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Geschäftsreisende sorgen für eine gute Zimmerauslastung in Bielefeld

Zahl der Hotelgäste steigt und steigt

Bielefeld (WB). Eine neue Bestmarke bei den Ankünften in einem der 57 Bielefelder Hotels und Pensionen, die Zahl der Übernachtungen kratzt wieder an der 700.000er-Marke: Bielefeld Marketing und Hotel- und Gaststättenverband sind hochzufrieden mit der Bilanz des Jahres 2019.

Burgit Hörttrich

Das fünfte Jahr in Folge stieg die Zahl der Gäste in den 57 Bielefelder Beherbergungsbetrieben vom Hotel bis zur Jugendherberge. Foto: dpa

Die Zahl der Übernachtungen stieg auf 694.158 – ein Plus um 2,1 Prozent im Vergleich zum Jahr davor (679.903). Nur 2017 verzeichnete Bielefeld mit 705.245 höhere Übernachtungszahlen. 

Ermittelt werden die Zahlen von „Information und Technik Nordrhein-Westfalen“ als Statistischem Landesamt. Das vermeldet, dass auch NRW-weit die Zahl der Übernachtungen gestiegen sei: um 2,4 Prozent auf 42 Millionen.

Gabriela Lamm, Leiterin des Kongressbüros der Bielefeld Marketing, sagt, dass die Zahl der Gästeankünfte im fünften Jahr in Folge gestiegen sei: auf 384.774 im vergangenen Jahr.  Durchschnittlich (und rein statistisch) bleibt ein Gast 1,8 Nächte.

Durchschnittliche Auslastungsquote der Betten

Regine Tönsing, Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes, sagt, dass es in Bielefeld 57 Beherbergungsbetriebe mit 4326 Betten gebe, 900 davon in Schulungsheimen und in der Jugendherberge; nicht mitgerechnet sind Campingplätze. Die durchschnittliche Auslastungsquote (der Betten) von 45 Prozent höre sich zwar nicht gewaltig an, man müsse jedoch bedenken, dass die meisten Zimmer von Alleinreisenden gebucht würden. Die Auslastungsquote in NRW liege bei 38 Prozent.

Martin Knabenreich, Geschäftsführer der Bielefeld Marketing, ergänzt, dass eine „Bettenauslastung von 45 Prozent zugleich eine Zimmerauslastung von 90 Prozent“ bedeute. Bielefeld sei schließlich in erster Linie Kongress- und Tagungsort und erst in zweiter Linie Touristenziel.

Knapp 17 Prozent (64.534) der Bielefeld-Gäste kamen 2019 aus dem Ausland. Auf sie entfallen 129.737 Übernachtungen. Die stärkste Gruppe stellen die Niederländer (15.657 Übernachtungen), gefolgt von den Briten (8191) und den Polen (6417).

Rekord-Buchungsmonat, so Gabriela Lamm, sei der September mit 40.013 Ankünften und 69.924 Übernachtungen gewesen.

„In Spitzenzeiten fehlen Betten“

Gerade in solchen Spitzenzeiten würden in Bielefeld Hotelbetten fehlen, so Knabenreich. Deshalb begrüße er die Neueröffnungen der vergangenen Jahre. Nächstes geplantes Hotelprojekt: das Intercity-Hotel mit 220 Zimmern, das in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hauptbahnhof gebaut werden soll.

Regine Tönsing weist darauf hin, dass die Neueröffnung vor allem von Ketten-Hotels für die kleinen Betriebe schwer zu verkraften seien. Aber der Trend gehe hin zu großen Häusern. Knabenreich geht davon aus, dass auch 2020 vor allem von den Übernachtungen aus Anlass großer Tagungen profitieren werde. Dabei nennt er den Landesparteitag der FDP und den Deutschen Archivartag. Er glaubt, dass angesichts der zentralen Lage Bielefelds weitere Parteitage in der Stadthalle gebucht werden könnten: „Geschätzt werden die kurzen Wege in der Innenstadt.“

Regine Tönsing sagt, dass sie zudem von etwa 200 privaten Wohnungen ausgeht, die über die Online-Plattform Airbnb vermarktet werden. Sie wünsche sich dieselben Wettbewerbsbedingungen für alle, denn: „Solche Privatunterkünfte werden zum Beispiel weder auf Brandschutz noch auf Legionellen überprüft, Hotels aber schon. Und sie müssen viel investieren, um die Vorschriften erfüllen zu können.“

Martin Knabenreich ist die Wirtschaftskraft wichtig, die die Übernachtungen erzeugt. Er spricht von einem Jahresumsatz von 600 Millionen Euro, wenn etwa Handel und Gastronomie mit einbezogen würden, und mit 10.000 Arbeitsplätzen, die mittelbar von Übernachtungsgästen abhängen würden.

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