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Verdi-Chef Frank Werneke spricht bei Streikversammlung der MM-Graphia-Belegschaft

„Der Betrieb wurde ausgeblutet“

Bielefeld

Tief in ihren Herzen glimmt noch ein Fünkchen Hoffnung auf Rettung. „Aber realistisch betrachtet, gibt es für Graphia in Brackwede keine Chance mehr“, sagt Frank Werneke dem WESTFALEN-BLATT. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Verdi war am Montag zu Gast bei einer Streikversammlung der Graphia-Belegschaft.

Von Markus Poch

So fühlt sich der Graphia-Mitarbeiter nach Meinung der Kritiker: mit ein paar mickrigen Tropfen abgespeist, während der MM-Konzern den Hals nicht voll genug kriegen kann. Mit ihrem gemalten Schild beteiligte sich Yvonne Zorn an der Versammlung. Dabei kam sie ins Gespräch mit (von links) Betriebsratschef Burkhard Winterhoff, dem Verdi-Bundesvorsitzenden Franke Werneke und Winterhoffs Stellvertreter Constantin van der Most. Alle vier zusammen haben 110 Jahre für Graphia gearbeitet. Foto: Markus Poch

213 Männer und Frauen kämpfen seit Monaten um ihre Arbeitsplätze beim Brackweder Außenposten des Wiener Druckerei-Konzerns Mayr-Melnhof (MM). Packaging International. Jetzt, da sie zum Jahresende, wie berichtet, wahrscheinlich alle auf der Straße stehen, machen sie sich wenigstens noch Hoffnung auf die Durchsetzung eines Sozialtarifvertrages zur Abmilderung der Schließungsfolgen. Die zum Teil langjährigen Mitarbeiter haben insgesamt 125 schulpflichtige Kinder. Auch deshalb fordert Verdi einen fairen Sozialtarifvertrag – mit einem Volumen von 41,5 Millionen Euro, statt der Raum stehenden neun Millionen.

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