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Bundesverwaltungsgericht gibt Rheda-Wiedenbrückerin recht

Zu spät zur Prüfung: Jura-Studentin darf noch mal antreten

Bielefeld/Leipzig (WB/jmg). Weil sie nach einer Pause zu spät zur Prüfung erschien, fiel eine heute 32-jährige Jura-Studentin der Universität Bielefeld durchs erste Staatsexamen. Doch jetzt darf die Frau aus Rheda-Wiedenbrück die Prüfung wiederholen.

Symbolbild. Foto: dpa

Vier Jahre ist es her: Nach einer Pause sollte die Prüfung der Frau am 21. Januar 2015 um 11.30 Uhr weitergehen. Die Frau – durch ein Missverständnis im Glauben, es gehe erst um 12.30 Uhr weiter – ging mit einer Freundin Kaffee trinken. Als sie dann gegen 11.50 Uhr wiederkam, aus ihrer Sicht also noch mehr als rechtzeitig, wurde sie nicht mehr in den Prüfungssaal gelassen.

Weil es sich bereits um ihren Drittversuch handelte, fiel sie endgültig durch. Die Studentin ging vor dem Verwaltungsgericht in Minden dagegen vor, scheiterte jedoch. Das Oberverwaltungsgericht in Münster bestätigte die Entscheidung und ließ keine Revision zu. Anders sah es jetzt allerdings das Bundesverwaltungsgericht (BVerG) in Leipzig. Dort wurden die Beschlüsse der Vorgängerinstanzen am Dienstag gekippt.

Wie der Anwalt der Betroffenen auf Anfrage erklärt, habe das BVerG bemängelt, dass die herangezogene Prüfungsvorschrift den in diesem Fall erfolgten Ausschluss von der Prüfung nicht hergebe. »Zudem seien die Sanktionen zu hart gewesen«, sagt Jan-Christian Hochmann von der Kanzlei »Dr. Rostek, Dr. Klose und Partner GbR« aus Bielefeld. »Das war nicht verhältnismäßig.«

Laut einer Mitteilung des Gerichts hätte auch in Betracht gezogen werden können, nur den versäumten Prüfungsteil mit 0 Punkten zu bewerten – und nicht die gesamte Prüfung.

Seine Mandantin will die Prüfung nachholen, wie Hochmann auf Nachfrage bestätigt – auch wenn sie sich beruflich umorientiert habe. »Dafür haben wir schließlich so lange durchgehalten.«

Die Begründung des Bundesverwaltungsgerichtes lesen Sie hier .

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