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Jahrzehntelang nicht nur in Ostenland im Ehrenamt engagiert

Delbrück trauert um Willi Österdiekhoff

Ostenland

Er zählte zu den Menschen, die man aufgrund seiner Charaktereigenschaften im allerbesten Sinne einfach mögen muss. Vor wenigen Tagen ist nun Willi Österdiekhoff im Alter von 85 Jahren gestorben. Nicht nur seine Familie, die Verwandten, die Nachbarn, die vielen Freunde und die riesige Schar der Bekannten in Ostenland trauern um ihn.

Von Jürgen Spies

So kannte man ihn: Willi Österdiekhoff, hier im Heimatmuseum, gab sein breitgefächertes Wissen gern weiter. Foto: Jörn Hannemann

Im ganzen Delbrücker Land, im Paderborner Land, in der Region und noch weit darüber hinaus kannte und schätzte man ihn als hilfsbereiten und freundlichen „Mann aus dem Volke“ und insbesondere als jemanden, der die Heimat liebte, sich für den Erhalt von Flora und Fauna stark machte – und das schon zu einem Zeitpunkt als man den Begriff Umweltschutz noch gar nicht tiefer im Bewusstsein hatte.

Welches Wissen sich Willi Österdiekhoff als Autodidakt in den vielen Jahrzehnten seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten unter anderem in seinem Spezialgebiet, der Erdzeitgeschichte, angeeignet hatte, verblüffte immer wieder. In ungezählten Vorträgen, in Fachzeitschriften und in Interviews gab der ehemalige Berufskraftfahrer sein profundes Wissen gern weiter.

Seit 1958, offiziell seit 1959, war er Ortsheimatpfleger in seinem geliebten Ostenland. Es wird in Deutschland wohl niemanden geben, der auf eine längere Tätigkeit auf einem solchen Posten zurückblicken kann.

Mehr als 20 Jahre Ratsmitglied

Was noch viel entscheidender ist: Willi Österdiekhoff hat seine vielen Ehrenämter stets mit Elan und Engagement, mit großem Zeitaufwand, mit Schaffenskraft und mit Freude, sich für die Heimat und die Menschen, die hier leben, einzusetzen, ausgefüllt.

Auch wenn eine einzelne Person dabei immer auch Unterstützung anderer benötigt, kann man wohl feststellen, dass es das Heimatmuseum Ostenland ohne Willi Österdiekhoff, Träger des Bundesverdienstkreuzes, so nicht geben würde.

Auch in vielen Ostenländer Vereinen war der „Austenlänner“ aktiv, er arbeitete in früheren Jahrzehnten unter anderem im Vorstand der Kolpingsfamilie Ostenland und im SC Ostenland mit. Der Mitgründer des Heimatvereins war ferner Mitglied der Schützenbruderschaft St. Joseph. Von 1969 bis 1975 (Gemeinde Ostenland) und von 1975 bis 1992 (Stadt Delbrück) war er Mitglied des Rates, zudem jahrzehntelang Bodendenkmalpfleger der Stadt Delbrück. In den 80er Jahren zählte er zum Team der freien Mitarbeiter dieser Zeitung.

1989 war es ihm anlässlich der 700-Jahr-Feier des Dorfes gelungen, den damaligen Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble als Schirmherrn zu gewinnen.

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