Kleinere Vakzin-Mengen und Bevorzugung von Lehrern bremst Buchungen im Bielefelder Impfzentrum

Wenige Impftermine im Mai

Bielefeld (WB)

Mit rund 1800 Impfungen pro Tag hatte die Kampagne im Impfzentrum an der Stadthalle zuletzt an Fahrt aufgenommen. Jetzt bremsen geringere Vakzin-Lieferungen den Impfortschritt aus. Nur noch gut 1200 Mal setzen die Mitarbeiter derzeit täglich die Nadel an, um eine Erst- oder Zweitimpfung zu verabreichen.

Peter Bollig

Im gesamten Mai wird in der Messehalle an der Stadthalle deutlich weniger geimpft als in den Wochen zuvor. Foto: Thomas F. Starke

Für den gesamten Mai gibt es daher nur noch wenige Termine, sagte Dr. Theodor Windhorst, Leiter des Bielefelder Impfzentrums. Pro Woche erwartet er derzeit etwa 1700 Dosen von Biontech, 1400 von Moderna – zusammen also rund 3100 Impfdosen statt zuletzt etwa 5000. Der Impfstoff von Astrazeneca wird für Erstimpfungen gar nicht mehr ans Impfzentrum geliefert, sondern nur noch an Bielefelder Arztpraxen, wie es im aktuellen Impfbericht der Stadt Bielefeld heißt.

„Daher können auch nach Aufhebung der Impfpriorisierung für den Impfstoff der Firma Astrazeneca im Impfzentrum keine Termine zur Verfügung gestellt werden. Impfwillige, die sich mit dem Impfstoff impfen lassen wollen, müssen sich aktuell an die Hausarztpraxen wenden“, schreibt die Verwaltung.

Theodor Windhorst stellt aber klar: Wer seine erste Impfung im Impfzentrum mit dem Astrazeneca-Vakzin bekommen habe, für den werde der Stoff dort auch für die Zweitimpfung verfügbar sein. Allerdings könnten Betroffene auch auf einen anderen Impfstoff zurückgreifen, was die Organisatoren vor eine Herausforderung stellt. Denn bei etwa 24.000 Erstimpfungen sei das Astrazeneca-Vakzin verimpft worden. Da stünde bald die Zweitimpfung an, „und wir wissen nicht, welchen Impfstoff die Menschen dann tatsächlich wollen“, so Windhorst. Das mache die Planung schwierig, denn neben dem Astrazeneca-Impfstoff müssten für diese Fälle auch einige Kontingente anderer Impfstoffe zurückgehalten werden.

Mobile Impfteams weiter unterwegs

Die spärlicheren Mai-Termine seien auch deshalb schnell vergeben worden, weil rund 3000 Lehrer bevorzugt geimpft werden. Um andere Berufs- und Altersgruppen nicht ganz außen vorzulassen, würden die Schulmitarbeiter über fünf Wochen verteilt geimpft. Einige wenige Termine würden für Impfberechtigte trotzdem jeden Tag freigegeben. Die können über die Internetseite des ASB oder über die Kassenärztliche Vereinigung gebucht werden.

In der vergangenen Woche haben die Impfungen von Wohnungslosen mit dem Impfstoff der Firma Johnson&Johnson begonnen. Die mobilen Impfteams sind laut Impfbericht damit auch in den kommenden ein bis zwei Wochen noch unterwegs. Um Menschen in sozialen Brennpunkten impfen zu können, solle das weiter fortgesetzt werden, sagte Windhorst, der sich dazu im Gesundheitsministerium derzeit um weitere Impfstoff-Kontingente bemüht.

Laut Impfbericht haben bis zum 9. Mai 125.721 Personen in Bielefeld eine Erstimpfung erhalten. Das entspricht einer Impfquote von etwa 37,62 Prozent.

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