1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. „Dem Gemeinwohl verpflichtet“

  6. >

Paderborner Links-Fraktion kritisiert angekündigte Filialschließungen der Sparkasse

„Dem Gemeinwohl verpflichtet“

Paderborn

Die Links-Fraktion im Paderborner Rat kritisiert die von der Sparkasse Paderborn-Detmold angekündigte Schließung mehrerer Filialen in der ­Region.

Die Sparkasse Paderborn-Detmold, hier die Hauptfiliale an der Hathumarstraße in Paderborn, hatte angekündigt, mehrere Filialen in der Region zu schließen. Die Links-Fraktion kritisiert diese Entscheidung und erinnert an den Hauptzweck der Sparkasse – die Versorgung aller Bevölkerungsschichten auch in strukturschwachen Regionen. Foto: Jörn Hannemann

„Bei Privatbanken sind Filialschließungen eine autonome Entscheidung, das sieht bei Sparkassen ganz anders aus“, wird Ratsfrau Elke Süsselbeck in einer Mitteilung zitiert. Die Partei Die Linke erinnere daran, dass nach dem geltenden Sparkassengesetz NRW die Gewinnerzielung nicht der Hauptzweck der Sparkasse sei, sondern die Versorgung aller – auch einkommensschwacher – Bevölkerungsschichten gerade auch in strukturschwächeren Re­gionen.

Sicher sei das Online-Geschäft auch im Bankwesen ein wachsender Markt und führe zu weniger Publikumsverkehr in den Filialen, räumt die Links-Fraktion in der Mitteilung ein. Aber so lange nicht empirisch nachgewiesen sei, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung nur noch online agiere, so lange dürfe das für die Sparkasse kein Vorwand sein, Filialen im ländlichen Raum zu schließen.

Besonders ältere Menschen würden durch diese Schließungen benachteiligt. Sie seien oft nicht in der Lage, ihre Bankgeschäfte online abzuwickeln und müssten daher weitere Wege zur nächsten Filiale auf sich nehmen. Elke Süsselbeck: „Jede Fahrt zur weiter entlegenen Filiale kostet Geld und belastet damit das Budget der Rentner. Auch das gerade von älteren Menschen geschätzte vertrauensvolle persönliche Gespräch entfällt durch die Schließungen.“

Sparkassen seien – anders als Privatbanken – dem Gemeinwohl verpflichtet. „Das dürfte auch Bürgermeister Dreier als Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Sparkasse bekannt sein“, betont Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender der Links-Fraktion und langjähriges Mitglied der Sparkassen-Vertreterversammlung.

„Dass dann der Abbau der Filialen ohne Gegenwehr des Bürgermeisters und sogar noch mit Zustimmung von Vertretern der CDU, Grünen und SPD einstimmig beschlossen wurde, ist skandalös“, kritisiert Borgmeier scharf. Die Frage sei jetzt, wie mit den Beschäftigten der betroffenen Filialen umgegangen werde und wie es mit den Auszubildenden weitergehe.

„Die digitale Teilhabe älterer Menschen ist nicht überall gegeben. Bevor aber schon über die Verwendung leerstehender Sparkassen-Gebäude als Kinder- und Jugendhilfebüros spekuliert wird, darf man hier den Beratungs- und Versorgungsbedarf von Senioren nicht vergessen“, mahnt Elke ­Süsselbeck.

Startseite
ANZEIGE