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DRK ruft eindringlich zur Spende auf – Appelle zeigen erste Erfolge: Beispiel Oberntudorf

Blutreserven werden knapp

Salzkotten-Oberntudorf

Mit eindringlichen Appellen rufen die deutschen Blutspendedienste aktuell verstärkt zu Blutspenden auf. Nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie und wegen der Urlaubszeit hat sich der Bestand an Blutreserven stark verringert.

Von Johannes Büttner

Beim jüngsten Termin in Oberntudorf (von links): Dr. Bernd Beermann, die Leiterin des Salzkottener Blutspendedienstes Petra Schmidt-Broccucci und Spender Heinrich Kleist aus Niederntudorf, der schon zum 182. Mal Blut spendete, Foto: Johannes Büttner

„Wir können teilweise nur noch 40 bis 50 Prozent der von den Krankenhäusern angeforderten Blutkonserven liefern“, sagt dazu Claudia Müller, Referentin für Unternehmenskommunikation beim Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes in Münster.

Als Ende Mai die Lockerungen des Lockdown begannen, ließ die Bereitschaft zum Blutspenden in der Bevölkerung nach. „Die Menschen genossen ihre wiedererhaltenen Freiheiten und stellten den Blutspendetermin in den Hintergrund“, sagte Claudia Müller. Mit Beginn der Sommerferien verstärkte sich die Zurückhaltung. Weiterhin macht sich bemerkbar, dass viele Krankenhäuser ihre wegen Corona zurückgestellten Operationen jetzt nachholen und dafür einen erhöhten Bedarf an Blutreserven haben. Nicht zuletzt sorgten auch die ausgefallenen Blutspendetermine in den Hochwassergebieten für eine Reduzierung der Blutkonserven.

Mit eindringlichen Aufforderungen um Blutspenden sind die Blutspendedienste, das Bundesgesundheitsministerium und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung an die Öffentlichkeit gegangen. „Dieses Aufrufe zeigen bereits erste Erfolge“, sagt Claudia Müller. Eine positive Entwicklung sei erkennbar.

Das war auch jüngst in Oberntudorf der Fall. Das DRK Salzkotten hatte zum Blutspenden ins Bürgerhaus eingeladen. Spendedienstleiterin Petra Schmidt- Broccucci und ihr Team erwarteten an diesem Tag rund 90 Personen. „Das sind Erfahrungswerte“, sagte Schmidt-Broccucci, die diesen Job seit 44 Jahren ehrenamtlich ausübt.

Dass diese Zahl übertroffen werden könnte, zeichnete sich bereits am Nachmittag ab. „Die Bereitschaft zum Spenden ist gut“, sagte Dr. Bernd Beermann, der als einer der beiden Ärzte das Blutspenden in Oberntudorf medizinisch begleitete.

Nach Ablauf des vierstündigen Termins waren es letztendlich 104 Blutspender, die je rund einen halben Liter ihres Blutes für andere Menschen zur Verfügung stellten. In Oberntudorf waren zehn Helferinnen und Helfer des DRK Ortsverbandes Salzkotten im Einsatz. Sie hatten die Räumlichkeiten vorbereitet, kümmerten sich um die Anmeldungen, die Betreuung der Spender und nicht zuletzt um die Zubereitung und Übergabe eines Lunchpakets für die Spender.

In früheren Jahren seien im Stadtgebiet Salzkotten rund 3000 Menschen zum Blutspenden gekommen, heute seien es 1700 bis 1800 Spender im Jahr, sagte Petra Schmidt-Broccucci. Dass mit dem Blutspenden nicht nur anderen Menschen geholfen werde, sondern auch der Spender einen Vorteil habe, das sei vielen Menschen nicht bewusst, glaubt Petra Schmidt-Broccucci. So werde jeder Spender vorab ärztlich auf Körpertemperatur, Puls und Blutdruck überprüft. Im Labor des Blutspendedienstes folgten weitere Untersuchungen des Blutes auf Infektionskrankheiten. Obwohl die Mitglieder des Salzkottener DRK-Blutspendedienst ein gut eingespieltes Team sind, stehen sie aktuell immer wieder vor neuen Herausforderungen. Insbesondere die Corona-Auflagen fordern hohe Flexibilität und Einsatzbereitschaft. „Es ist nachvollziehbar, dass wir mehr Platz brauchen, um den Vorschriften zu genügen, dass uns aber Räumlichkeiten, die wir über Jahre nutzen konnten, nicht mehr zur Verfügung gestellt werden, ist für uns schwer nachzuvollziehen“, nannte die Rotkreuzleiterin eines der Probleme.

21 Mal pro Jahr bietet das DRK im Stadtgebiet Salzkotten Blutspendtermine an. Die nächsten sind am 18. August in Thüle und am 29. August in Verne.

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