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275 Jahre Porzellanmanufaktur mit Feier am Alten Brennhaus

Bürgerfest und Entdeckertour in Fürstenberg

Fürstenberg

Anlässlich des 275-jährigen Jubiläums der Porzellanmanufaktur erinnern der Verein „Freundeskreis Fürstenberger Porzellan“ und die Gemeinde Fürstenberg an die gemeinsamen Anfänge von Manufaktur und Ort und laden für den kommenden Samstag, 14. Mai, von 11 Uhr an zu einem Bürgerfest rund um das Alte Brennhaus an der Neuen Straße ein.

Ein Pompeji der Porzellangeschichte in Fürstenberg“ – Filmausschnitt mit dem rekonstruierten Ofenmodell.

Die ersten Gebäude der Porzellanherstellung aus der Mitte des 18. Jahrhunderts waren Keimzelle des Ortes und liegen heute im Zentrum Fürstenbergs: Die Alte Mühle, die als erstes Laboratorium genutzt wurde, das Alte Brennhaus und die Von-Langen-Reihe als früher Werkswohnungsbau für die ersten Mitarbeiter der Manufaktur.

„Das Ensemble ist ein technikgeschichtliches Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung, denn vergleichbare bauliche Anlagen aus der Frühzeit der Porzellanherstellung gibt es in ganz Europa kein zweites Mal“, erläutert der Freundeskreis. Dies gilt insbesondere für die 2006 bei Abrissarbeiten eines alten Stallgebäudes am „Alten Brennhaus“ wiederentdeckte Ofenanlage, die in den Folgejahren durch archäologische Grabungen freigelegt und als Modell rekonstruiert werden konnte.

Kuriose Momente

Der Freundeskreis Fürstenberger Porzellan engagiert sich zusammen mit dem Heimat- und Geschichtsverein für Landkreis und Stadt Holzminden für die Dokumentation und den Erhalt der Anlagen, die zwar seit langem unter Denkmalschutz stehen, deren kultur- und technikhistorische Bedeutung aber erst in den vergangenen Jahren erkannt wurde. Mit finanzieller Unterstützung der Braunschweigischen Stiftung, der Braunschweigischen Sparkassenstiftung und privaten Spenden hat der Freundeskreis nun dauerhafte Informationselemente für die drei Gebäude entwickelt. Sie berichten von überraschenden und kuriosen Momenten, die nunmehr 275 Jahre zurückreichen. Die Aussage der Informationselemente wird durch einen Film verstärkt, der Einblicke in die Grabung und die Rekonstruktion der vor einigen Jahren wiederentdeckten Ofenanlage ermöglicht: „Ein Pompeji der Porzellangeschichte in Fürstenberg“, so der Freundeskreis. Der Film wird mit weiteren Hintergrundinformationen auf der Internetseite des Vereins bereitgestellt (www.freundeskreis-fp.de).

Die Übergabe der Informationselemente an die Öffentlichkeit ist verbunden mit einem Bürgerfest, das am kommenden Samstag zusammen mit der Gemeinde und den unterstützenden Vereinen ausgerichtet wird. Das Fest beginnt mit einem Rundgang um 11 Uhr. Ein weiterer geführter Rundgang wird um 13.30 Uhr durchgeführt. „Unabhängig von den Führungen ist die Entdeckertour natürlich jederzeit möglich“, signalisiert der Freundeskreis.

„DenkMal!“ ist das Motto des Festes

Der Freundeskreis Fürstenberger Porzellan unterstützt mit dieser Aktion die Gemeinde bei der Suche nach einer denkmalgerechten zukünftigen Nutzung der leerstehenden Gebäude. „DenkMal!“ heißt daher das treffliche Motto, unter dem das Bürgerfest am Samstag stehen soll. Die Begegnung mit den Bürgern der Gemeinde Fürstenberg, mit den heutigen Porzellinern, mit Persönlichkeiten aus Politik und Denkmalpflege sowie Kulturschaffenden und Kulturinteressierten von Nah und Fern versprechen einen ersten Höhepunkt in einer Reihe von Veranstaltungen zum Jubiläum der Porzellanmanufaktur Fürstenberg.

Der 2005 gegründete Freundeskreis will nicht nur die wissenschaftliche und kulturelle Beschäftigung mit dem Porzellan aus Fürstenberg fördern. „Es ist unser Ziel, den Austausch unter Gleichgesinnten auf allen Ebenen zu fördern und zu pflegen“, informiert der Vorstand mit Vorsitzendem Dr. Thomas Engelke.

Der Freundeskreis hat auch an der Ausstellung mitgearbeitet, die vom 24. Juni an anlässlich des Jubiläums im Museum Schloss Fürstenberg zu sehen sein wird. Unter dem Titel „275 Jahre Fürstenberg – Schätze aus Privatbesitz“ sind Porzellane von mehr als 20 Leihgebern und Stiftungen zu sehen.

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