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Ergebnisse der Mobilitätsumfrage liegen vor – Stadtbus sollte günstiger sein

Das Auto ist des Sälzers liebstes Vehikel

Salzkotten

Das Auto ist das beliebteste Fortbewegungsmittel der Salzkottener. 97 Prozent der Haushalte haben eines, im Schnitt sind es 1,8 Fahrzeuge pro Haushalt. Aber auch mit dem Fahrrad sind die Sälzer unterwegs.

Marion Neesen

Das Auto ist aktuell das Fortbewegungsmittel Nummer eins der Salzkottener. Das zeigt sich unter anderem täglich auf der innerstädtischen B1. Hier sind aber auch während der Stoßzeiten viele „Durchreisende“ unterwegs. Foto: Oliver Schwabe

Zumindest steht in 90 Prozent der Haushalte mindestens ein Fahrrad (inklusive Pedelec/E-Bike), wobei die elektrobetriebenen Räder mit 38 Prozent auf dem Vormarsch sind. Diese Zahlen ergeben sich aus der Haushaltsbefragung für das Mobilitätskonzept, die die Verwaltung im vergangenen Oktober gestartet hat.

3500 zufällig ausgewählte Haushalte im Stadtgebiet hatte die Stadt angeschrieben und zum Mitmachen aufgefordert. Ziel war es, mehr über das aktuelle Mobilitätsverhalten zu erfahren und Einschätzungen zu einzelnen Verkehrsmitteln zu gewinnen, um entsprechend handeln zu können. 664 Haushalte mit mehr als 1600 Personen haben teilgenommen, damit seien die Befragungsergebnisse für Salzkotten repräsentativ, informiert die Verwaltung. Die Dominanz des Kraftfahrzeugverkehrs spiegelt sich auch in der Häufigkeit der Nutzung wider. Insgesamt 59 Prozent aller Wege werden mit dem Auto zurückgelegt (49 Prozent als Fahrer, 10 Prozent als Mitfahrer). 17 Prozent aller Strecken werden zumindest teilweise zu Fuß zurückgelegt, der ÖPNV kommt auf 7 Prozent. Das Fahrrad (inklusive Pedelec/E-Bike) wird für 15 Prozent der Wege genutzt, wobei der Anteil der Radfahrer auf kürzeren Wegen innerhalb des Stadtgebiets, also Salzkotten inklusive der Ortsteile, auf 22 Prozent ansteigt.

Da die Umfrage im Oktober 2020 erfolgt ist, sind die Ergebnisse von der Corona-Pandemie beeinflusst. Aufgrund des Risikos einer Ansteckung und der Empfehlung der Kontaktreduzierung nutzten vermutlich weniger Menschen den ÖPNV oder Mitfahrgelegenheiten und wichen vermehrt auf individuelle Verkehrsmittel, wie den eigenen Pkw oder das Rad aus.

Zum Zeitpunkt der Befragung waren die Zahlen der Infizierten sowohl regional als auch lokal gering. Der Alltag in Schule, Kindergärten und auch der berufliche Alltag liefen mit Blick auf das Mobilitätsverhalten weitgehend normal, es gab keine Schließungen von Gastronomie oder Handel.

Die Bürgerinnen und Bürger haben die Verkehrssituation in Salzkotten je Verkehrsmittel anhand von Schulnoten im Durchschnitt mit gut bis befriedigend bewertet. Der Fußverkehr erhielt eine Durchschnittsnote von 2,1, die Verkehrssituation für Fahrrad, Pedelec/E-Bike eine 3,0.

Teilnehmer geben mehr als 470 Anregungen

Für den motorisierten Individualverkehr, also Pkw und Motorrad/Roller, vergaben die Nutzer im Schnitt eine 3,1. Die Verkehrssituation in Bussen und Bahnen wurde mit einer 3,3 am kritischsten gesehen. 75 Prozent der Bürgerinnen und Bürger empfinden die Verkehrssituation für Fußgänger als gut oder sehr gut, im Radverkehr vergaben etwa 40 Prozent der Befragten die Noten gut oder sehr gut.

Die Befragung ergab auch: Viele Menschen in Salzkotten sind bereit, ihr Mobilitätsverhalten nachhaltiger zu gestalten, wenn es bessere Rahmenbedingungen gibt. Für über 40 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer würden sowohl sicherere Schulwege als auch bessere Radwege dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche selbstständiger zur Schule oder zu Freizeitzielen unterwegs sind. Für jeweils etwa 20 Prozent der Umfrageteilnehmer sind Fahrgemeinschaften/Mitfahrmöglichkeiten und das E-Bike- oder E-Roller-Sharing eine attraktive Alternative zur Nutzung des eigenen Pkw, Carsharing ist für 9 Prozent eine interessante Alternative.

Für die Unterstützung des Radverkehrs steht für die Mehrheit der Teilnehmer ein besseres Radwegenetz (57 Prozent) im Vordergrund, gefolgt von breiteren Radwegen und baulichen Verbesserungen der Wege (jeweils 42 Prozent). Um die Nutzung des Stadtbusses zu erhöhen, ist für die Mehrheit ein günstigerer Tarif am wichtigsten. 65 Prozent geben an, dass sie den Stadtbus bei einem günstigeren Tarif (z. B. 1 Euro pro Person und Fahrt) häufiger nutzen würden.

Zum Abschluss der Befragung hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehr als 470 Anregungen zur Verbesserung der Mobilität mitgeteilt. Diese erstrecken sich über die bauliche Aufwertung konkreter Straßen, neue oder bessere Radwegeverbindungen bis hin zu attraktiveren Bedingungen für den ÖPNV, sowie eine allgemeine Verbesserung der Sicherheit und Barrierefreiheit.

Fragen rund um das Mobilitätskonzept beantworten Kerstin Hanebeck und Julian David vom Büro KoRiS – Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung aus Hannover, welches mit der Konzepterstellung beauftragt ist. Telefonnummer: 0511/590974-30 bzw. info@koris-hannover.de.

So geht es weiter

Die beauftragten Büros KoRiS und IG Schubert sowie die Stadt Salzkotten wollen bei der ersten öffentlichen Mobilitäts-Werkstatt am Montag, 14. Juni, Zwischenergebnisse aus den Bestandserhebungen und der Haushaltsbefragung präsentieren und ermutigen alle Interessierten dazu, ihre Ideen, Anregungen und Einschätzungen in die weitere Gestaltung des Mobilitätskonzeptes einzubringen.

„Mit der Erstellung eines Mobilitätskonzeptes wollen wir die Zukunft der Mobilität in unserer Stadt aktiv gestalten und nachhaltig verbessern“, so Bürgermeister Ulrich Berger, der seine Mitbürgerinnen und Mitbürger auffordert, mitzumachen mit Ideen und Visionen einer fortschrittlichen und zukunftsorientierten Mobilität.

Die Mobilitäts-Werkstatt ist als Online-Veranstaltung über Zoom in der Zeit von 18 bis 20.30 Uhr geplant. Interessierte können sich noch bis zum 7. Juni über die Website www.salzkotten.de oder direkt über https://koris.limequery.org/936519 anmelden.

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