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Chor »can carmina« nimmt am TV-Wettbewerb »Der beste Chor im Westen« teil

»Wir können nur gewinnen«

Bielefeld (WB). So langsam steigt nicht nur die Spannung, sondern auch das Arbeitspensum für den Chor »can carmina« an. Als einziger Chor in OWL nimmt das Gesangsensemble an dem TV-Wettbewerb »Der beste Chor im Westen« teil. Aktuell laufen die Vorbereitungen für das vom WDR ausgetragene Gesangsduell auf Hochtouren.

Uta Jostwerner

Bei zusätzlich angesetzten Chorproben macht Stefan Pollpeter den Chor fit für den TV-Auftritt. Foto: Thomas F. Starke

»Wir gucken die Sendung seit drei Jahren und fiebern immer mit den Chören mit«, erzählt Julia Hasenohr, erste Vorsitzende des Chores. Als der WDR im September 2018 kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist anfragte, ob sich »can carmina« nicht selbst für den Chorwettbewerb 2018 bewerben wolle, lehnte »can carmina« ab. »Die Vorbereitungszeit wäre einfach zu kurz gewesen«, sagt Chorleiter Stefan Pollpeter.

Nach reiflicher Überlegung fiel die Entscheidung, es 2019 versuchen zu wollen. »Wir haben uns gesagt: ›Wann, wenn nicht jetzt!‹«, sagt Julia Hasenohr.

»Wir mussten zehn Lieder zur Auswahl einreichen.

Und so dürfen die Bielefelder die Daumen drücken, wenn »can carmina« am Freitag, 29. November, um 20.15 Uhr im WDR-Fernsehen vor die Kamera tritt. Dann ist die zweite Vorentscheidungsrunde zu sehen, die bereits am 17. November in der Zeche Zollverein in Essen aufgezeichnet wird. Eine Jury entscheidet, welche der zehn Chöre ins Halbfinale kommen. »Welchen Song wir dort präsentieren werden, dürfen wir zuvor nicht verraten«, sagt Vorstandsmitglied Nele Habekost. Nur so viel: »Wir mussten zehn Lieder zur Auswahl einreichen. Vier davon wurden vom WDR ausgewählt. Sie reichen vom Pop-Song bis zum Weihnachtslied«, verrät Nele Habekost.

Eine Geheimhaltungspflicht hat der Chor auch darüber zu wahren, ob er eine Runde weitergekommen ist oder nicht. Sollte die Jury »can carmina« weiter leiten, tritt der Chor am 6. Dezember zum Halbfinale an. Es wird ebenso wie das Finale am 13. Dezember live ausgestrahlt. Sowohl beim Halbfinale als auch Finale entscheiden die Zuschauer per Abstimmung, wer weiter kommt und wer nicht.

Bühnenerfahrungen, auch vor einem großen Publikum, hat der 28 Mitglieder starke Chor mit Mitgliedern im Alter von 16 bis 65 Jahren reichlich. So trat er unter anderem schon beim Kirchentag in Köln und bei der Nacht der Chöre in der Oetkerhalle auf. Kamera-Erfahrung besaß er bislang nicht.

»So entstand ein Trailer, der beim Vorentscheid ausgestrahlt wird«

Doch hier schuf der WDR Abhilfe und absolvierte bereits im Sommer auf dem Weinmarkt einen Drehtag mit »can carmina«. »So entstand ein Trailer, der beim Vorentscheid ausgestrahlt wird«, sagt Stefan Pollpeter. Fünf Stunden Drehzeit werden dabei auf 1.30 Minuten Sendezeit eingeschmolzen.

Ähnlich läuft es, wenn der WDR an zwei weiteren Tagen den Chor bei seinen Proben besucht, um einen Drei-Minuten-Beitrag für die Lokalzeit zu produzieren. »Das Problem ist, dass wir bei diesen Proben nichts singen dürfen, was wir später beim Wettbewerb singen werden«, sagt Pollpeter. Gleichwohl helfen die Drehtage dabei, die Kamera zu ignorieren. »Wir erhalten stets klare Anweisungen. So sollen wir nicht direkt in die Kamera gucken, sondern immer ein bisschen darüber hinweg«, erläutert Nele Habekost.

Und so sind die Chormitglieder derzeit stark eingespannt. Neben Drehtagen und zusätzlichen Proben gilt es auch, eine passende Chorkleidung zusammen zu stellen oder einen Bus zu organisieren, der die Chormitglieder und einige Gäste am 17. November zur Aufzeichnung des Vorentscheids bringt.

»Uns war klar, dass eine Teilnahme einen erhöhten Zeitaufwand mit sich bringt, doch wir hätten nicht gedacht, wie sehr der Wettbewerb in unser Leben eingreift. Aber es macht uns allen auch wahnsinnig viel Spaß und wir freuen uns darauf, die anderen Chöre kennen zu lernen und neue Erfahrungen machen zu können«, betont Nele Habekost. Und Julia Hasenohr fügt an: »Es ist uns egal, wie weit wir kommen. Dass wir auf jeden Fall im Fernsehen zu sehen sein werden, ist schon eine große Nummer für uns. Dafür hat sich der ganze Aufwand gelohnt. Und wir haben nichts zu verlieren, sondern können nur gewinnen.«

Im besten Fall sogar den Betrag von 10.000 Euro und einen Auftritt mit dem WDR Rundfunkchor in Bielefeld. Über diesen Preis nämlich darf sich »Der beste Chor im Westen« freuen.

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