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Anwohner kritisieren Größe der Mehrfamilienhäuser und befürchten Verkehrsprobleme

Wohngebiet am Hasbachtal geplant

Bielefeld (WB). Am Hollensiek  in Bielefeld-Dornberg soll ein neues Wohngebiet entstehen. Auf dem Gelände zwischen Hasbachtal und Hollensiek will ein privater Investor bis zu 80 Wohnungen sowie eine Kita errichten. Kritik an den Plänen gibt es von Anwohnern, die sich vor allem Sorgen über den zusätzlichen Autoverkehr machen, der in dem Bereich entstehen wird.

Hendrik Uffmann

Sven und Heinz Westerheide vor den Gewerbehallen, die derzeit abgerissen werden. Dort sowie auf der Fläche des Wäldchens sollen Mehrfamilienhäuser und eine Kita gebaut werden. Foto: Uffmann

Geplant ist das neue Wohngebiet auf dem knapp 1,8 Hektar großen, beinah dreieckigen Grundstück im Winkel der beiden Straßen. Auf dem Gelände gibt es aktuell einen großen Gebäudekomplex mit Gewerbehallen, die seit Jahren leer stehen, sowie zwei Wohnhäuser entlang der Straße Hollensiek.

Dort will ein privater Investor nun ein »verdichtetes Wohngebiet mit Mehrfamilienhäusern« entwickeln, so das Bauamt. Außerdem soll im nördlichen Teil des Grundstücks eine vierzügige Kindertagesstätte gebaut werden.

Erschlossen werden soll das neue Wohngebiet über die angrenzenden Straßen, eine Zufahrt zu einer Ringstraße innerhalb des Wohngebiets ist von der Straße Hasbachtal aus vorgesehen.

Einstimmiger Beschluss

Vor allem mit Blick auf den zusätzlichen Verkehr, der durch das Wohngebiet entstehen wird, gab es massive Kritik bei einer Bürgerinformationsveranstaltung, zu der die Bezirksvertretung Dornberg und die Verwaltung eingeladen hatten, nachdem die Bezirksvertreter vor den Sommerferien einstimmig für den Aufstellungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan gestimmt hatten.

»Die Anwohner befürchten, dass die Straßen den Verkehr nicht aufnehmen können, weil der Hollensiek abgebunden ist und dann der meiste Verkehr durch die Puntheide fließen würde«, so Bezirksbürgermeister Paul John (Grüne). Zusätzlicher Autoverkehr würde auch durch den Bring- und Holverkehr zu der geplanten Kita entstehen.

Zu den Anwohnern, die das Bauvorhaben kritisieren, gehören auch Heinz Westerheide (79) und sein Sohn Sven (49), die in der Straße Im Krümpel, einer Parallelstraße zum Hasbachtal, wohnen und dort eine Tischlerei betreiben. »Wir sind nicht generell gegen eine Bebauung, aber nicht in diesem Umfang«, sagt Sven Westerheide. Denn in dem Wohngebiet sie es eher realistisch, dass für jede der Wohnungen zwei Autos hinzukommen, die dann alle über die Puntheide fahren müssten, um zur Babenhauser Straße zu kommen. Auch die Größe der Gebäude kritisieren Sven und Heinz Westerheide. Deren Geschosshöhe werde die der umliegenden Gebäude deutlich übertreffen und das Landschaftsbild beeinträchtigen. »Eine Bebauung mit Ein- oder Zweifamilienhäusern passt dorthin, aber nicht eine so große Blockbebauung«, erklärt Sven Westerheide.

Wald müsste gefällt werden

Darüber hinaus bezweifelt er, dass es sinnvoll ist, auf dem Gelände eine Kita zu bauen, da diese zusätzlichen Verkehr bringen werde, der durch eine bestehende Wohnsiedlung laufen müsse. Sven Westerheide: »Wir brauchen dringend Kita-Plätze in Dornberg, aber nicht an dieser Stelle.«

Weiterer Kritikpunkt der Westerheides: Der dichte und alte Baumbestand auf dem Grundstück müsste gefällt werden. Außerdem haben die Tischlermeister Bedenken, dass der Boden auf dem Grundstück verseucht sein könnte, da sich dort eine Maschinenfabrik befunden habe, sagt Heinz Westerheide.

Mangel an Kita-Plätzen

Bezirksbürgermeister Paul John sagt, dass er davon ausgehe, dass die Wohnbebauung kommen werde. Denn der Investor – der Inhaber des Grundstücks – habe bereits Baurecht, da die Fläche derzeit gewerblich genutzt werde. Es gehe bei der Neuaufstellung des Bebauungsplans darum, die Nutzung von Gewerbe zu Wohnen zu ändern.

Außerdem gebe es nicht nur einen großen Bedarf an Wohnungen, sondern in Dornberg auch eien Mangel an Kita-Plätzen. Noch sei aber »nichts in Stein gemeißelt«, betont er. Denkbar wären etwa Änderungen bei der Verkehrserschließung oder eine geringere Zahl an Wohnungen.

In der Politik beraten werden soll das Bauprojekt im kommenden Jahr, wenn die Dornberger Bezirksvertretung über den Entwurfsbeschluss zum neuen Bebauungsplan debattieren will. Dann wird es auch erneut eine Bürgerbeteiligung geben. Die Bedenken, die jetzt geäußert worden seien, werden in den Entwurfsbeschluss mit einfließen, unterstreicht Paul John.

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