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Astrophysiker Dr. Gerhard Drolshagen hält Vortrag bei 100. Jubiläumsfeier der Profilschule Fürstenberg

Blick in die Sterne zum Geburtstag

Fürstenberg

Zuerst die Höhere Knaben- und Mädchenschule, dann die Realschule, ab 2013 dann die Profilschule: Seit 100 Jahren gibt es höhere Bildung in Fürstenberg. Gefeiert wurde das jetzt mit einem Zusammensein in kleinerer, coronag­erechter Runde, mitgestaltet von der Kunst- und Musikgruppe der Schule, mit Grußworten – und mit einem außerirdisch-spannenden Festvortrag.

Von Brigitta Wieskotten

Beim Schuljubiläum: die Schülersprecher Maja Köhler und Benedikt Fromme (vorn), Landrat Christoph Rüther, Astrophysiker Dr. Gerhard Drolshagen, Schulleiterin Irmhild Jakobi-Reike und Bürgermeister Christian Carl (hinten von links). Foto:

Den hielt Astrophysiker Dr. Gerhard Drolshagen, ein ehemaliger Schüler der Realschule Fürstenberg. „Von Fürstenberg zu den Sternen“, hatte der Wissenschaftler der Universität Oldenburg sein Referat überschrieben. Er machte mit einer lebendigen Dia-Show die Festgäste mit Sternschnuppen, Feuerkugeln, Asteroiden und dem interstellaren Besucher „Oumuamua“ vertraut.

Drolshagen war in seinem Berufsleben von 1987 bis 2017 Mitarbeiter in der Europäischen Raumfahrtagentur ESA in Noordwijk/Niederlande. Sogar ein Asteroid ist nach ihm benannt. Heute leitet er in Oldenburg eine Forschergruppe, die sich mit Strahlenphysik und Weltraumumgebung befasst. Auch seinen Heimatort Fürstenberg hat er in das Weltraumüberwachungsprojekt mit einbezogen. So wird seit einigen Jahren auch von Fürstenberg aus per Kamera von einem Firmengebäude in der Poststraße 21 aus der Weltraum beobachtet. Schon als Kind interessierte sich Drolshagen für den Himmel, und seine Begeisterung wuchs, als er zu Weihnachten ein Teleskop geschenkt bekam.

Ein Geschenk machte Drolshagen auch seiner ehemaligen Schule zum Jubiläum: Bruchstücke eines Meteoriten, gefunden in der marokkanischen Sahara.

Die Kunstgruppe ist für eindrucksvolle Darstellungen bekannt und war auch bei der Jubiläumsfeier mit dabei. Foto: Brigitta Wieskotten

Die Wurzeln der Schule in Fürstenberg reichen zurück in das Jahr 1921 mit der Gründung der Rektoratsschule und der in den 1940er Jahren eingerichteten Mittelschule, die seit 1951 Realschule Fürstenberg hieß. Diese Entwicklung spiegele wider, dass auch schulisches Leben Veränderungen unterworfen sei, betonte die heutige Schulleiterin Irmhild Jakobi-Reike. Die verbindende Linie sei seit 100 Jahren, jungen Menschen auch auf den Land ein über die Grundbildung hinausgehendes höheres Bildungsangebot zu machen, bis hin zum Abitur, wozu die Schüler damals wie heute in eine gymnasiale Oberstufe wechseln. Dass es nie ein Nachteil gewesen sei, die ersten Bildungsjahre in Fürstenberg verbracht zu haben, zeigten viele erfolgreiche Biografien aus der Vergangenheit.

Zum Jubiläum ist die Schrift „100 Jahre Höhere Schulbildung 1921 bis 2021“ erschienen, die auf 304 Seiten die Schulgeschichte lebendig werden lässt. Das Buch ist erhältlich bei den örtlichen Banken, der Touristik GmbH und in der Profilschule in Fürstenberg.

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