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Kommentar von André Best zu Weihnachten

Wem wir zu Dank verpflichtet sind

Jetzt ist Weihnachten. Endlich. Empfinden Sie auch so? Etwas Abstand vom ganzen Trubel, der hinter uns liegt. Der den Menschen privat wie beruflich in den vergangenen Wochen und Monaten so vieles abverlangt hat. Ein Kommentar von André Best zu einem besonderen Weihnachtsfest.

André Best

Weihnachten 2020 – Zeit, danke zu sagen. Foto: Z5327 Sören Stache

Jetzt ist Weihnachten. Die Feiertage sind wie eine Insel. Endlich besinnlich werden. Wenigstens ein bisschen heile Welt genießen in diesen turbulenten Zeiten. Geht es Ihnen auch so, wenn Sie an die bevorstehenden Feiertage mit Vorfreude denken?

Jetzt ist Weihnachten. Aber in diesem Jahr wird vieles anders sein. Vielleicht ist die Sehnsucht nach den Feiertagen auch deshalb noch größer als sonst, weil wir uns gerade in diesen Tagen nach Grundfesten sehnen, nach Stabilität, nach Unverrückbarem.

Jetzt ist Weihnachten. Jetzt ist es an der Zeit, an die Menschen zu denken, denen wir zu Dank verpflichtet sind. Die Großes geleistet haben und leisten. In erster Linie sind das die Schwestern, Pfleger und Ärzte in den Bielefelder Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Gerade hier im Oberzentrum Bielefeld, insbesondere in Bethel. Aber nicht nur dort. Dank gebührt allen, die Verantwortung tragen in diesen nicht leichten Zeiten. Die nicht ständig jammern, sondern tun. Die Mitarbeiter an den Kassen in den Supermärkten, die Beschäftigten in Kitas und Schulen und nicht zuletzt alle Eltern und insbesondere die Mütter. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Sie reicht von den Menschen in der Stadtverwaltung bis zur Polizei, von der Feuerwehr bis zu Firmen und Unternehmen. Die Gastronomie gehört dazu und auch die Kaufleute, die Vertreter der Kirchengemeinden und die Politiker. Eben alle Menschen, die Verantwortung übernehmen, nicht zu vergessen die vielen Ehrenamtlichen.

Jetzt ist Weihnachten. Wir denken auch an die Frauen und Männer, die in den Rettungswagen ihren Dienst tun. Sie sind dabei, wenn Menschen auf dem Weg ins Krankenhaus sind und coronabedingt keine Luft mehr zum Atmen bekommen. Viele können gerettet werden, einige sterben zum Teil qualvoll.

Da werden andere Probleme, etwa ob manche Coronamaßnahme angemessen ist oder ob es noch genügend Toilettenpapier gibt, plötzlich ganz klein. Jeder von uns kennt mittlerweile Menschen, die sich mit dem Virus infiziert haben oder sogar daran gestorben sind. Dann wird uns schnell bewusst, was wirklich wichtig ist.

Jetzt ist Weihnachten. Die Schwestern, Pfleger und Ärzte müssen auch und gerade an den Festtagen weiter ihren Dienst machen, sie haben meist keine Zeit, traurig zu sein – trotz der großen Last, der sie täglich ausgesetzt sind. Für sie ist es das Wichtigste, Frauen und Männer jeden Alters eine Hilfe zu sein, Menschenleben zu retten, alle Hygienemaßnahmen bei ihrer Arbeit zu beachten, damit sie sich selbst und andere schützen. Diesen Menschen gebührt unser Dank, weil sie einen ausgezeichneten Job machen.

Jetzt ist Weihnachten. Denken wir auch an die Menschen, die anderen außerhalb von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen etwas Gutes tun. Denken wir an diejenigen und danken wir denjenigen, die da sind, die zuhören, die helfen, die sich kümmern.

Jetzt ist Weihnachten. Nehmen wir gemeinsam eine Auszeit von den Belastungen der vergangenen Zeit. Viele überlegen, ob sie Weihnachten mit ihren Eltern oder Großeltern verbringen sollen. Vielleicht gibt es einen Weg, die älteren und vorerkrankten Menschen an den Feiertagen nicht vollkommen alleine zu lassen und dennoch so vorsichtig und verantwortungsvoll wie möglich – und nötig – mit dieser Situation umzugehen.

Jetzt ist Weihnachten. Bleiben oder werden Sie gesund. Genießen Sie die wertvolle Zeit im engsten Kreis. Manche wollen sich draußen an einer kleinen Feuerstelle versammeln, mit Decken warm eingepackt oder unter Heizstrahlern. Manche wollen gemeinsam spazieren gehen. Das schweißt zusammen.

Jetzt ist Weihnachten. Tanken Sie neue Kraft. Ganz gleich, ob sie feiern. Ganz gleich, wie sie im kleinen Kreis feiern. Ganz gleich, ob sie in Bielefeld die Feiertage verbringen. Oder auch woanders.

Frohe Weihnachten!

„Jeder von uns kennt mittlerweile Menschen, die sich mit dem Virus infiziert haben oder sogar daran gestorben sind. Dann wird uns schnell bewusst, was wirklich wichtig ist.“ André Best, Leiter der Lokalredaktion Bielefeld. Foto: WB
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