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SPD-Kanidaten führen informelles Gespräch zum Thema Motorradlärm mit den Betreibern der Villa Löwenherz

„Die Hersteller sitzen am Lautstärke-Hebel“

Lauenförde

Ein klares Bekenntnis zur Villa Löwenherz hat Lauenfördes Bürgermeister Werner Tyrasa abgelegt. Vor dem Hintergrund des auch im Landkreis Holzminden verstärkt diskutierten Themas Motorradlärm hat er zusammen mit seinen Vorstandskollegen des SPD-Ortsvereins sowie der Landtagsabgeordneten Sabine Tippelt und dem Bundestagsabgeordneten Johannes Schraps das erste Motorradhotels Deutschlands besucht.

Von Alexandra Rüther

Informationsaustausch in der Villa Löwenherz ( von links): Stephan Pirone, Bernadette Buxton, Bundestagsabgeordneter Johannes Schraps, Bürgermeister Werner Tyrasa, Daniela Wichmann, Martha Kuckuck, Kai Zimmermann und Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt. Foto: Alexandra Rüther

Ein klares Bekenntnis zur Villa Löwenherz hat Lauenfördes Bürgermeister Werner Tyrasa abgelegt. Vor dem Hintergrund des auch im Landkreis Holzminden verstärkt diskutierten Themas Motorradlärm hat er zusammen mit seinen Vorstandskollegen des SPD-Ortsvereins sowie der Landtagsabgeordneten Sabine Tippelt und dem Bundestagsabgeordneten Johannes Schraps das erste Motorradhotels Deutschlands besucht.

Für mich macht es keinen großen Unterschied, ob ein Motorrad zu laut ist oder der Nachbar mit seinem Porsche oder Hammer“, sagte Sabine Tippelt. Schwarze Schafe gebe es überall. „Lauenförde lebt mit diesem Hotel. Und alle profitieren eigentlich davon“, so die Landtagsabgeordnete.

Villa ist seit 43 Jahren Motorradhotel

Seit 43 Jahren betreibt Familie Pirone die Villa Löwenherz. 22 Mitarbeiter sind in dem Hotel beschäftigt. Für die Villa-Betreiber, die Geschwister Stephan Pirone und Martha Kuckuck ist das Thema Motorradlärm nicht neu. „Wir wissen um den Lärm. Wir sind aber auch sehr bemüht, sensibilisieren unsere Gäste regelmäßig, arbeiten mit dem ADAC zusammen. Wir haben bauliche Veränderungen und Anpflanzungen vorgenommen. Es ist ungerecht, wie von Seiten der Bürgerinitiative ‚Motorradlärm Weserbergland‘ beziehungsweise ihrer Lauenförder Vertreterin immer wieder gegen uns agiert wird. Mit unseren direkten Nachbarn haben wir überhaupt keine Probleme“, schildert Pirone.

Und die Villa ist auch nicht das Problem, wie ein Schallschutzgutachten ergeben hat, das im Zuge des geplanten Neubaugebietes zwischen Villa-Grundstück und Meintestraße erstellt worden ist.

Die Politik ist gefragt

Die Politik habe in Sachen Motorradlärm Jahrzehnte lang versagt, meint Pirone. Denn es läge in den Händen der Politiker, den Herstellern vorzuschreiben, die Dezibel-Werte runterzuschrauben. Tatsächlich würden neue Motorräder lauter, anstatt leiser.

Dass es Motorradfahrer gibt, die an beliebten Kurvenstrecken etwa in der Rühler Schweiz zehnmal hin und her fahren, und dass das nervt, darin sind sich alle Gesprächsteilnehmer einig. Genauso gebe es schließlich die „Ortsschildfahrer“, die mit ihrem getunten Golf GTI die Hauptstraße rauf und runter fahren.

Raser bekommen Gegenwind

Von Streckensperrungen für Motorradfahrer wie in Österreich das „Tiroler Modell“ hält die SPD in Niedersachsen nichts. Geschwindigkeitsbegrenzungen an bestimmten Strecken (für alle Verkehrsteilnehmer) seien dagegen ein gangbarer Weg, Lärmdisplays und regelmäßige Kontrollen ebenso. Dass Poser und Raser mit reichlich Gegenwind rechnen müssen, das merke man in diversen Motorradfahrer-Foren im Internet. „Denn die Masse der Motorradfahrer geht sensibel mit dem Thema um“, sagt Johannes Schraps.

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