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Diamantener Meisterbrief für Heinrich Lücking (88) – Familienbetrieb in der Hand der Söhne

Das Motorrad bleibt Herzenssache

Hüllhorst

„Meine jetzige Tätigkeit ist zwanglose und lustvolle Beschäftigung im täglichen Betrieb, um Geist und Seele gesund zu erhalten“, sagt Heinrich Lücking. Der 88-Jährige hat in seinem Handwerkerleben zwei Mal eine Meisterprüfung abgelegt. Als Mechanikermeister konnte er kürzlich den Diamantenen Meisterbrief entgegennehmen.

Sein DKW-Motorrad ist für Heinrich Lücking (links) auch heute noch eine Herzensangelegenheit. Als Mechanikermeister bekam er im Beisein seines Sohnes Detlef Lücking (rechts) den Diamantenen Meisterbrief überreicht – von Thomas Brinkmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland. Foto: Christian Weber

Für die dafür zugrundeliegende Meisterprüfung hatte er 1959 bis 1960 die Metallfachschule in Bielefeld besucht. 1973 folgte die Prüfung zum Kraftfahrzeugmechanikermeister. Zu den lustvollen Beschäftigungen gehört für den Jubilar auch sein DKW-Motorrad. Womit sich gewissermaßen ein Kreis schließt: Denn seine praktische Prüfung zum Mechanikermeister beinhaltete, ein schrottreifes Motorrad komplett zu überholen. Dabei musste er nicht nur Motor und Getriebe zerlegen und wieder in Schwung bringen – auch das Aufspeichen der Motorradräder gehörte dazu. Am Ende der Meisterprüfung war das Zweirad neuwertig.

Bereits vor dieser Meisterprüfung hatte er 1958 mit seiner Mutter nach dem plötzlichen Tod des Vaters den 1924 gegründeten Familienbetrieb übernommen. Hier hatte er auch seine Lehrzeit verbracht – just als das heutige Autohaus einen Vertrag mit dem Motorrad- und Autohersteller DKW bekam. Als junger Geselle wurde der Jubilar daher 1953 für ein Dreivierteljahr Volontär in der Werksreparatur der Auto Union DKW in Ingolstadt. Wichtig war Heinrich Lücking nicht nur die eigene Weiterbildung, sondern auch die Ausbildung: Etwa 50 Lehrlinge wurden unter seiner Regie zu Kfz-Fachkräften oder zu Bürokaufleuten ausgebildet. Und auch in der Innung hat sich Heinrich Lücking für die Ausbildung engagiert: im Prüfungsausschuss und als Lehrlingswart. Insgesamt gehörte er von 1973 bis 1997 dem Innungsvorstand der Kfz-Innung Lübbecke an, die dann mit der Mindener Kfz-Innung fusionierte.

Längst haben Heinrich Lückings Söhne Heinz und Detlef das elterliche Unternehmen an der Löhner Straße in Hüllhorst übernommen. Alle drei freuen sich mit ihren 13 Mitarbeitern auf das 100-jährige Firmenbestehen in drei Jahren.

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