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10.000-Euro-Spende der Kirchengemeinde Delbrück hilft Familien im Ahrtal

Bilder, die man nicht vergisst

Delbrück/Ahrweiler

Die Delbrücker Christian Gowik und Johannes Grothoff haben Geldspenden der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Delbrück zu Flutopfern ins Ahrtal gebracht: 10.000 Euro, gesplittet auf acht Empfänger.

Von Almut Thöring

Verteilten Spenden für Flutopfer: Christian Gowik (links) vom Kirchenvorstand St. Johannes Baptist und Johannes Grothoff von der Feuerwehr Delbrück (rechts), hier zusammen mit der flutgeschädigten Familie Balaj. Foto: privat

Viele Eindrücke haben die beiden Männer mitgebracht: Sie sind erschüttert von dem, was sie dort gesehen haben, überwältigt von der Gastlichkeit der Betroffenen, erleichtert, dass es ihnen zuhause so gut geht. Genau das ist ihr Antrieb, anderen zu helfen.

Johannes Grothoff kennt sich aus. Der Elektromeister, Gas- und Wasserinstallateur war bereits mehrfach im Ahrtal. Er hat dort selbst repariert und Spenden an diejenigen gebracht, die sie bitter nötig haben, weil die Flut ihnen alles genommen hat. Der Leiter der Feuerwehr Delbrück, der auch Mitglied im Delbrücker Karnevalsverein ist, verfügt über ein gutes Netzwerk. Er kennt viele Menschen, die ihn und sein Engagement unterstützen. Mehr als 150.000 Euro an Sach- und Geldspenden hat er bereits in das Flutgebiet transferiert. Christian Gowik vom Kirchenvorstand der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Delbrück ist selbst auch Mitglied in der St. Johannes Schützenbruderschaft. Mit jedem Verein konnten neue Unterstützer gewonnen, das Netzwerk an Unterstützern vergrößert werden.

„Die meisten werden davon Heizöl kaufen“

Die Spenden der Kirchengemeinde Delbrück gehen über den Schützenverein per Spendenquittung direkt an die Betroffenen. „Die meisten Menschen werden dafür Heizöl kaufen“, sagt Grothof. „Oder ihre Häuser wieder instand setzen.“ Dort fehlt es an allem. Material wie Fachkräfte sind im Ahrtal Mangelware. „Selbst mit alten Heizkörpern können wir dort Menschen beglücken“, weiß er aus Erfahrung. Anlaufstelle in den kleinen Orten ist oft die Kirche oder die Feuerwehr.

„Besonders das Schicksal einer kosovarischen Familie hat mich tief berührt“, berichtet Christian Gowik. Die Familie lebt auf engstem Raum. Ein Styropor-Block dient ihr als Tisch.

„Bei unserem Besuch hat es geregnet. Das war der dritte Tag Regen in Folge. Da werden die Menschen zum Teil schon wieder unruhig. Aus Angst, die Flut könnte sich wiederholen“, hat Gowik Verständnis für die Notlage, in der die Menschen sich befinden.

„Erlebnisse, die tief berühren“

Er bewundert, wie genügsam die Menschen die auf Großparkplätzen errichteten Container zum Duschen und Waschen nutzen oder sich in den dort aufgestellten Versorgungszelten mit dem Nötigsten versorgen. Oder sich Brennholz holen an Sammelorten für Altholz, um die Häuser trocken zu heizen. „Wir haben von vielen Menschen als Dankeschön ein kleines Geschenk erhalten, selbst gebackene Kekse oder eine Flasche Wein aus dem Ahrtal. Das sind Bilder und Erlebnisse, die mich tief berühren und die ich nicht vergessen werde“, kommentiert Gowik. Er möchte die Flutopfer noch weiter unterstützen und zieht mit Johannes Grothoff an einem Strang.

Spendengelder können direkt an die Delbrücker Feuerwehr überwiesen werden: Schützenbruderschaft Delbrück, IBAN: DE20 4725 1740 0000 0037 15, Kennwort: Für die Flutopfer in NRW und RLP.

„Wer eine Spendenquittung möchte, soll bitte auch seinen Namen und die Anschrift auf die Überweisung schreiben“, bittet Gowik um Unterstützung für den Schützenbruder Andreas Kemper, der sich als Kassierer ehrenamtlich um die Abwicklung kümmert.

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