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Betrug mit Krypto-Geld - 5000 Euro Belohnung ausgesetzt

Weltweite Fahndung: Wo ist Ruja Ignatova?

Bielefeld/Düsseldorf

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld und das Landeskriminalamt in Düsseldorf fahnden weltweit öffentlich nach einer mutmaßlichen Millionenbetrügerin. Die Deutsch-Bulgarin Dr. Ruja Ignatova (41) soll maßgeblich an einem Schneeballsystem beteiligt gewesen sein, mit dem Anleger weltweit um enormen Summen geprellt wurden.

Von Andreas Kolesch

Nach Ruja Ignatova wird weltweit gefahndet. Foto: LKA

Es ging um eine frei erfundene Kryptowährung namens „OneCoin“. Ein Fahndungsaufruf war unter anderem am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ geplant. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Flüchtigen führen, sind 5.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Verfahren aus dem Münsterland

Das Ermittlungsverfahren wird bei der Bielefelder Behörde geführt, weil diese als Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte über OWL hinaus zuständig ist. Den Ausgang nahm das Verfahren im Raum Münster, wo mehrere Banken Geldwäscheverdachtsanzeigen gegen Firmen gestellt hatten, die mutmaßlich eigens für den Transfer der "OneCoin"-Gelder gegründet worden waren. Gegen die Verantwortlichen dort laufe bereits ein Verfahren, teilte die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage mit.

Ignatova stehe im Verdacht, als treibende Kraft und geistige Erfinderin der vermeintlichen Kryptowährung „OneCoin“ weltweit Investoren veranlasst zu haben, in diese tatsächlich wertlose „Währung“ zu investieren, heißt es in einer Mitteilung der Ermittler. Anleger seien über die technischen Hintergründe des sogenannten Minings, des Schöpfens von Kryptowährung durch Computer, getäuscht worden. Es gehe um Betrug und Geldwäsche. Der vermeintliche, letztlich stetig steigende Wert des „OneCoin“ sei unter Verantwortung der Beschuldigten intern vorgegeben worden und habe nicht auf Marktmechanismen beruht.

Schaden von mindestens 88 Millionen Euro

„Der bislang in dem Verfahren festgestellte Betrugsschaden liegt bei etwas mehr als 88 Millionen Euro. Der weltweit verursachte Schaden dürfte deutlich höher sein“, heißt es weiter. Berichten zufolge sollen allein US-Staatsanwaltschaften die eltweiten Erträge des Schneeballsystems auf etwa vier Milliarden US-Dollar (3,8 Milliarden Euro) eingestuft haben.

Seit Oktober 2017 ist Ruja Ignatova den Ermittlern zufolge untergetaucht. „Sie dürfte auf Grund ihren Taten über erhebliche finanzielle Mittel und weltweit über Unterstützer und Kontaktpersonen verfügen“, heißt in in der Mitteilung weiter.

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