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Nahverkehrsverbund kündigt „On Demand“-Angebot an – Höxter profitiert von Fahrplanänderung

Bus kommt bald auf Bestellung

Höxter

Verbesserungen im Schülerverkehr, ein neuer Shuttle zwischen Hochschule und Bahnhof, eine Direktverbindung zwischen Höxter und Steinheim im Stundentakt und zum Teil sogar ohne Umstieg: Von den Fahrplanänderungen des Nahverkehrsverbunds Paderborn-Höxter (nph) zum 6. Juli profitiert vor allem das Stadtgebiet Höxter.

Von Sabine Robrecht

Freuen sich über die modernen Fahrzeuge für das Linienbündel 5: Bernd Adelmeyer (Vize-Geschäftsführer nph), Dirk Hänsgen (Geschäftsführer „go.on“), Bürgermeister Daniel Hartmann, Busunternehmer Bernhard Risse, Dezernent Stefan Fellmann (Stadt Höxter) und André Mohrenstein (Mobilitätsmanager Stadt Höxter). Foto: Sabine Robrecht

Der im Linienbündel 5 zusammengefasste „Stadtverkehr Höxter“ startet als gemeinwirtschaftlicher Busverkehr und wartet zum 6. Dezember mit einem innovativen Angebot auf: „Die Linien 1, 2, 3 und 5 des Linienbündels werden durch einen On-Demand-Verkehr ersetzt“, kündigt Bernd Adelmeyer, stellvertretender Geschäftsführer des nph, am Mittwoch in Höxter an. Die Busse fahren also auf Bestellung, buchbar über eine App, aber auch per Telefon. „Wir werden die Zahl der Zustiegs- und Ausstiegspunkte erhöhen.“ Die Linien sind nicht mehr an feste Fahrpläne und Verläufe gebunden.

Das Angebot ist werktags in der Kernstadt Höxter mit Lütmarsen und Bosseborn sowie abends und an Sonn- und Feiertagen im ganzen Stadtgebiet verfügbar. Der Betrieb von fünf ODR-Fahrzeugen (On-Demand-Ridepooling) sollte ursprünglich auch schon im Juli starten. „Aufgrund der Komplexität und des coronabedingten zeitlichen Verzugs erfolgt der Betriebsstart jetzt am 6. Dezember. Bis dahin fahren die Buslinien HX1, 2, 3 und 5 mit leicht geändertem Fahrplan weiter“, informiert der nph.

Bürgermeister Daniel Hartmann

„Kundenfreundlicher und attraktiver geht es gar nicht“, begrüßt Bürgermeister Daniel Hartmann das On-Demand-Angebot. Dieses Vorzeigeprojekt im Rahmen der „Regionale 2022“ mache den Nahverkehr effizienter und nicht zuletzt auch klimafreundlicher. „Wir werden für die Akzeptanz werben“, signalisierte der Bürgermeister, der die Zusammenarbeit mit dem nph lobte und für die Landesgartenschau weitere Verbesserungen in Aussicht stellte. Dazu gehöre die Aufwertung des Bahnhofsquartiers samt Haltestellen. Noch in diesem Jahr soll der Abriss des Bahnhofsgebäudes über die Bühne gehen.

Bei den schon in Kürze anstehenden Verbesserungen im Bus-Stadtverkehr lobte Daniel Hartmann den direkten Shuttle zwischen Hochschule und Bahnhof. „Er wertet den Hochschulstandort Höxter auf“, kommentierte der Bürgermeister. Die neue Linie wird sechsmal pro Tag ohne Umwege in beiden Fahrtrichtungen bedient.

Um diesen Verkehr und das Linienbündel 5 insgesamt wird sich ein Unternehmen kümmern, das in Höxter zuhause ist: Die Firma Auto-Risse führt als Gesellschafter der „go.on Gesellschaft für Schienen und Busverkehr mbH“ die Fahrten durch. An die „go.on“ hat der Nahverkehrsverbund das Linienbündel vergeben. Sie ist ein Zusammenschluss von 25 mittelständischen Busunternehmen. „Ich freue mich, dass wir das Linienbündel wieder vor Ort in Höxter haben“, sagte Bernhard Risse, Chef des Höxteraner Unternehmens. „Wir teilen es uns mit der Firma Block.“

Bernhard Risse am Steuer eines der Niederflurbusse. Der Unternehmer steht für das Linienbündel 5 in den Startlöchern. Foto: Sabine Robrecht

Für das Linienbündel investierte „go.on“ in acht neue Fahrzeuge mit hohem Ausstattungsstandard. Zum Einsatz kommen fünf Niederflurbusse und drei Gelenk-Niederflurbusse. „Sie sind klimatisiert und mit bequemen Überlandsitzen ausgestattet“, erläutert Bernhard Risse. Zum Einsatz komme saubere Dieseltechnik. „Die Busse verfügen über WLAN. Die Fahrgäste können sich barrierefrei einloggen“, ergänzt „go.on“-Geschäftsführer Dirk Hänsgen. Dieser kostenlose Service fällt in den Bereich Infotainment. Ein elektronisches Fahrscheinmanagement rundet die Ausstattung ab. Außerdem wird die Luca-App genutzt. Und: „Für die Ampelsteuerung und die ‚grüne Welle‘ sorgen Transponder, die eine schnelle Umschaltung sicherstellen.“

Neuerungen im Schülerverkehr

Im gesamten Linienbündel 5 hat der nph großes Augenmerk auf die Verbesserung des Schülerverkehrs gelegt. Durch Fahrzeitanpassungen und die teilweise Entzerrung von Linien erreichen die Schüler jetzt pünktlicher ihren Unterricht und kommen schneller mittags nach Hause.

Neu ab Schulbeginn nach den Sommerferien: Die Abfahrtszeiten nach Schulschluss an der Haltestelle Grundschule Petrifeld wurden optimiert. Das gilt für die Fahrten 1, 5 und 7.

Eine weitere Verbesserung bezieht sich auf die Abfahrt vom Schulzentrum Höxter nach Lüchtringen. Die Abfahrt der Fahrt 11 ist jetzt um 14.13 Uhr. Das ermöglicht die direkte Rückfahrt nach Schulschluss.

Die Linie 598 (neu), Bosseborn – Ovenhausen – Lütmarsen – Höxter, übernimmt die bisherigen Schulverkehre aus der Linie HX3. Die überführten Schulfahrten wurden anhand der Schulschlusszeiten der Schulen weiter optimiert, um insbesondere nach der 7. Stunde Rückfahrten zu ermöglichen.

Freuen können sich die Schülerinnen und Schüler, die vom Schulzentrum Höxter nach Bosseborn-Mitte möchten. Hier fährt zusätzlich um 12.14 Uhr ein Bus.

Die Linie 599, Fürstenau – Bödexen – Stahle – Albaxen, ist freigestellter Schülerverkehr, der durch die Stadt Höxter bestellt und finanziert wurde. Nur Schüler der Grundschule Albaxen konnten diesen Verkehr nutzen. Durch Überführung der Fahrten in den ÖPNV können auch weitere Kundengruppen diese Verbindung nutzen.

Bei der Linie R21, Höxter – Albaxen – Stahle – Holzminden, bleiben die Fahrten zu den Schulzeiten unverändert.

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