidend vom Verhalten der Bürger ab, so Nürnberger. Er gehe aber davon aus, dass die meisten sich im Fall eines positiven Tests verantwortungsbewusst verhalten und sich beim Gesundheitsamt melden würden.

Ob der Besuch von Museen oder dem Tierpark Olderdissen ohne Terminbuchung und Dokumentation möglich sein könnte, wird ebenfalls davon bestimmt, ob der örtliche oder der landesweite Inzidenzwert gilt. Nürnberger hält aber ein Terminvergabesystem analog zur städtischen Bürgerberatung für denkbar. Er sagt aber auch: „Das alles wäre nicht von heute auf morgen einzuführen.“

Tierpark

Dennoch bereiten sich die Mitarbeiter im Tierpark auf eine baldige Wiedereröffnung vor: So werden zum Beispiel nun auch die Gehege (Damwild, Biber, Wildschweine) Richtung Johannistal besser in den Tierpark integriert. Deshalb wird ein Teil der Außenabgrenzung verändert und bis zum gemauertem Torpfosten im Johannistal verlegt. Einem Rundgang durch Olderdissen dürfte dann nichts mehr im Wege stehen.

Einkaufen

Ob mit oder ohne Voranmeldung – die Kaufleute in der Altstadt sind froh, von Montag an wieder öffnen zu können. „Die Leute brennen, die Frühlingsware drückt,“ fasst Henner Zimmat, Sprecher der Kaufmannschaft, die Stimmung knapp zusammen. Natürlich hoffe man, dass es zu regionalen Lockerungen in NRW komme, dann könnten die Geschäfte in Bielefeld, wo der Inzidenzwert seit gut einem Monat unter 50 liegt, auch ohne Anmeldung öffnen.

Doch auch die Variante mit Anmeldung biete für die Altstadt eine Perspektive. Die Kaufmannschaft Altstadt will das Ende des totalen Lockdowns werbewirksam begleiten. So sei beispielsweise ein Schaufensterwettbewerb zum Thema Frühling geplant. Zimmat: „Wir wollen die Händler dazu bewegen, die Schaufenster ansprechend zu gestalten.“ Wie genau das Shoppen mit Terminbuchung, wie es der Beschluss der Ministerpräsidenten vorsieht, praktisch umzusetzen sei, müsse, so Henner Zimmat, noch geprüft werden. Auch da will die Kaufmannschaft unterstützend tätig werden.

Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes OWL, geht davon aus, dass auch die großen Elektronik- oder Modeläden am Montag, ob mit oder ohne Terminbuchung, öffnen werden. Wie genau, müsse die Praxis zeigen.

Kultur

„Wir sind guten Mutes, dass wir am Dienstag wieder öffnen dürfen“, sagt Anne Kaestner, Pressesprecherin der Kunsthalle. Und voller Optimismus geht sie davon aus, dass das Land die vorsichtige Öffnung der Museen mitträgt. Recht kurzfristig könnte auch das Historische Museum wieder seine Türen öffnen, sagt Museumsleiter Dr. Wilhelm Stratmann. Sollte ein Spontanbesuch nicht möglich sein, sondern eine vorherige Anmeldung gefordert sein, sei auch das machbar: „Wir haben ein Tool angeschafft, das es erlaubt, über unsere Homepage ein Zeitfenster zu buchen.“ Umfassende weitere Vorbereitungen seien im Museum nicht nötig, meint Stratmann. Allerdings gebe es eine Reihe von Bildschirmen. „Ein Probelauf, ob nach Monaten alles funktioniert, wäre schon sinnvoll.“

Kirmes

Die Bürgergemeinschaft bringt derweil schon einen Freizeitpark an der Radrennbahn in der Woche nach Ostern ins Gespräch. Ein ähnliches Angebot der Schausteller hatte es bereits im Sommer gegeben. „Die BfB fordert, dass der jetzt beschlossene Stufenplan eingehalten wird, mit den entsprechenden Auflagen, Regeln und Kontrollen, damit die Betriebe wieder öffnen und ihren Tätigkeiten nachgehen können“, so BfB-Vorsitzender Dietmar Krämer.

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