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Sarah Masiak legt eine herausragende Forschungsarbeit vor

Die „Teufelskinder“ im Hochstift Paderborn

Paderborn

Gab es in der Frühen Neuzeit Hexen? Diese ebenso schlichte wie provokante Frage, welche von aufgeklärten Zeitgenossen heute mitleidig verneint wird, hat sich die Historikerin Dr. Sarah Masiak bei ihrem Dissertationsvorhaben gestellt. Die Wissenschaftlerin untersuchte die besondere Wirkung eines gesellschaftlichen Stigmas am Beispiel der fürstenbergischen Hexenverfolgungen im Hochstift Paderborn (1601-1702). In ihrer Feldstudie beleuchtete sie das Phänomen sogenannter „Teufelskinder“ erstmals multiperspektivisch.

Antonie Gräfin von Westphalen, Michael Ströhmer, Matthias Graf von Westphalen und Andreas Neuwöhner (von links) würdigten im Schloss Fürstenberg die akribische Forschungsarbeit zum Hexenwahn von Sarah Masiak. Foto: PM

Dabei geht es um Angehörige einer lokalen „Hexensippe“, deren Existenz sich im 1300-Seelen-Ort Fürstenberg über fünf Generationen nachweisen lässt. Ihre vermeintliche Abstammung von „Hexenart“ führte nicht nur zur gesellschaftlichen Ausgrenzung und massiver Verfolgung, sondern schuf auch einen ganz eigenen sozialpsychologischen Teufelskreis: Förmlich gezwungen, sich stets mit dem Hexenimage auseinanderzusetzen, nahmen einige „Teufelskinder“ ihr Label als „Hexe“ an. Das Ergebnis von Zuschreibung und Verinnerlichung war fatal: Nicht weniger als neun Familien standen teilweise über fünf Generationen immer wieder vor Gericht.

Für ihre herausragende Forschungsarbeit unter dem Titel „Deüffelskinder“ erhielt Dr. Sarah Masiak nun im Schloss in Fürstenberg den mit 2500 Euro verbundenen Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis des Paderborner Altertumsvereins. „Das wissenschaftliche Verdienst von Frau Masiaks akribischer Quellenarbeit liegt primär darin, diesen Weg des ‚Hexenmachens‘ durch mehrfachen Perspektivwechsel erstmals kritisch, kenntnisreich und scharfsinnig nachzeichnen zu können“, betont der Laudator Michael Ströhmer von der Universität Paderborn. Neben der Historischen Kriminologie greife die Arbeit interdisziplinäre Ansätze aus der Neuen Devianzforschung oder der Sozialpsychologie auf. Die Arbeit ist unter dem Titel „Teufelskinder. Hexenverfolgung und gesellschaftliche Stigmatisierung im Hochstift Paderborn (1601-1703)“ im Buchhandel erhältlich.

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