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Vor 75 Jahren war Unterrichtsbeginn, vor 70 Jahren Grundsteinlegung, vor 50 Jahren wurde die Koedukation eingeführt

Bielefelder Marienschule mit vielen „runden“ Zahlen

Bielefeld

Vor 70 Jahren, am 19. März 1951 wurde der Grundstein für die Marienschule der Ursulinen in Schildesche gelegt. Den Unterricht haben die Schwestern aber bereits vor 75 Jahren aufgenommen: am Klosterplatz. Und vor 70 Jahren wurden tatsächlich auch bereits die ersten Abiturprüfungen abgenommen. Drei runde Zahlen und Anlass für einen Rückblick. Diesen Rückblick haben Schwester Carola Kahler, langjährige Leiterin der Marienschule, und der Historiker Joachim Wibbing geleistet. Er ist selbst Absolvent des Gymnasiums. Denn vor nunmehr 50 Jahren – noch eine runde Zahl – wurden die ersten Jungen an der bis dato reinen Mädchenschule aufgenommen.

Von Sabine Schulze

Schwester Carola und Schulleiter Günter Kunert vor dem Haupttrakt. Die Schule hat Tradition, ist aber zugleich technisch auf der Höhe. Die Gebäude stehen bereits, das Gelände um die Schule ist noch kahl.1964: Mater Ludmilla wird verabschiedet und nimmt den Dank ihrer Schülerinnen entgegen. Helmut Kohl war 2006 dabei, als OB Eberhard David Schwester Carola das Bundesverdienstkreuz Foto: Sabine SchulzeSammlung Barbara HandtMarienschuleHans-Werner Büscher

Schwester Carola und Wibbing erzählen im Bistumsmagazin „Der Dom“ aber auch von der Vorgeschichte der Marienschule. Die begann in Breslau, wohin 1687 Ursulinen aus dem Preßburger Konvent angesichts der Ausdehnung des osmanischen Reichens geflüchtet waren. Sie hatten sich der Mädchenbildung verschrieben. 1940 lösten die Nazis die Schule in Breslau auf, die Nonnen widmeten sich nun im Kloster der Pflege Verwundeter. 1945 flüchteten 60 Ursulinen in den Westen, wo sie sich verstreuten. Eine von ihnen war Mater Benedikta, die es nach Bückeburg verschlug. Dort, erzählen Schwester Carola und Wibbing, traf sie auf dem Bahnhof zufällig den Bielefelder Dechanten und Pfarrer von Sankt Jodokus, Johannes Schmidt.

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