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Stadthalle Brakel erhält einen Bionahwärmeanschluss

„Dem Ziel ein Stück näher gekommen“

Brakel

Die Stadt Brakel hat als Klimaschutzkommune in den vergangenen Jahren erfolgreich ein Klimaschutzkonzept konsequent weiterentwickelt. Dazu zählt auch die Nahwärmeversorgung des Schulzentrums am Bahndamm seit 2010 und die Versorgung des Sommerbades mit Nahwärme seit 2016.

Klimaschutzbeauftragter Hendrik Rottländer (hinten von links), Bürgermeister Hermann Temme, Franz-Josef Sentler (Fachbereich Planen und Bauen, Tiefbau) und Landwirt Michael Meyer (vorne) bei einem Fernwärmerohr, das zur Stadthalle führt. Thomas Kühne (Bauunternehmen Allerkamp und Lücking, links) und Peter Kass (Metallverwertung) an einem alten Öltank, der aus dem Boden gehoben wurde. Foto: R. Budde

Möglich macht dies Landwirt Michael Meyer, der Geschäftsführer der Biogas Brakel GmbH ist. „Wir haben den Betrieb 2009/2010 auf Biogas umgestellt. Neben der Stromerzeugung entsteht auch Wärme. Diese wollte wir nicht ungenutzt in die Luft leiten“, erklärt Michael Meyer bei der Vorstellung des neuesten Projekts, der Nahwärmeversorgung der Stadthalle Brakel.

Durch die Nähe des Biogashofs Meyer zum städtischen Schulzentrum am Bahndamm kamen Meyer und die Stadt seinerzeit auf die Idee, die nebenbei entstandene Wärme unkompliziert zur Beheizung des Schulzentrums zu nutzen. Sechs Jahre später wurde das Sommer-Bad an die Wärmeleitung angeschlossen.

Von dort aus wird momentan eine Leitung zur Stadthalle Brakel gelegt. „Die alte Gasheizung ist 34 Jahre alt und hat ihren Dienst getan. Was liegt da näher, als die Stadthalle durch die Biogasanlage Meyer mit an das Biogaswärmenetz anzuschließen“, erklärt Klimaschutzbeauftragter Hendrik Rottländer bei einer Baubesichtigung vor Ort. „Dieses Projekt passt gut in die Philosophie der Klimaschutzkommune.“, sagt Bürgermeister Hermann Temme.

Mit dem zukünftigen Wärmeanschluss leistet Brakel einen wichtigen Beitrag für die gesetzten städtischen Klimaschutzziele. „Und jetzt sind wir dem Ziel ein Stück näher gekommen“, ist sich Hermann Temme sicher.Der Biogasnahwärmeanschluss ist Bestandteil eines Sonderförderprogramms des Bundes, der eine Reduktion des Treibhausgases um 50 Prozent vorsieht. Mit dem Anschluss an das Bionahwärmenetz, dem Austausch der Stadthallenfenster und einer Dämmung können die Vorgaben in die Zukunft erfüllt werden. Die Bundesrepublik unterstützt die Umsetzung der Maßnahme durch die „Nationale Klimaschutz-Initiative“ mit 200.000 Euro. „Der Nahwärmeanschluss der Stadthalle reduziert die CO2-Emissionen um ungefähr 60.000 kg pro Jahr“, erklärt Hendrik Rottländer.

Mit der Biogasanlage konnte über eine Dauer von zehn Jahren ein Wärmeliefervertrag abgeschlossen werden, der die Stadthalle Brakel mit kostenloser Wärme beliefert. Hierfür beteiligte sich die Stadt an den Kosten der Wärmeleitung. Insgesamt liegen die Kosten unter den jetzigen Energiekosten und können somit über zehn Jahre konstant gehalten werden. „Die Wärmeleitung wird größtenteils durch städtische Grundstücke geführt und ist 200 Meter lang. Gehen wir über private Grundstücke wir der Tierarztpraxis, werden diese Gebäude natürlich auch mit Nahwärme versorgt“, sagt Franz-Josef Sentler vom Fachbereich Planen und Bauen, Tiefbau.

„Niemand braucht Sorge haben, dass das Wasser im Sommer-Bad jetzt kälter wird. Wir liefern genügend Wärme. Und da das Sommer-Bad tagsüber geöffnet ist, die meisten Veranstaltungen in der Stadthalle aber abends laufen, dürfte es keine Probleme geben“, sagt Michael Meyer. „Und falls doch, dann schaltet sich die Gasheizung der Stadthalle automatisch ein und wärmt weiterhin“, ergänzt Hendrik Rottländer.

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