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Großer Anteil am "Opernwunder"

Theater Bielefeld: Ehemaliger Generalmusikdirektor Rainer Koch verstorben

Bielefeld

Rainer Koch, von 1980 bis 1998 Generalmusikdirektor bei den Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld, ist tot. Er starb jetzt im Alter von 88 Jahren.

Rainer Koch bei den Proben zu seinen letzten Konzerten mit den Bayer Philharmonikern im Jahre 2010. Foto: Bayer AG

Seine Zeit in Bielefeld war vor allem durch die Zusammenarbeit mit dem Regisseur John Dew geprägt. Gemeinsam haben sie eine Reihe von vielbeachteten Erstaufführungen und Opernausgrabungen aus der Weimarer Republik herausgebracht, darunter Die Jüdin von Jacques F. Frommental Halevy und die Schreker-Trilogie. Damit hatte Rainer Koch großen Anteil am so genannten „Bielefelder Opernwunder“, mit dem das Bielefelder Musiktheater internationale Aufmerksamkeit erlangte.

„Ich habe Rainer Koch in den 1990ern in München assistiert. Uns verband immer gegenseitiger Respekt und echte Zuneigung. Er wird uns in dieser Stadt als eine große Persönlichkeit in Erinnerung bleiben“, so Alexander Kalajdzic, der seit 2010 als Generalmusikdirektor die musikalischen Geschicke des Theaters Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker leitet.

Michael Heicks

Michael Heicks, Intendant der Bühnen und Orchester seit 2005, hat Rainer Koch erst nach seiner Zeit als Generalmusikdirektor kennen gelernt: „Als rotarische Freunde haben wir viele anregende Gespräche über das Musikleben an sich und in der Stadt Bielefeld geführt. Ich bin sehr dankbar, dass er seine große Lebenserfahrung als Mensch und als Künstler mit mir geteilt hat.“

Rainer Koch, geboren 1933 in München, studierte an der Musikhochschule seiner Heimatstadt Dirigieren, Klavier und Schulmusik für das Höhere Lehramt sowie Philosophie an der Universität München. Nach seinen Anfängerjahren als Repetitor am Opernhaus Essen war Koch von 1961 bis 1965 Dirigent beim Niedersächsischen Sinfonie-Orchester Hannover.

Ein letzter musikalischer Gruß

1965 holte ihn GMD Gustav König als Stellvertreter und später Erster Kapellmeister wieder nach Essen. Von 1970 an war er am Opernhaus Köln unter Istvan Kertesz und Sir John Pritchard als 1. Kapellmeister tätig, bis er schließlich 1980 ans Bielefelder Theater kam. Von 1972 bis 2011 leitete Koch zudem die Bayer Philharmoniker in Leverkusen. Gastdirigate führten ihn unter anderem an die Hamburgische Staatsoper, an das Gärtnerplatztheater München sowie an europäische Rundfunkanstalten und an mehrere Opernhäuser – unter anderem in Düsseldorf, Berlin, Barcelona, Tel Aviv und Rom.

Mitglieder der Bielefelder Philharmoniker verabschieden sich bei der Beisetzung am Dienstag auf dem Johannisfriedhof mit einem musikalischen Gruß von ihrem ehemaligen Generalmusikdirektor.

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