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Unternehmen will die Weichen für die Zukunft stellen und baut neue Halle am Standort Salzkotten

Condor-Gruppe investiert Millionen

Salzkotten

Die Salzkottener Condor-Gruppe will sich für die Zukunft und die nächste Generation aufstellen: Laut einer Mit­teilung wollen die Gründer Hermann-Josef Schulte (65) und Maria Schulte (63) gemeinsam mit ihren Kindern Ira Fecke-Schulte (32) und Dominik Schulte (34) den Übergabeprozess gestalten. Gleichzeitig wolle das Unternehmen mit Sitz in der Nähe des Salzkottener Krankenhauses auf Wachstum setzen. Aktuell erweitert Condor für 3,5 Millionen Euro die Produktions- und Lagerfläche in Salzkotten.

Ulrich Flottmeier (Ingenieurbüro Flottmeier, von links), Martin Westermeier (Stadt Salzkotten), Markus Fortmeier (Fortmeier Stahlbau), Maria und Hermann Josef Schulte (Firmengründer Condor-Gruppe), Philipp Fecke (Fecke Massiv Hausbau), Dominik Schulte (Geschäfts­führer Condor-Gruppe), Theo Stratmann (Puls und Stratmann Architekturbüro), Ira Fecke-Schulte (Geschäftsführerin Condor-Gruppe), Sebastian Ilsen (Betriebsleiter Condor Custom Solutions) und Bürgermeister Ulrich Berger an der Baustelle im Huchtfeld. Bereits Ende des Jahres soll dort produziert werden. Foto: Oliver Schwabe

Außer dem Gründungs­gesellschafter sind nun auch Tochter und Sohn zu Gesellschaftern der Gruppe geworden, teilte das Unternehmen weiter mit. Sie seien damit sowohl an der Medizintechnikfirma Condor MedTec als auch an dem Drahterodier- und Frästechnik-Dienstleister Condor Custom Solutions beteiligt. Die Geschäftsführung teilten sich die beiden schon zuvor mit ihrem Vater. „Wir sind ein international agierendes Unternehmen, das Verantwortung für Familien in der Region trägt“, sagt Hermann-Josef Schulte. „Jetzt vollziehen wir einen weiteren wichtigen Schritt für den fließenden Übergang der Firma in die nächste Generation.“ Dies sei ihm ein besonderes Anliegen, „da so kurze Entscheidungswege und die von verantwortungsvollem Handeln geprägte Firmenphilosophie langfristig erhalten bleiben“.

Das Führungstrio habe seinen Innovationskurs auch in der jüngeren Vergangenheit fortgeführt: So habe die Condor-Gruppe ihren Maschinenpark erweitert (Bereich Drahterodiertechnik), das 3D-Druck-Verfahren fest im Leistungsportfolio etabliert und sich als Mitinitiator des Netzwerks „OWL 3D“ engagiert, um 3D-Druck-Kompetenz „aus dem Mittelstand für den Mittelstand“ in der Region zu unterstützen.

Condor MedTec ist Spezialist in der Herstellung von OP-Präzisionsinstrumenten – hier für eine Operation an der Schilddrüse. Foto: Condor Group

Zudem errichtet das Unternehmen derzeit eine neue Halle, die die Produktions- und Lagerfläche um 800 auf 3100 Quadratmeter vergrößert. Etwa 3,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen am Standort Salzkotten. Sieben neue Arbeitsplätze werden dadurch geschaffen. Derzeit zählt die Condor-Gruppe etwa 50 Mitarbeiter. „Damit werden wir unsere Produktionsprozesse optimieren und weitere Wachstumsmöglichkeiten schaffen“, erklärt Dominik Schulte. „Wir sehen uns sowohl mit Condor MedTec als auch mit Condor Custom Solutions ideal aufgestellt für die Chancen und Herausforderungen der Zukunft.“

Ein besonderer Schwerpunkt werde in den nächsten Jahren die Automatisierung sein. „Mit einem neuen autonomen Fräszentrum können wir unseren Kunden in Zukunft noch mehr Fertigungsmöglichkeiten bieten und uns am Markt besser positionieren“, erklärt Betriebsleiter Sebastian Ilsen.

Auch Bürgermeister Ulrich Berger (CDU) freut sich über die Erweiterungen im Huchtfeld: „Die Condor-Group ist ein stetig wachsendes und innovatives Unternehmen. Eine moderne, produktive und energieeffiziente Produktions- und Lagerfläche zu schaffen, bedeutet auch gleichzeitig neue Arbeitsplätze zu generieren, die lokale Wirtschaft zu stärken und den Standort attraktiver zu machen.“

Trotz der notwendigen Ausweitung des digitalen Vertriebs aufgrund der Corona-Pandemie innerhalb kürzester Zeit sei es unter den außergewöhnlichen Umständen gelungen, eine weitere Premium-Produktgruppe made in Germany – den sogenannten Rotex-Table – erfolgreich auf den japanischen Markt zu bringen. „Beweglich bleiben in einer komplexen Welt – darauf kommt es in Zeiten des schnellen Wandels besonders an“, sagt Ira Fecke-Schulte. Schwerwiegende Krankheitsfälle oder Produktionsausfälle durch die Pandemie habe es bisher nicht gegeben. „Dank Homeoffice-Lösungen, hochwertiger Masken, Schichtarbeit, der Disziplin aller Mitarbeiter und eines Testbusses zweimal pro Woche hat der Geschäftsbetrieb bislang fortgeführt werden können.“ Einen Beitrag zur Bekämpfung des Virus leistete die Condor-Gruppe außerdem mit Hilfe des 3D-Drucks – gemeinsam mit anderen Unternehmen und mit dem Direct Manufacturing Research Center (DMRC) der Universität Paderborn. Das Ergebnis war eine Spende schützender „Faceshields“ an hiesige Krankenhäuser.

Condor wurde 1997 von Maria und Hermann-Josef Schulte gegründet. Maria Schulte: „Unsere Unternehmenskultur vereint seit jeher die Leidenschaft für Innovation mit Perfektion und Präzision, mit der Achtung vor der Leistung der Mitarbeiter sowie mit praxisnaher Orientierung an den Bedürfnissen der Kunden. Ich freue mich, dass unsere Kinder diese gelebte Tradition umfassend fortsetzen.“

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