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Kreis Herford: Zu viele schützenswerte Insekten werden mitgefangen

Bremsenfallen nicht mehr überall erlaubt

Herford

Im Juni beginnt wieder die Hauptflugzeit von besonders gefürchteten Plagegeistern aus der Insektenwelt: den Pferdebremsen. Pferdehalter aber auch Freibadbetreiber stellen deshalb so genannte Bremsenfallen auf, um Mensch und Tier vor schmerzhaften Stichen zu schützen. Doch aus Artenschutzgründen ist das nicht mehr überall in Nordrhein-Westfalen (NRW) erlaubt.

Gut getarnt setzt diese Pferdebremse zum Stich an, der für Mensch und Tier sehr schmerzhaft ist. Im Juni beginnt die Hauptflugzeit dieser Insekten, die während des Fluges ein tiefes und deutlich hörbares Brummen erzeugen. Foto: imago sportfotodienst

Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Herford verweist auf einen entsprechenden Erlass des NRW-Umweltministeriums. Der regelt, dass Bremsenfallen nicht mehr innerhalb eines Nationalparks, eines Naturschutzgebiets, eines Gebietes zum Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitaten) – so genannten FFH-Gebieten – sowie eines gesetzlich geschützten Biotops aufgestellt werden dürfen. Außerhalb dieser Gebiete ist der Einsatz auf die Hauptflugzeit der Bremsen vom 01. Juni bis zum 15. September beschränkt.

Bremsenfallen kennen die meisten sicherlich von Pferdekoppeln: Sie bestehen aus einem frei schwingenden, schwarzen Ball mit einem „Regenhut“. Diese weiße, trichterförmige Vorrichtung endet in einem Fanggefäß. Der schwarze Ball wärmt sich in der Sonne auf, bewegt sich leicht und soll damit die stechenden Insekten an- und von den Pferden weglocken. Foto: Bernhard Pierel

Diese Regelung dient dabei nicht dem Schutz der Pferdebremse, sondern einer Vielzahl von anderen Insekten, die ebenfalls in Bremsenfallen gefangen werden. Freilanduntersuchungen aus dem Kreis Gütersloh und der Stadt Bielefeld haben dies bestätigt.

Demnach gehörten von den insgesamt 53.438 im Rahmen der Studie gefangenen Insekten weniger als vier Prozent zu der Familie der Bremsen. Darunter war keine einzige Pferdebremse. Gefangen wurden unter anderem Schmetterlinge, Käfer und auch Wildbienen, die nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt sind. Bremsenfallen wirken also nicht selektiv, so dass artenschutzfachliche sowie -rechtliche Konflikte beim Einsatz entstehen.

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