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Preise steigen stark, Arbeiten verzögern sich

Bielefelder Handwerk leidet unter Rohstoffmangel

Bielefeld

Auch die Bielefelder Betriebe des Dachdecker-, Tischler- und Zimmererhandwerks spüren die Auswirkungen der derzeit weltweiten Rohstoffknappheit. Da große Mengen deutschen Holzes vor allem in die USA und China exportiert werden, seien die Kosten für die Beschaffung von Holz und Holzwerkstoffen erheblich gestiegen, teilt die Kreishandwerkerschaft Bielefeld mit.

„Unser globales Denken darf uns nicht den Blick auf die Stolpersteine vor den eigenen Füßen versperren“, sagt Kreishandwerksmeister Frank Wulfmeyer. Foto: Bernhard Pierel

Diese Preissteigerung könne meist nicht 1:1 an die Bauherren weitergegeben werden, so dass ein erheblicher finanzieller Druck auf den Unternehmen laste. Dies gelte erst recht bei öffentlichen Ausschreibungen, wo in aller Regel keine Preisgleitklauseln vereinbart werden können und die Zeitspanne zwischen Angebotsabgabe/Bindefrist bis zur Fertigstellung Monate umspannt. Zu der Preissteigerung kämen lange Lieferzeiten. Bau- und Ausbaubetriebe könnten Aufträge und Projekte nicht mehr wie geplant abarbeiten.

Doch nicht nur die Preise für Holz und Dämmstoffe würden seit dem Frühjahr explodieren, auch andere Baumaterialien würden wegen gestiegener Rohstoffpreise immer teurer. Davon betroffen seien unter anderem Baustahl, Farben, Metalle, Rohre, Schrauben und Dachpappe sowie fast alle Kunststoffe und Isolierstoffe für Kabel. Die komplexe Mischung aus Nachfrage, Kapazitätsproblemen und knappen Transportressourcen führe zu einer Verunsicherung im Markt.

„Unser globales Denken darf uns nicht den Blick auf die Stolpersteine vor den eigenen Füßen versperren“, so Kreishandwerksmeister Frank Wulfmeyer. Auch wenn die Politik kurzfristig nur wenige Mittel habe, hier regulierend in den Markt einzugreifen, müsse sie es sich gleichwohl zur Aufgabe machen, einerseits einen „Ausverkauf“ eigener Rohstoffe, insbesondere des heimischen Holzes, zu verhindern, und andererseits auf eine schnelle Ausweitung der eigenen Stahl- und Kunststoffproduktion sowie die Stärkung des Rohstoffrecycling hinwirken.

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