1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Deutlich gesunkener Inzidenzwert ohne Aussagekraft

  6. >

Die Corona-Lage im Kreis Paderborn am Mittwoch, 1. September: Probleme bei Datenübertragung – 87 Neuinfektionen

Deutlich gesunkener Inzidenzwert ohne Aussagekraft

Paderborn/Salzkotten

Das Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) und das Robert-Koch-Institut (RKI) haben am Mittwochmorgen für den Kreis Paderborn zwar eine deutlich auf 66,5 gesunkene Inzidenz gemeldet, doch der Wert hat keine Aussagekraft. Denn am Dienstag wurden aus Paderborn keine Corona-Fälle gemeldet.

- -

Proben für Corona-Tests werden in einem Labor für die weitere Untersuchung vorbereitet (Symbolbild). Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Es sei am Abend nicht gelungen, Daten ans LZG zu übermitteln, sagte eine Kreis-Sprecherin am Mittwoch. Es sei mehrfach versucht worden. Die Fälle wurden nachgemeldet, so dass die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag wieder auf Stand sein sollte. Am Dienstag lag der Wert bei 84,6.

Für den Zeitraum von Dienstag bis Mittwoch (jeweils 11 Uhr) gab der Kreis 87 Corona-Neuinfektionen bekannt. Da 72 weitere Erkrankte eine akute Infektion überstanden haben, sind derzeit 620 Menschen offiziell mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Am Dienstag waren es 605.

Die aktiven Fälle verteilen sich wie folgt: Paderborn 365, Salzkotten 68, Delbrück 65, Bad Lippspringe 43, Hövelhof 19, Bad Wünnenberg 17, Lichtenau 15, Büren 11, Borchen 10, Altenbeken 7.

21 Corona-Patienten werden im Kreis Paderborn derzeit im Krankenhaus behandelt, 6 von ihnen intensivmedizinisch. Am Dienstag waren es 8 von 18 Patienten. Die Zahl der Personen, die sich in Quarantäne befinden, stieg erneut – von 2167 auf 2229.

1. September 2021: Das Corona-Geschehen im Kreis Paderborn im Überblick. Foto: Kreis Paderborn

Inzidenz im Kreis, in den Kommunen und Nachbarkreisen

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Mittwoch, 1. September, bei 120,3 (Vortag: 124,9) und in Deutschland bei 75,7 (74,8). Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 127,5 (148,6) – Hochsauerlandkreis 88,8 (86,1) – Höxter 59,4 (65,1) – Lippe 98,6 (105,5) – Soest 61,8 (72,4).

Der Kreis Paderborn veröffentlicht auf seiner Website (hier geht es direkt zum Dashboard) für die Städte und Gemeinden „kreiseigene Inzidenzwerte, die auf unseren veröffentlichten und berechneten Zahlen beruhen“ (Stand: Mittwoch, 1. September, 11 Uhr):

Altenbeken 65,8 (Dienstag: 65,8) – Bad Lippspringe 141,7 (98,5) – Bad Wünnenberg 49,4 (32,9) – Borchen 44,8 (44,8) – Büren 23,2 (32,5) – Delbrück 140,7 (140,7) – Hövelhof 43 (43 ) – Lichtenau 123 (104,1) – Paderborn 117,4 (108,2) – Salzkotten 164,3 (104,2).

Inzidenzwert und NRW-Coronaschutzverordnung

Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Maßgeblich sind die Inzidenzwerte, die das RKI in einer Tabellendatei auf dieser Website veröffentlicht: https://www.rki.de/inzidenzen.

In Nordrhein-Westfalen ist am Freitag, 20. August, die neue Coronaschutzverordnung in Kraft getreten (hier als PDF). Das Regelwerk enthält nicht mehr mehrere Inzidenz- und Maßnahmenstufen. Es gilt das Einsetzen der 3G-Regel – geimpft, getestet, genesen – ab einer Inzidenz von 35 oder mehr (in einem Kreis/einer kreisfreien Stadt oder landesweit an fünf Tagen hintereinander). Geimpften, genesenen und getesteten Menschen stehen mit der neuen Regelung auch bei höheren Ansteckungszahlen viele Angebote des gesellschaftlichen Lebens offen. Die neue Fassung der Corona-Schutzverordnung gilt zunächst vier Wochen bis einschließlich 17. September. Ein Überblick der neuen Regelungen findet sich hier auf der Internet-Seite des Landes.

Es folgen die vergangenen sieben Werte für den Kreis Paderborn (66,5*: Übertragungsfehler: keine neuen Fälle eingeflossen – 84,6 – 80,1 – 80,1 – 77,3 – 79,6 – 74,4) und für NRW (120,3 – 124,9 – 127,7 – 125,3 – 124,3 – 125,7 – 122,3).

Impfen und Impfzahlen

Zu einer dritten Impfung, der sogenannten Auffrischungsimpfung, die ab dem 1. September möglich ist, führte die Kreisverwaltung mit Verweis auf einen Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums aus: „Der Abschluss der ersten Impfserie muss mindestens sechs Monate zurückliegen. Die Möglichkeit zur dritten Impfung haben insbesondere Personen in (teil)stationären Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen sowie Personen mit Immunschwäche oder Immunsuppression sowie Pflegebedürftige in ihrer eigenen Häuslichkeit und Höchstbetagte (ab 80 Jahren). Die Auffrischungsimpfungen werden vornehmlich von den niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen angeboten. In Pflege- und Wohneinrichtungen werden Impfangebote von den Einrichtungen zusammen mit den Kooperations-Hausärztinnen und -ärzten durchgeführt. Wer nicht in einer Einrichtung lebt und auch keine Auffrischungsimpfung von seinem Hausarzt/ärztin bekommt, kann sich auch im Impfzentrum Salzkotten zu den Öffnungszeiten ohne Termin zum dritten Mal impfen lassen.“

Das Impfzentrum des Kreises in der Sälzerhalle in Salzkotten hat diese Woche täglich (außer am Sonntag) geöffnet: von 8 bis 13 Uhr und von 14 bis 19.30 Uhr (angeboten werden der Impfstoff von Biontech und vormittags zusätzlich „Johnson & Johnson“). Außerdem werden weitere Impfaktionen im Kreis angeboten (Link zur Übersicht auf der Kreis-Website).

Laut Impfbericht der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat es im Kreis Paderborn bis einschließlich Dienstag, 31. August, folgende Impfungen gegeben:

– in den Arztpraxen: 92.549 (Montag: 92.105) Erstimpfungen, 77.534 (77.246) Folgeimpfungen, 84.542 (84.199) vollständig geimpft (Folgeimpfungen + „Johnson & Johnson“-Impfungen)

– im Kreis-Impfzentrum in der Salzkottener Sälzerhalle: 80.506 (80.243) Erstimpfungen, 77.025 (76.988) Folgeimpfungen, 79.868 (79.757) vollständig geimpft (Folgeimpfungen + „Johnson & Johnson“-Impfungen)

Zudem impfen Krankenhäuser und Betriebsärzte. Seit Juni werden mobil durchgeführte Impfungen zum Großteil im Impfzentrum dokumentiert.

www.corona-kvwl.de/impfbericht

Dashboard des Kreises Paderborn zu Corona-Impfungen

Hintergrund

Weitere Informationen

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in OWL, Deutschland und auch weltweit lesen Sie im Newsblog des WESTFALEN-BLATTES.

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19: www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem eine Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen und eine Schnelltest-Seite inklusive Teststellen www.kreis-paderborn.de/schnelltest erstellt.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Unter der Rufnummer 116117 werden Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung beantwortet – kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr.

Hier informiert die Bundesregierung zum Coronavirus und zur Corona-Schutzimpfung.

Und hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona, aktuelle Fassung der Coronaschutzverordnung als PDF

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Erläuterung des LZG zur Inzidenz: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

Kreis Paderborn: „Für die Städte und Gemeinden veröffentlichen wir kreiseigene Inzidenzwerte, die auf unseren veröffentlichten und berechneten Zahlen beruhen. ... Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden. So meldet der Kreis Paderborn Personen mit einem positiven Schnelltest (POC-Test) als Infektionsfall und veröffentlicht diese, noch bevor er durch einen PCR-Test bestätigt wurde. Das LZG veröffentlicht hingegen gemäß den bundesweiten RKI-Vorgaben Infektionsfälle mit einem positiven PCR-Test. Alle Beteiligten sind grundsätzlich bemüht, diese Abweichungen möglichst gering zu halten. Sie sind aber teils aufgrund der Abläufe im Meldeprozess, teils aber auch aus den unterschiedlichen Aufgabenstellungen der verschiedenen Ebenen nie gänzlich vermeidbar.“ Quelle: Kreis Paderborn (Reiter „Copyright“)

Startseite