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Überraschende Nachricht aus dem Generalvikariat

Bredeschulen in Brakel lösen Berufskolleg auf

Brakel

Die Schulen der Brede lösen ihr Berufskolleg auf. Vom kommenden Jahr an werden keine neuen Schüler mehr aufgenommen. Das kündigte Monsignore Joachim Göbel als Chef der Schulabteilung des Generalvikariats am Mittwoch an.

 

Die Bredenschulen wollen das Berufskolleg auflösen. Foto: Frank Spiegel

Die Laufbahn der derzeitigen und neu angemeldeten Schülerinnen und Schüler am Berufskolleg sei gesichert. Die Schülerinnen und Schüler der anderen beiden Schulformen seien nicht betroffen. Für die weitere Beschäftigung des Lehrpersonals des Berufskollegs werde gesorgt, teilte das Erzbistum mit.

Die Entscheidung, ab Sommer 2022 keine neuen Schülerinnen und Schüler in der Abteilung Berufskolleg mehr aufzunehmen, sei dem Träger alles andere als leicht gefallen. Der Beschluss werde aber bei der nächsten Vorstandssitzung der Stiftung gefasst werden, berichtete Monsignore Göbel in dem persönlichen Gespräch mit der Schulleitung und dem Lehrerkollegium. „Das ist eine Zukunftsentscheidung für den Schulstandort, die besser jetzt als später zu treffen ist.“ Das Wichtigste sei, dass „alle Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs, auch diejenigen, die für das nächste Schuljahr neu angemeldet sind, keinerlei Einschränkungen zu befürchten haben und sie ihre Abschlüsse wie geplant dort erreichen können.“ Auch die Lehrerinnen und Lehrer des Berufskollegs bräuchten sich um ihre berufliche Zukunft nicht zu sorgen: „Es wird mit jeder und jedem Einzelnen eine individuelle Lösung gefunden werden“, betonte Monsignore Göbel.

Schülerinnen und Schüler abgesichert

Als Hintergrund der Entscheidung nannte er die NRW-weite Wiedereinführung von neun Schuljahren an Gymnasien, also die Umstellung von „G8“ auf „G9“. Sie stehe auch an den Schulen der Brede für die Abteilung Gymnasium an. Hieraus ergebe sich ein zusätzlicher Raumbedarf, der nicht umzusetzen sei – „eine Zwangslage“, für die ein Belastungsausgleich für Schulen in privater Trägerschaft durch das Land Nordrhein-Westfalen nicht zu erwarten sei. „Es gibt keine Zusagen, dass wir finanziell dabei unterstützt werden, so dass jetzt entschieden gehandelt werden muss“, erklärte der zuständige Leiter des Bereichs für die Schulen und Hochschulen im Erzbistum Paderborn und verwies auf ohnehin geplante Investitionen und bewusste Mehraufwände in den traditionsreichen Schulstandort in Brakel.

Schulleiter Dr. Matthias Koch bedauerte die Entscheidung, zeigte sich trotz der insgesamt schwierigen Situation aber auch erleichtert: „Zunächst bin ich froh, dass die Schülerinnen und Schüler abgesichert sind, alle, auch die jetzt neu am Berufskolleg starten.“ Er wolle umgehend sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Eltern informieren. „Ich hoffe, dass die Entscheidung verstanden wird und die Information darüber nun alle schnell erreicht.“ Für Rückfragen stehe die Schulleitung ab sofort zur Verfügung.

Traditionsreicher Bildungsstandort

Die Schulen der Brede sind eine staatlich genehmigte katholische Ersatzschule, die derzeit die Abteilungen Realschule, Gymnasium und Berufskolleg umfasst. Schulträger ist die „Stiftung Schulen der Brede“, Stiftungsvorsitzender der Generalvikar des Erzbischofs von Paderborn. Die Aufgaben der Schulträgerschaft werden im Bereich Schule und Hochschule im Erzbischöflichen Generalvikariat wahrgenommen. Die Bündelschule Brede wird zurzeit von circa 1.200 Schülerinnen und Schülern besucht, die aus weiten Teilen des Kreises Höxter stammen. Die Schule selbst steht in einer langen Tradition als Bildungsort. Seit der Gründung des Klosters im Jahre 1483 haben sich Ordensschwestern um die Erziehung junger Mädchen gekümmert. Mit der Übernahme des Klosters durch die Kongregation der „Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau“ im Jahre 1850 wurde diese Arbeit zum wichtigsten Schwerpunkt des Klosters. Dieser Tradition fühlen sich nach eigenen Angaben alle an der Brede Tätigen auch heute noch verbunden und verpflichtet.

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