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Krisenstabsleiter sieht Wegfall der Maskenpflicht in Schulen kritisch

Weniger Neuinfektionen in Bielefeld

Bielefeld (WB). In Bielefeld gibt es im Vergleich zu Donnerstag vier neue Corona-Fälle. Damit sind in der Stadt bisher 730 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Aktuell infektiös sind zurzeit 57 Personen und damit sechs weniger als am Donnerstag.

Laut Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger geht es in den Klassenzimmern häufig recht eng zu: „Der Schutz durch die Maske fällt jetzt weg.“ Foto: dpa

Die Zahl der positiv getesteten Reiserückkehrer – diese wird seit 17. Juli erhoben – ist um fünf auf insgesamt 79 angestiegen.

Von den positiv Getesteten sind 666 Menschen genesen, also zehn Personen mehr als am Vortag. In Quarantäne befinden sich aktuell 282 Bielefelder, das ist einer weniger als am Donnerstag. Die Neuinfektionsrate in den vergangenen sieben Tagen liegt nun bei 5,4 pro 100.000 Einwohner, das entspricht 18 Neuinfizierten.

„Die Zahlen in Bielefeld haben sich glücklicherweise ein wenig beruhigt. Das zeigt sich besonders an der wöchentlichen Neuinfektionsrate. Vor zwei Wochen hatten wir noch über 50 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen und in dieser Woche knapp 20 Neuinfektionen. Die sogenannte Meldeinzidenz ist heute bei 5,4 angekommen und damit den achten Tag in Folge gesunken“, erklärt Corona-Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger.

Was passiert im Herbst?

Gleichzeitig blickt er auf die kommenden Wochen und Monate: „Es nahen Herbst und Winter und damit eine Zeit, in der es üblicherweise schon zu mehr Infektionen kommt – und jetzt kommt noch Corona dazu. Wir sind in dieser Zeit generell anfälliger für Krankheiten, und weil wir uns viel in geschlossenen Räumen aufhalten, steigt das Ausbreitungsrisiko erheblich.“ Deshalb sei die Entscheidung, die die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten am Donnerstag getroffen haben, auch verständlich: nämlich absehbar keine weiteren Lockerungen vorzunehmen.

„Wir wissen einfach noch nicht, wie es weitergeht und daher ist es wichtig, dass wir uns durch die bekannten wirksamen Maßnahmen – Abstand, Hygiene und Alltagsmaske – wappnen“, sagt Nürnberger. Ein große Mehrheit der Bielefelder trage die Maske diszipliniert und schütze damit die Mitmenschen und sich selbst. Das habe sich auch am Montag bei der Kontrollaktion am Bahnhof und in den Zügen gezeigt, bei der kaum Verstöße festgestellt worden seien. „Dafür danke ich den Bielefeldern sehr“, so der Krisenstabsleiter.

„Dieser Schutz fällt jetzt weg“

„Die Aufhebung der Maskenpflicht im Unterricht freut mich für die Schüler und Lehrer, denn das erleichtert ihnen den Unterricht und bringt ein Stück Normalität zurück. Die Entscheidung bedeutet allerdings für das Gesundheitsamt, dass die Frage, ob bei Infektionen in der Klasse alle Mitschüler in Quarantäne geschickt werden müssen oder nur die direkten Sitznachbar infizierter Schüler, weiterhin recht streng zu beurteilen ist“, sagt Nürnberger. Häufig gehe es in Klassenzimmern halt schon recht eng zu. Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass das Tragen der Maske wirklich vor Infektionen schütze. Dieser Schutz falle jetzt weg.

Die Landesregierung plant eine Vorgabe, dass Veranstaltungen über 1.000 Personen nicht mehr nur allein von den Kommunen genehmigt werden, sondern das Land in die Entscheidung einbezogen werden soll.

„Wie sinnvoll das ist, wird die Praxis zeigen. Um sachgerecht entscheiden zu können, ob eine Veranstaltung verantwortbar ist, muss man viel über den Veranstaltungsort, den Veranstaltungscharakter und auch über die Verlässlichkeit des Veranstalters wissen. Dieses Wissen ist vor Ort vorhanden. Ich hoffe, dass wir nicht in langwierige Aushandlungsprozesse zwischen Kommune und Land geraten“, so Nürnberger.

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