Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst freut sich über eigenen Podcast zum 15. Geburtstag

„Der Begleiter“ erzählt über das Leben

Paderborn

Sie stehen mitten im Leben, in einem Leben, in dem die Themen Krankheit und Tod einen festen Platz haben. 26 Familien aus den Kreisen Paderborn und Höxter mit lebensbedrohlich erkrankten Kindern werden derzeit vom Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst begleitet. Wer mehr über dessen Arbeit erfahren möchte, hat dazu jetzt über den neuen Podcast „Der Begleiter“ die Gelegenheit. Er ist ein Geschenk zum 15. Geburtstag der Einrichtung.

Von Maike Stahl

Das Grüne Band als Symbol für den Tag der Kinderhospizarbeit verbindet Holger Winkelmann, Kathrin Abrokat und Stefanie Traub (von links) vom Ambulanten Kinderhospizdienst Paderborn-Höxter. Sie wollen die Themen Trauer und Tod enttabuisieren. Foto: Maike Stahl

Möglich gemacht hat das Holger Winkelmann, der seit einem Jahr ehrenamtlicher Mitarbeiter ist und neben einem Teil seiner Zeit als Begleiter einer Familie nun auch sein Know-How als Radioredakteur einbringt. „Es ist bei der ehrenamtlichen Arbeit immer wieder schön zu sehen, wie die Familien mit der Tatsache, dass ihr Kind schwerstkrank ist, leben und dabei dennoch positiv sind. Man kann sehr viel von ihnen lernen“, beschreibt er seine Erfahrung. „So kam ich auf die Idee, dass wir da einfach mal drüber reden und es viel mehr Menschen zugänglich machen müssten, um das Thema Trauer und Tod zu enttabuisieren.“ Drei Folgen des etwa 30-minütigen Podcasts „Der Begleiter“ sind bereits erschienen. „Es sind Gespräche über das Leben, nicht über das Sterben“, betont Winkelmann.

Gefeiert werden soll der 15. Geburtstag vom 20. bis 24. September. „Wir planen derzeit sehr viel digitale Angebote für unsere Festwoche, freuen uns aber, wenn einiges dann auch in Präsenz wieder möglich ist“, sagt Stefanie Traub, die als eine von drei Koordinationsfachkräften, Ehrenamtliche und Familien zusammenführt. Denn die Arbeit lebe von Begegnung und der Vernetzung untereinander. „Viele Familien fühlen sich mit ihrer Situation allein gelassen, sind aber nicht zuletzt deshalb Experten in der Sache. Sie können sich gegenseitig stärken und unterstützen, wenn wir sie vernetzen.“ Das geschieht üblicherweise bei Frühstückstreffen oder Familienfesten. All das konnte coronabedingt jetzt allerdings seit mehr als 14 Monaten nicht mehr stattfinden. „Der Austausch und die Begegnung fehlen den Familien.“, weiß Stefanie Traub aus vielen Rückmeldungen.

Und auch die Ehrenamtlichen freuten sich auf mehr Normalität. „Das sieht man auch an den vielen tollen Ideen, die sie für die Festwoche beigesteuert haben“, freut sich Stefanie Traub.

Daten und Fakten

Seit 2006 haben zehn Qualifizierungskurse mit je 100 Ausbildungsstunden stattgefunden, in denen etwa 130 ehrenamtliche Mitarbeiter ausgebildet worden sind. Aktuell stehen 53 Ehrenamtliche im Alter von 19 bis 75 Jahren 26 Familien zur Seite. 24 Kinder wurden in den 15 Jahren auf ihrem letzten Weg begleitet. Finanziert wird der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Paderborn-Höxter zu einem kleineren Teil durch die Krankenkassen, vor allem aber durch Spenden. Mehr Informationen und den Podcast gibt es hier.

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