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Prozess in Bielefeld: Vlothoer vergeht sich über Jahre hinweg an seinem Kind – Gericht verhängt lange Haft

„Dem Mädchen wurde die Kindheit geraubt“

Vlotho/Bielefeld

Es ist die bittere Konsequenz unverzeihlicher Taten: Ein 43 Jahre alter Mann aus Vlotho muss für lange Zeit hinter Gitter. Er hatte seine eigene Tochter über mehrere Jahre hinweg sexuell schwer missbraucht. Das heute 13 Jahre alte Mädchen leidet massiv unter den Folgen der Übergriffe.

Von Ulrich Pfaff

Der Prozess ist am Landgericht Bielefeld am Dienstag mit einem Urteil zu Ende gegangen. Foto: Thomas F. Starke

Zu Recht kennt die Justiz bei sexuellem Missbrauch von Kindern keine Nachsicht mit den Tätern. Auch dieser Fall ist so einer, der aufzeigt warum: Das junge Opfer muss sich mit schwerster seelischer Belastung quälen, vielleicht sein Leben lang. Und nur weil er dazu beigetragen hat, seine Tochter wenigstens vor Gericht zu schonen, hat die 20. Strafkammer ein bisschen ein Auge zugedrückt – statt der Forderung der Staatsanwaltschaft und Nebenklage von acht Jahren Haft nachzukommen, verhängte die Jugendschutzkammer „nur“ sechseinhalb Jahre gegen den Vlothoer. Die Taten hätten sehr weitreichende negative Folgen für das Mädchen, aber es sei dem Angeklagten zugute zu halten, dass er seiner Tochter mit seinem Geständnis die schwere Last einer umfangreichen Aussage vor Gericht erspart habe, sagte Vorsitzende Richterin Verena Willeke. Dennoch sei vor allem der lange Tatzeitraum und die Schwere der Taten zu ahnden, „dem Mädchen wurde die Kindheit geraubt“.

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