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Versammlung der Varler Waldwirtschaftsgenossen – Förster informiert – steigende Holzpreise werden erwartet

Borkenkäfer bereitet weiterhin Sorge

Varl

Die Waldwirtschaftsgenossenschaft Varl hat kürzlich ihre Mitgliederversammlung bei Planwagen Wiehe veranstaltet. Auf der Tagesordnung stand neben Vorstandswahlen unter anderem auch ein Bericht von Förster Norbert Schmelz über aktuelle Themen aus der Forstwirtschaft.

Christian Steinkamp (von links), Christoph Steinkamp, Daniel Arning und Heinrich Wehbrink vom Vorstand der Varler Waldwirtschaftsgenossenschaft bei der Jahreshauptversammlung. Foto: privat

Ein besonderer Gruß des Vorsitzenden Heinrich Wehbrink galt neben dem Förster Ortsvorsteher Ulrich Eikenhorst. „Unter anderem ist es nach länger Zeit gelungen, die Stadt und den Kreis, die in Varl einen Wald-Anteil von etwa zehn Hektar ausmachen, mit in die PEFC-Zertifizierung zu nehmen“, erläuterte Wehbrink in seinem Jahresrückblick. „Dadurch sind jetzt 91 Hektar der Varler Waldfläche zertifiziert und der Antrag für die direkte Förderung konnte gestellt werden.“ Zudem sei ein neuer Feuerversicherungsvertrag auf Grundlage der neuen Forsteinrichtung abgeschlossen worden.

Die Kasse wurde von Thomas Wehebrink und Christoph Steinkamp geprüft. Auf Antrag der Kassenprüfer wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Thomas Wehebrink bleibt noch Kassenprüfer für 2023.

Der erste Vorsitzende Heinrich Wehbrink und der zweite Vorsitzende Christian Steinkamp wurden einstimmig wiedergewählt. Neuer Schriftführer ist Christoph Steinkamp, das Amt des Kassierers bekleidet Daniel Arning. Auch hier fiel die Wahl einstimmig aus. Als Wahlleiter fungierte Ulrich Eikenhorst.

Förster Norbert Schmelz erläuterte das Prinzip der direkten Förderung. „Dabei werden 80 Prozent der Kosten, die durch Forstarbeiten durch den Landesverband Wald & Holz entstehen, vom Land NRW übernommen“, sagte er. „Die restlichen 20 Prozent müssen vom Waldbesitzer getragen werden.“ Die Abwicklung der Rechnung und der Förderung übernimmt die Waldwirtschaftsgenossenschaft, die dabei zu 100 Prozent in Vorleistung geht.

Weiteres Thema des Försters war der Borkenkäfer, der weiterhin stark aktiv sei – und das nicht nur an Fichten. „Es ist zu beobachten, dass der Käfer auch auf andere Baumarten wie beispielsweise Kiefer und Buche ausweicht“, teilte Schmelz mit. „Durch die Trockenheit der vergangenen Jahre ist der Buchenbestand stark zurückgegangen“, sagte der Förster. Er ermahnte zur Vorsicht bei der Fällung trockener Buchen aufgrund herabfallender Äste und größerer Baumteile.

Bei flächiger Neuanpflanzung rät Norbert Schmelz zu einer Mischung der Baumarten, die in Parzellen gepflanzt werden sollen. Bei der Auswahl der Baumarten seien die zunehmende Trockenheit und der Standort zu berücksichtigen. Wegen der aktuellen Lage – politisch betrachtet und aufgrund schrumpfender Waldbestände durch den Borkenkäfer – sowie die Verknappung der Rohstoffe sei mit steigenden Holzpreisen zu rechnen. Abschließend erläuterte Norbert Schmelz verschiedene Fördermaßnahmen, etwa für Neuanpflanzung oder das Stehenlassen von Totholz und Altbaumbeständen.

Das traditionelle Eichenmessen der Varler Waldwirtschaftsgenossen wird am Sonntag, 15. Mai, veranstaltet. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr Planwagen Wiehe.

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