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In der Ravensberger Straße beginnen im Juli die weiteren Arbeiten

Wo die Lutter offen plätschert

Bielefeld (WB). 2002 machte Bielefelds früherer Umweltdezernent Martin Enderle erstmals seine Idee einer offen gelegten Lutter publik. Fast 20 Jahre später, im Herbst 2021, soll sie nun tatsächlich durch die Ravensberger Straße plätschern. Am Donnerstag haben Stadt und der Verein Pro Lutter die weiteren Baumaßnahmen vorgestellt. Investiert werden drei Millionen Euro.

Michael Schläger

So soll die Offenlegung der Lutter im Bereich der Ravensberger Straße ablaufen. Los geht es Mitte Juli. Foto: Heinz Stelte (Grafik)

Mitte Juli soll es in der Ravensberger Straße im Abschnitt zwischen Teutoburger und August-Bebel-Straße losgehen. Ende des Jahres sollen dort die Arbeiten bereits abgeschlossen sein.

In einem zweiten Bauabschnitt folgt der Bereich zwischen August-Bebel- und Turnerstraße von November bis Mai kommenden Jahres. Darauf folgt von April bis September 2021 der dritte Abschnitt zwischen Turnerstraße und Niederwall.

„Ein Problem ist die Unterquerung des Niederwalls“, sagt Dirk Vahrson, stellvertretender Leiter des städtischen Amtes für Verkehr. Um dort, wo auch die Stadtbahn verkehrt, keine große Baustelle einrichten zu müssen, werde die Leitung durch das Erdreich gepresst.

Pause rund ums Weihnachtsgeschäft

In der Straße Am Bach im Altstadt-Hufeisen sind derweil bereits die Vorboten der weiteren Lutter-Bautätigkeit spürbar. Dort arbeiten noch bis November die Stadtwerke an Fernwärmeleitungen. Dann, so Kerstin Hess, Öffentlichkeitsarbeiterin im Amt für Verkehr, werde es eine Pause geben, um das Weihnachtsgeschäft in der Altstadt nicht mit einer Baustelle zu stören. Darüber hinaus sei die Stadt in engem Kontakt mit Handel und Gastronomie in der Altstadt, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.

Denn im Frühjahr 2021 startet Am Bach der Bau einer so genannten Freispiegelleitung, durch die die Lutter dort unterirdisch geleitet wird. Eine solche Leitung nutzt Gefälle aus. „Das Wasser muss nicht gepumpt werden“, erläutert Christoph Mittmann, Projektleiter der Lutterfreilegung.

Bei Röhren-Charakter soll es nicht bleiben

Karsten Mauth ist der Bauleiter der ausführenden Wertheraner Firma Chamier & Mauth in der Ravensberger Straße. „Für uns ist dies kein alltägliches Projekt“, sagt er. Spannend werde es, wenn erstmals Wasser durch die neuen, offenen Betonröhren fließe.

Ideengeber Martin Enderle betont, dass es nicht bei dem Röhren-Charakter bleiben werde und will damit gleich möglichen Kritikern entgegen treten. In die Kastenprofile wird Kies eingebracht. Zusätzlich sollen in unregelmäßigen Abständen von zwei bis vier Metern Eichenschwellen angebracht werden.

Hinzu kommen für ein solches Fließgewässer typische Moose, Seggen, Schwertlilien, Blutweiderich und Bachbungen. Diese Ausgestaltung werde aber erst zum Abschluss der Arbeiten erfolgen, sagt Ulrike Giese-Grohmann vom städtischen Umweltamt. Das gelte auch für die geplanten Baumpflanzungen

Drei Millionen Euro Baukosten

Die Baukosten, so Constantin Vollmer vom Amt für Verkehr, werden rund drei Millionen Euro betragen. 80 Prozent davon übernimmt das Land, zehn Prozent kommen aus der Stadtkasse, und weitere zehn Prozent stellt der Verein Pro Lutter bereit. Dessen Vorsitzender Peter Stork ist hoch zufrieden mit den Planungen und der nun weiter fortschreitenden Realisierung der Maßnahme. „Für die Anwohner wird es eine Bereicherung sein“, findet auch Dirk Vahrson.

Allerdings mussten die in der Ravensberger Straße dafür auch eine lange Bauzeit mit vorgeschaltetem Kanalbau hinnehmen. Aktuell leben sie an einem Provisorium. In der Straße wird sich nach Ende der Arbeiten auch die Verkehrsführung ändern. Die „Ravensberger“ wird vom Niederwall in Richtung Turnerstraße zur Einahnstraße und auch von der Teutoburger Straße in Richtung Turnerstraße. Somit bleibt der Durchgangsverkehr „ausgesperrt“. Radfahrer können die Straße aber in beiden Richtungen nutzen.

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