Aktualisierte Planung für das Kirchengrundstück zwischen Kanzel- und Studiostraße im Bielefelder Stadtteil Altenhagen

Ziel: Baurecht bis Ende des Jahres

Bielefeld

Fast eineinhalb Jahre lang hatte es keine Fortschritte gegeben bei der Neubebauung mit Wohnungen auf dem Grundstück zwischen Kanzel- und Studiostraße, auf dem bis zu ihrem Abriss im vergangenen Herbst Kirchen und Gemeindehaus der evangelischen Gemeinde Altenhagen gestanden hatten. Jetzt aber ist eine Lösung in Sicht.

Von Hendrik Uffmann

Bezirksamtsleiter Peter Skarabis (von links), Bezirksbürgermeister Holm Sternbacher Foto: Bernhard Pierel

Eine neue, aufgelockerte Bebauung mit Wohnhäusern soll nach den Sommerferien in die politische Beratung gehen. „Wenn alles gut läuft, hoffe ich, dass wir bis Ende des Jahres dann Baurecht haben“, sagt Mark Brüning, der beim Evangelischen Kirchenkreis zuständig ist für die Bauprojekte.

Im kommenden Jahr soll dann, wenn der neue Bebauungsplan feststeht, die Detailplanung für die Gebäude laufen, so Brüning. Etwa 30 Wohnungen sollen in mehreren Häusern entstehen, „die Gebäude haben wir der Topographie des Geländes im Vergleich zu der Variante, die das städtische Bauamt vorgeschlagen hat, besser angepasst“, sagt Brüning.

Der Wohnraum sei gedacht für alle Gruppen, betont Brüning. So werde es kleinere Apartments geben, aber auch größere Wohnungen auch für Familien. Geklärt sei inzwischen auch die Frage der Parkplätze. Ausreichend Stellplätze soll es nach der aktuellen Planung auf dem etwa 4000 Quadratmeter großen Grundstück geben.

Wann der Baubeginn sein wird, steht aktuell noch nicht fest. Realistisch dürfte aber wohl sein, dass die Bagger erst im übernächsten Jahr anrücken.

Mark Brüning (Kirchenkreis)

Mark Brüning zeigt sich erleichtert, dass es nun wieder ein Vorankommen bei dem Projekt gibt. Denn Wohnraum werde dringend benötigt, die bereits erschlossene Fläche, die schon zuvor bebaut gewesen sei, sei dafür gut geeignet. „Und die Gemeinde braucht auch in Altenhagen wieder ein Zuhause“, erklärt Brüning.

Darüber hinaus bedeute jede Verzögerung auch, dass die wirtschaftliche Kalkulation bei Bauprojekten schwieriger werde. Brüning: „Aktuell explodieren die Baupreise, die Steigerung liegt momentan bei 20 bis 30 Prozent pro Jahr.“ Dies bedeute einen Spagat zwischen den hohen Anforderungen etwa bei der Energieeffizienz und der Barrierefreiheit, der Architektur, die sich in die Umgebung einpassen müsse, und der Wirtschaftlichkeit.

„Wir sind froh, dass es jetzt vorangeht“, sagt auch Heepens Bezirksbürgermeister Holm Sternbacher. Er kündigte an, dass es auch noch eine Bürgerinformationsveranstaltung zu den Bauplänen geben werde.

Wie mehrfach berichtet, war das Grundstück zwischen der Kanzel- und der Studiostraße frei geworden, weil die evangelische Kirchengemeinde, die zum Jahresbeginn mit der Milser Gemeinde fusioniert ist, sich nicht mehr in der Lage sah, ihre Kirche und das Gemeindehaus dauerhaft zu unterhalten. Schon 2018 hatte die Kirchengemeinde deshalb eine Machbarkeitsstudie vorgestellt und daraufhin später entschieden, Kirche und Gemeindehaus abzureißen und dort statt dessen Wohnungen zu bauen. Stehen bleibt der Kirchturm, an den ein Gemeindesaal für Veranstaltungen und Treffen angebaut werden soll.

Der Kirchenkreis hatte dann Pläne vorgelegt, nach denen es zwei parallel verlaufende Gebäuderiegel jeweils entlang der Kanzel- und der Studiostraße geben sollte. Im Dezember 2019 hatte das städtische Bauamt jedoch überraschend eine eigene Variante mit zwei L-förmigen Baukörpern präsentiert.

Die Bezirksvertretung Heepen hatte sich daraufhin dafür ausgesprochen, dass zunächst beide Varianten weiterentwickelt werden.

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