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Wasserverband startet Renaturierung auf 1600 Meter langem Abschnitt bei Büren-Siddinghausen

Die Alme bekommt mehr Platz

Büren-Siddinghausen

Der Wasserverband Obere Lippe (WOL) hat jetzt mit der zweiten Bauphase zur Renaturierung der Alme begonnen: Nachdem der einzige Karstfluss in Nordrhein-Westfalen in den Jahren 2017/2018 auf einer Länge von 800 Metern zwischen Büren-Ringelstein und Siddinghausen renaturiert wurde, folgt nun der zweite Flussabschnitt mit weiteren 1600 Metern.

Die zweite Bauphase zur Renaturierung der Alme hat begonnen. Bis Ende Dezember sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Investiert werden rund 430.000 Euro. Foto:

Bis Ende des Jahres werden etwa 30.000 Kubikmeter Boden bewegt werden, damit die Alme wieder natürlich mit Biegungen und Wendungen fließen kann. Dadurch gewinnt der Fluss deutlich an Länge, etwa 1300 Meter kommen dazu. Die Renaturierung dient dem Hochwasserschutz und sorgt gleichzeitig für mehr Lebensraum für Amphibien und Libellen.

Zu Beginn der Renaturierung ähnelte die Alme eher einem Kanal als einem Fluss. Bis zu den 1950er Jahren wurde die Almeaue bei Ringelstein als Flößwiese genutzt. Dazu wurde der Fluss vor 150 Jahren teilweise begradigt, die Aue eingeebnet und das Abflussprofil vergrößert. Gräben, die die Flächen durchzogen, wurden angelegt und Wehranlagen eingerichtet.

Alme kann sich nicht ausdehnen

Dadurch hat sich die Alme tief in den Grund gegraben und kann sich nicht ausdehnen. Selbst bei Hochwasser fließen die Wassermassen schnell ab, das Wasser kann nicht die Aue fluten, also in der Landschaft gehalten werden, um dann deutlich langsamer abzufließen.

Zur Erreichung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, nach der an allen Gewässern der gute ökologische Zustand zu entwickeln ist, wird zurzeit an dieser Stelle der bisher größte Renaturierungsabschnitt des Wasserverbandes Obere Lippe geschaffen.

In den kommenden Wochen wird die Alme aus ihrem jetzigen Verlauf herausgeholt und die Aue wieder so gestaltet, dass Wasser durch die jetzigen Grünlandflächen hindurchfließen kann. 2007, als bei einem Hochwasser Teile der Stadt Büren überschwemmt wurden, blieb die Aue noch trocken. Künftig ist der Fluss Teil des Hochwasserschutzkonzeptes.

Ein Zuhause für Amphibien und Libellen

Der Flussabschnitt wird an dieser Stelle um 1300 Meter auf 2900 Meter verlängert, um das Gefälle der Gewässersohle zu verringern und eine zukünftige Tiefenerosion zu vermeiden. Neben zusätzlichen Schleifen werden in der Aue vier Flutmulden angelegt, die das Wasser in der Landschaft zurückhalten und gleichzeitig Amphibien und den Libellen ein Zuhause bieten.

Die Fläche von 40 Hektar wird durch die NRW-Stiftung zur Verfügung gestellt. Nach der Renaturierung betreuen die Mitglieder der Gemeinschaft für Naturschutz im Bürener Land den renaturierten Teil der Alme.

Investiert werden in Baumaßnahme rund 430.000 Euro, die mit 80 Prozent durch die Bezirksregierung Detmold gefördert werden.

Für Fragen steht Projektleiter Elmar Schniedermeier telefonisch unter Tel 02951/ 933900 oder per E-Mail an schniedermeier@wol-nrw.de zur Verfügung.

Weitere Infos zur Renaturierung der Alme und weiteren Projekten des Wasserverbandes Obere Lippe: www.wol-nrw.de.

Bisherige Maßnahmen

Die Alme ist mit rund 60 Kilometern das größte Fließgewässer in der Unterhaltung des WOL und der einzige Karstfluss in NRW. In den vergangenen Jahren wurde bereits viel für die naturnahe Entwicklung getan.

2001 wurde bei von Alfen der Uferverbau entfernt. Zwischen 2003 und 2010 wurde an fünf Wehranlagen die ökologische Durchgängigkeit hergestellt. 2003 wurde der Uferverbau zwischen Siddinghausen und Ringelstein entnommen.

2006 wurde die Alme nördlich von Ahden auf einer Länge von 250 Metern renaturiert.

2011 wurde die Maßnahme entlang der Wiesenflächen und auch auf Flächen der Stadt Büren fortgesetzt.

2014 erfolgte die Umsetzung des Hochwasserschutzprojektes in der Kernstadt Büren.

2015 wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Paderborn auf drei Kilometern der Uferverbau entnommen. 2015 wurde die Alme 350 Metern südlich von Ahden und

2016 auf 500 Metern im Bereich der Kleingartenanlage Balhorner Feld in Paderborn renaturiert.

Ab Oktober 2017 erfolgte die Gerinneaufweitung am Unterlauf bei Schloss Neuhaus. 2017/2018 wurde der 1. Renaturierungsabschnitt in Büren Ringelstein fertiggestellt.

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