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Polizei zieht Bilanz: Nur die Radfahrer machen eine Ausnahme

Weniger Unfälle dank eines heißen Sommers

Bielefeld (WB). Der lange, heiße Sommer 2018, davon ist die Polizei überzeugt, habe einen Anteil daran, dass die Zahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr von 10.299 (2017) auf 9851 zurückgegangen ist.

Burgit Hörttrich

Leitender Polizeidirektor Bertram Welsing stellte die Unfallstatistik vor. Foto: Bernhard Pierel

Bertram Welsing, Leiter der Direktion Verkehr, nennt nur eine Ausnahme: nämlich die Unfallzahlen der Fahrradfahrer. Die nämlich sei um 10,5 Prozent oder 33 auf 348 gestiegen. Ursache: auch der heiße Sommer. Welsing: »Da sind mehr Menschen vom Auto aufs Rad umgestiegen.«

2018 verloren fünf Menschen bei Verkehrsunfällen in Bielefeld ihr Leben – 2017 waren es doppelt so viele. Es habe 194 Schwerverletzte (212) und 1130 Leichtverletzte (1129) gegeben. Es verunglückten weniger junge Erwachsene (-5,9 Prozent) und auch weniger Senioren (-5,9 Prozent). 169 Fußgänger kamen bei Unfällen zu Schaden, 15 weniger als noch 2017. Von den insgesamt 9851 Verkehrsunfällen sei es bei 8786 bei Sachschaden geblieben.

Gegen Raser, Drängler, abgelenkte Handynutzer und Gurtmuffel erhob die Bielefelder Polizei im vergangenen Jahr 57.378 Verwarngelder oder sie erstattete Anzeige.

Fahranfänger mit 153 km/h auf der Herforder Straße unterwegs

Die höchste Geschwindigkeitsüberschreitung »schaffte« im Oktober ein Fahranfänger (18), der auf der Herforder Straße mit einem Audi unterwegs war: Er fuhr 153 Stundenkilometer statt der dort erlaubten 50. Die Folgen für den jungen Raser: 680 Euro Bußgeld, zwei Punkte und die Beschlagnahmung des Führerscheins.

Die Zahl derer, die während der Fahrt mit dem Handy herumdaddeln, ist um weitere 200 (erwiesene) Fälle auf 3448 Verstöße noch weiter angestiegen, 630 Mal wurde das Fahren unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol ermittelt, 3890 Fahrer hatten es nicht für nötig gehalten, den Sicherheitsgurt anzulegen. Aber auch Verstöße von Radlern und Fußgängern wurden geahnet: nämlich in 2317 Fällen.

Bertram Welsing wünscht sich mehr Rücksichtnahme und ein faires Miteinander aller Verkehrsteilnehmer. Die Polizei werde Fehlverhalten im Blick behalten.

Mehr Unfallfluchten

Die Zahl der Unfallfluchten nahm geringfügig auf 2342 zu, die Aufklärungsquote liege bei knapp 43 Prozent.

Als Unfallursache Nummer 1 in Bielefeld gelte nach wie vor Abbiegen und Wenden, deutlich vor mangelndem Abstand. Überhöhte Geschwindigkeit liegt auf Platz 5 der Negativ-Rangliste. Polizeidirektor Welsing ist überzeugt: »Die mobilen Messanlagen der Stadt sorgen dafür, dass sich hoffentlich mehr Menschen regelkonform verhalten.« Obwohl sich die Anzahl der Pedelecs im Straßenverkehr erhöhe, sei bislang noch keine Häufung der Unfallzahlen unter Beteiligung solcher E-Bikes feststellbar.

Zeige es sich, dass bestimmte Straßen oder Kreuzungen zu Unfallschwerpunkten werden, werde darüber in der Unfallkommission beraten; der gehören neben der Polizei Straßenverkehrsbehörden und Bezirksregierung an.

In Bielefeld sei die Unfallhäufungsstelle Jöllenbecker-/ Mindener Straße/ Am Güterbahnhof durch bauliche Maßnahmen entschärft. Eine weitere sogenannte Unfallhäufungsstelle sei der Adenauerplatz. Häufigste Ursache sei dort das Missachten von Ampel-Rotlicht gewesen. Jetzt werde geprüft, die Lichtsignale durch Kontrastblenden besser sichtbar zu machen; außerdem kündigt Welsing dort verstärkte Verkehrskontrollen an.

Bertram Welsing führt die fast durchweg positive Entwicklung auf die Kombination von Prävention, der Gestaltung der Verkehrsräume und »zielgerichteter und konsequenter Ahndung von Verkehrsverstößen zurück.

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