1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Zähes Ringen um Rochdale- und Catterick-Kaserne

  8. >

Das Jahr 2020 in Bielefeld: Stadt und Bundesbehörden wollen die nach dem Briten-Abzug freien Flächen nutzen

Zähes Ringen um Rochdale- und Catterick-Kaserne

Bielefeld

Im Februar ist eine Ära zu Ende gegangen. Nach Jahrzehnten der Präsenz in Bielefeld sind die letzten Teile der britischen Streitkräfte abgezogen. Was sie neben vielen Erinnerungen hinterlassen haben, sind hunderte von Wohnungen und mit der Rochdale-Kaserne an der Oldentruper Straße und der Catterick-Kaserne an der Detmolder Straße in Stieghorst zwei Areale, die jede Menge Potenzial bieten für Bielefeld.

Hendrik Uffmann

Das Areal an der Catterick-Kaserne an der Detmolder Straße in Bielefeld soll zunächst von Bundesbehörden genutzt werden. Wie viel Fläche diese benötigen, wird noch ermittelt. Foto: Bernhard Pierel

Die Debatte um die Nutzung der beiden neun Hektar (Rochdale) und 34 Hektar (Catterick) großen Flächen ist seit dem Abzug der Briten noch einmal intensiver geworden. Der vorläufige Stand: Die Stadt Bielefeld und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die die Liegenschaften des Bundes verwaltet, haben sich im November auf eine Absichtserklärung verständigt.

Nach dieser soll nun Mitte 2021 feststehen, wie viel Fläche in den früheren britischen Kasernen in Bielefeld von Bundesbehörden genutzt wird und welche Areale für die zivile städtebauliche Entwicklung zur Verfügung stehen.

Denn zunächst hatte die Bundespolizei Bedarf angemeldet, um in der Catterick-Kaserne ein Ausbildungszentrum für 450 Polizeianwärter einzurichten. Im Oktober hat ein 30-köpfiger Aufbaustab der Bundespolizei dort Räume bezogen und lotet nun die Möglichkeiten und den genauen Bedarf aus.

Daneben haben aber auch der Zoll sowie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Flächenbedarf angemeldet. Die übrige Kasernenfläche soll laut der Absichtserklärung „umgehend“ der Stadt Bielefeld zum Kauf angeboten werden. Dabei dürfte es zunächst vor allem um die neun Hektar große Rochdale-Kaserne an der Oldentruper Straße gehen, da der Bundesbedarf möglichst auf dem Catterick-Gelände gedeckt werden soll.

In die Rochdale-Kaserne hatte die Stadt erstmals im September öffentlichen Einblick gewährt bei Führungen für die Bielefelder Bevölkerung, die auf großes Interesse stießen.

Aktuell läuft eine Machbarkeitsstudie über die künftige Nutzung der Kaserne an der Detmolder Straße. Dort stehen 65.000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Rechnerisch benötigen die Bundesbehörden nicht einmal die Hälfte. Die Studie soll aber zeigen, ob Gebäude und Flächen geeignet seien.

Würden Bundespolizei, Zoll und BAMF sich auf die Catterick-Kaserne konzentrieren, bestünde für die Stadt die Möglichkeit, zumindest das Areal der Rochdale-Kaserne zeitnah neu zu überplanen. Bislang angedacht sind dort vor allem Wohnungen.

Diese stehen aber auch in den ehemaligen Briten-Siedlungen etwa in Heepen am Dreierfeld oder oberhalb des Lipper Hellwegs in Sieker zur Verfügung. Einen Teil davon hat die BImA bereits wieder vermietet.

Dennoch laufen in der Verwaltung Planungen, wie auch diese Areale künftig genutzt werden können, wenn die Stadt Zugriff darauf bekommt. Nach ersten Überlegungen könnten manche Häuser stehen bleiben. Anderenorts gibt es Überlegungen über einen Abriss und Neubauten.

Startseite
ANZEIGE