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Landwirte machen am „Internationalen Tag der Milch“ auf die Bedeutung der Nutztiere aufmerksam und ziehen Bilanz

Die Kuh macht viel mehr als nur „muh“

Paderborn

An 365 Tagen im Jahr sind sie fleißig und liefern den weißen Trunk: Die Rede ist von unseren heimischen Milchkühen und der Milch. Einmal im Jahr ist ihnen ein besonderer Tag gewidmet: Am 1. Juni wird jährlich in vielen Ländern der Erde an den „Internationalen Tag der Milch“ gedacht.

Einmal im Jahr ist den Milchkühen und der Milch ein besonderer Tag gewidmet: Am 1. Juni wird in vielen Ländern der Erde an dem „Internationalen Tag der Milch“ gedacht. Foto: WLV

„Für die Kuhbauern gehören die Kühe zum Leben“, erklärt Hubertus Beringmeier, Bauernpräsident und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn. Jeden Tag, auch an den Feiertagen, versorgten sie die Tiere. Sie füttern, melken und schauen, ob alles in Ordnung sei. Für sie sei es selbstverständlich, zu jeder Tages- und Nachtzeit, wenn beispielsweise einer Kuh bei der Geburt ihres Kalbes geholfen werden muss oder sonst etwas mit den Tieren ist, sich um sie zu kümmern.

Niedrige Milchpreise

Die Milchpreise lassen nach Ansicht Beringmeiers mehr als zu wünschen übrig. Sie seien für die Bauernfamilien schlichtweg unbefriedigend, so der Vorsitzende. Der Milchmarkt sei im Aufschwung. Aber einzelne Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandel (LEH) wollten derzeit die Preise drücken, entgegen aller Marktentwicklungen. „Wir brauchen deutlich höhere und damit faire Erzeugerpreise“, fordert Beringmeier. Seit 30 Jahren sei der Milchpreis der gleiche und das bei deutlich gestiegenen Kosten. Er berichtet von den tiefen und langanhaltenden Preistälern, mit nur kurzfristigen Phasen auskömmlicher oder höherer Preise sowie dem immerwährenden Preisdruck des Lebensmitteleinzelhandels. Der Handel diktiere ständig neue Erzeugerkriterien, wolle aber kaum dafür bezahlen. Dieses passe ganz und gar nicht zu der Nachhaltigkeit, mit denen auch der LEH gerne werbe. Zur Nachhaltigkeit zähle für Beringmeier ganz eindeutig, „dass die Milchbauern von ihrer Arbeit leben können.“

Futter für Kühe

Spaziergänger und Freizeitsportler sehen im Mai und Juni die Landwirte mit Treckern und Erntemaschinen auf den Grasflächen. Die Bauern nutzen nun das kommende trockenere Wetter für den Grasschnitt. „In diesem Frühjahr war es erst zu kalt“, sagt der Vorsitzende. Die niedrigen Temperaturen hätten das Wachstum der Gräser gebremst. Dann sei es aufgrund der feuchten Witterung schwierig gewesen. Nur vereinzelt konnten bisher trockene Zeitfenster genutzt werden.

Freude über Regen

„Wir haben endlich mal wieder einen Frühling mit ausreichendem Regen. Das ist gut für die Bäume, die gesamte Natur und die Landwirtschaft“, unterstreicht der Vorsitzende. Nach der alten Bauernregel: „Ist der Mai kühl und nass, füll’s Scheun‘ und Fass“, können die Bauern auch auf eine gute Getreideernte hoffen.

Wichtige Ernte

„Das Gras wird gemäht und als Futter für den Winter eingefahren“, so Hubertus Beringmeier. Luftdicht verschlossen und gut konserviert ist der erste Grasschnitt, der erste Aufwuchs in diesem Jahr, in der Regel die wichtigste Ernte für die Milchvieh- und Rinderhalter. Dieser stellt die Grundfuttersicherung für den nächsten Winter dar.

Gärungsprozess

Für die Silage bleibt das gemähte Gras ein bis zwei Tage lang liegen, damit es antrocknet. Dann wird es mit einer Folie luftdicht abgedeckt. „Luftdicht verpackt ist die Silage dann bis zum nächsten Frühjahr haltbar“, sagt der Vorsitzende. Abgeschlossen von der Luft läuft der Gärungsprozess ab, die Milchsäuregärung. Dieser ist vergleichbar mit den Prozessen, die sich bei der Herstellung von Sauerkraut abspielen.

Kühe pflegen Landschaft

Beringmeier: „Nur Wiederkäuer wie Kühe, Rinder oder Schafe können das Gras – das Grünland – für den Menschen nutzbar machen. Sie stellen aus Gras hochwertiges Eiweiß für die menschliche Ernährung her.“ Die Wiederkäuer würden somit einen wichtigen Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft leisten.

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