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Menschen mit geringem Einkommen soll bei Ausgaben schnell und unbürokratisch geholfen werden

Diakonie gründet Gesundheitsfonds

Warburg/Höxter

Die Diakonie Paderborn-Höxter möchte Menschen mit geringem Einkommen bei Gesundheitsausgaben helfen. Vorgesehen ist dazu die Gründung eines Gesundheitsfonds.

Freuen sich über die Unterstützung der KD-Bank-Stiftung: Vanessa Kamphemann (links), Vorstand der Diakonie Paderborn-Höxter, und Bettina Wessel, Diplom-Sozialarbeiterin in der Schuldner- und Insolvenzberatung Foto: Diakonie Paderborn-Höxter

Das Vorhaben hat die KD-Bank-Stiftung nun mit 3000 Euro unterstützt. „Hiermit ist der Grundstein für ein wegweisendes Projekt in Form der Gründung eines Gesundheitsfonds gelegt“, freut sich Vanessa Kamphemann, Vorstand und Geschäftsführung der Diakonie Paderborn-Höxter.

In Haushalten mit geringem Einkommen führen Ausgaben im Zusammenhang mit medizinischen und therapeutischen Behandlungen oft zu einer erheblichen finanziellen Belastung. „Wir stellen immer häufiger fest, dass Menschen, die zu uns in die Beratung kommen, dringend benötigte Behandlungen, Medikamente und andere medizinische Leistungen nicht in Anspruch nehmen können oder diese hinausschieben, weil ihnen hierfür schlichtweg das Geld fehlt“, berichtet Bettina Wessel, Diplom-Sozialarbeiterin in der Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonie.

Konkret bedeutet dies, dass beispielsweise Rezepte für ärztlich verordnete Medikamente wegen der Selbstbeteiligung nicht oder nur verzögert eingelöst werden. Der notwendige stationäre Krankenhausaufenthalt, die Zahnbehandlung, der Kauf einer Brille oder die Versorgung mit Heilmitteln werden aufgrund der damit verbundenen Eigenbeteiligung aufgeschoben oder gar nicht in Anspruch genommen. All dies kann zu schweren krankheitsbedingten Folgen und zu einer Ausgrenzung von der Teilhabe an der Gesellschaft führen, sagt Bettina Wessel.

Kosten für Medikamente oder Sehhilfen übernehmen

„Manche Gesundheitsausgaben werden auch gar nicht von der Krankenkasse übernommen. Dazu gehören etwa Fahrtkosten zu Kon­trolluntersuchungen oder für eine spezielle Ernährung nach oder während einer Chemotherapie bei einer Krebsbehandlung“, so Petra Grunwald-Drobner, Diplom-Sozialpädagogin und Psychoonkologin in der Krebsberatung der Diakonie.

In den Fällen, in denen die gesetzlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, möchte die Diakonie Paderborn-Höxter den in der Beratung befindlichen, betroffenen Menschen möglichst unbürokratisch und schnell helfen. Aus den Mitteln des Gesundheitsfonds soll dann eine finanzielle Unterstützung erfolgen, damit Menschen beispielsweise die Kosten für Medikamente, Sehhilfen oder die Eigenbeteiligung für einen Klinikaufenthalt bezahlen können.

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