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FC Türk Sport beklagt sich beim Oberbürgermeister über schlechte Platzverhältnisse – mit Video

»Wir sind die Lachnummer der Nation«

Bielefeld (WB). Der FC Türk Sport Bielefeld steht an der Spitze der Fußball-Bezirksliga. Alles andere als spitze ist sein Platz am Kupferhammer. In einem Brief wenden sich die Kicker nun direkt an Oberbürgermeister Pit Clausen. Doch ihr Wunsch nach Kunstrasen wird wohl unerfüllt bleiben.

Moritz Winde

Das Areal am Kupferhammer ist eine Mischung aus Rasen und Asche. Im Frühjahr soll der Platz in Brackwede für 100.000 Euro saniert werden. Foto: Moritz Winde

In dem Schreiben, das dem WESTFALEN-BLATT vorliegt, heißt es: »Wir sind sehr unglücklich über unsere derzeitige Situation. Wir verfügen über keinen vernünftigen Platz, auf dem wir uns auf unsere Spiele vorbereiten und entsprechend trainieren können. Alle anderen Fußballplätze in Bielefeld sind mit schönem Kunstrasen gemacht – lediglich wir spielen auf Stein und Matsch.« Die Fußballer sehen ihr Ziel in Gefahr, in die Landesliga aufzusteigen.

Tiefe Löcher reihen sich aneinander

In der Tat hat die Spielstätte ihre besten Zeiten hinter sich. Nach starkem Regen reihen sich tiefe Löcher aneinander, aus denen das Wasser schon längst nicht mehr fließen kann. Eine Drainage gibt es nicht. »Kein Trainings- und Spielbetrieb möglich«, hieß es am Mittwoch. »Im Winter können wir lediglich Runden laufen, um unsere Kondition zu trainieren. Spielen ist auf dem komplett matschigen Boden einfach nicht möglich. Ständiges Ausrutschen und dadurch bedingte Verletzungen sind an der Tagesordnung«, sagen die Akteure.

Nun dürfte die Heimstätte des FC Türk Sport bei weitem nicht der einzige Platz im Amateurfußball sein, der ein Stück entfernt vom Optimalzustand ist. Das Feld im Bielefelder Stadtteil Brackwede ist dennoch etwas ganz Besonderes. Denn der Kupferhammer ist weder Rasen-, noch Aschen- oder Kunstrasenplatz. Während an den Außenlinien in jeweils rund zehn Metern Breite Rasen wächst, liegt in der Platzmitte eine etwa 35 Meter breite Aschenschneise – ein so genannter »Glatzenplatz«. Früher war das ein reiner Aschenplatz, der mit der Zeit von außen zugewachsen ist. An den Übergängen gibt’s gefährliche Stolperkanten.

»Der verrückteste Fußballplatz«

Im vergangenen Jahr hat das NDR-Satiremagazin »Extra 3« den Kupferhammer zum »verrücktesten Fußballplatz« gewählt – trotz internationaler Konkurrenz. Dazu Türk Sport: »Das ist keine Auszeichnung, über die wir uns freuen. Im Gegenteil: Wir werden verspottet. Wir sind doch die Lachnummer der Nation.« Der Verein spricht von unzumutbarer Ungleichheit.

Sportamtsleiter Joachim Middendorf kann den Unmut nachvollziehen. Der Zustand sei tatsächlich sehr schlecht. Aus diesem Grund hätten die politischen Gremien entschieden, dass sich am Kupferhammer zeitnah etwas ändern soll. Die Hoffnung von Türk Sport auf einen neuen Kunstrasen (Kosten laut Verwaltung etwa 800.000 Euro) wird aber nicht in Erfüllung gehen. »Der Platz bekommt eine Drainage und wird begradigt«, kündigt Joachim Middendorf an.

Die 100.000 Euro teure Maßnahme soll spätestens im Frühjahr über die Bühne gehen. Nach der Sanierung müssen sich die Hausherren den Platz übrigens teilen – und zwar mit dem griechischen Sportverein Cosmos.

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