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Ab  Mittwoch wird's windig: Sturm von bis zu 110 Stundenkilometer erwartet

Wetterdienst warnt vor Orkanböen in OWL

Bielefeld/Offenbach

Der Deutsche Wetterdienst warnt in den nächsten Tagen vor Sturmböen, die teilweise Orkanstärke erreichen können. Am Donnerstag soll der Wind mit bis zu 110 Stundenkilometern über Ostwestfalen-Lippe hinwegziehen. 

Sommer, Sonne und ... Zwischen zahlreichen Urlaubsbilder von Badenden und Eisschleckenden sticht dieses Foto aus dem britischen Dover heraus. Das südliche Großbritannien wird von einem starken Sturm heimgesucht. Foto: Gareth Fuller/PA Wire/dpa

Bereits am Mittwoch treten Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 60 (17m/s, 33kn, Bft 7) und 85 Kilometern pro Stunde (24m/s, 47kn, Bft 9) aus südwestlicher Richtung auf.

In der Nacht zum Donnerstag wird es dann richtig ungemütlich: Von Westen nimmt der Wind rasch zu mit orkanartigen Böen oder Orkanböen zwischen 105 und 120 km/h (Bft 11-12) im Bergland. Im Tiefland erwartet der DWD  teils schwere Sturmböen zwischen 90 und 100 km/h (Bft 10), während der Kaltfrontpassage strichweise auch orkanartige Böen um 110 km/h (Bft 11) aus Südwest.

Nachdem sich der Wind in der späten Nacht vorübergehend abgeschwächt hat, nimmt er im Verlauf des Donnerstagvormittags im Tiefland wieder Fahrt auf. Dort werden verbreitet schwere Sturmböen bis orkanartige Böen zwischen 90 und 110 Stundenkilometer (Bft 10-11) aus West erwartet. Im Bergland können die orkanartigen Böen oder Orkanböen zwischen 105 und 120 km/h (Bft 11-12) erreichen. Ab Donnerstagabend schwächt der Wind zunächst ab.

Doch das war es dann wohl noch nicht: "Von Freitag auf Samstag  droht erneut eine schwere Sturm - oder Orkanlage", teilt der Deutsche Wetterdienst mit.

Schulausfall am Donnerstag in ganz NRW

Wegen des Unwetters fällt in Nordrhein-Westfalen am Donnerstag der Unterricht an allen Schulen aus. Das gab Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag bekannt. Die Entscheidung sei nach Rücksprache mit dem Deutschen Wetterdienst gefallen.

Man wolle nicht, dass Schüler «im Auge des Sturms» die Schulen aufsuchen. Familienminister Joachim Stamp (FDP) bat Eltern von Kita-Kindern, sei sollten ihren Nachwuchs «morgen bitte Zuhause betreuen.»

Auch wenn die Nachricht viele Betroffene erst kurz vor Schulschluss erreichte, gab es Lob für die Entscheidung. „Wir hatten vor einigen Jahren schon einmal so ein Situation, da wusste niemand Bescheid. Jetzt haben wir Klarheit“, sagt Gudrun Horst de Cuestas, Leiterin des Friedrichs-Gymnasiums in Herford. 

So reagieren die Städte und Kreise 

Die Namen stehen schon fest: „Ylenia“ und „Zeynep“ heißen die beiden Sturmtiefs, die sich für die kommenden Tage angekündigt haben. Dass sie kräftige Böen mitbringen, steht außer Frage. So bereiten sich die Kreise und Städte in OWL und NRW vor. 

Kreis Paderborn

Der Kreis wappnet sich für die angekündigten Orkanböen: Die Stadt sperrt von Mittwoch 14 Uhr die Friedhöfe. Auch der Wochenmarkt in Schloß Neuhaus am Donnerstag fällt aus. In Delbrück bleibt am Donnerstag das Hallenbad geschlossen.

Kreis Höxter

Im Kreis Höxter wurde ein Krisenstab eingesetzt. Es gab erste Krisensitzungen der Rettungskräfte.

Das Niedersächsische Forstamt Dassel trifft Vorsorge. Drei öffentliche Forstwege im Solling sind von diesem Mittwoch, 16. Februar, bis voraussichtlich Samstag, 19. Februar, für den Verkehr voll gesperrt.

Kreis Minden-Lübbecke

„Wie stark aber der Kreis Minden-Lübbecke betroffen sein wird, lässt sich zumindest bei Zeynep noch nicht abschätzen“, sagt Meteorologe Friedrich Föst aus Lübbecke im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. 

Wegen des Unwetters werden die mobilen Corona-Testzentren der Mühlenkreiskliniken in den kommenden Tagen nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.

Kreis Gütersloh

Die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock schließt bis Samstag alle Fußballplätze. Die Grundstücke dürfen nur für nicht aufschiebbare Tätigkeiten zur Unterhaltung der Sportanlage betreten werden.

Nordrhein-Westfalen

Arbeitnehmer, die am Donnerstag wegen der Unwetterwarnung für Teile von NRW von zu Hause aus arbeiten wollen, können dabei auf Verständnis von ihren Chefs hoffen.

«Die überwiegende Anzahl der Unternehmen wird von den Mitarbeitenden nicht verlangen, am Donnerstag zur Arbeit zu erscheinen und dennoch den Lohn für den Tag zahlen», sagte das Vorstandsmitglied des Verbandes für Fach- und Führungskräfte (DFK), Nils Schmidt, am Mittwoch in Essen.

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund geht derweil trotz der Warnung von einer planmäßigen Austragung der Europa-League-Partie am Donnerstag gegen die Glasgow Rangers aus.

«Wir haben die Situation im Blick und stehen mit der UEFA und unserer Organisationsabteilung im Austausch. Aber Stand jetzt ist uns nichts dergleichen bekannt», antwortete ein Vereinssprecher am Mittwoch auf die Frage nach einer drohenden Spielabsage.

Verfolgen Sie die weitere Entwicklung in unserem Newsblog zum Sturmtief.

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