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Ein Reh und acht Wildschweine fallen Unfällen am Dienstagmorgen zum Opfer

Dieses Schild bedeutet: Fuß vom Gas

Brakel/Beverungen/Warburg

Zu dieser Jahreszeit ist wieder verstärkt mit der Gefahr von Wildunfällen zu rechnen. Diese unliebsame Erfahrung mussten auch drei Autofahrer im Kreis Höxter machten, die am Dienstag in den frühen Morgenstunden praktisch zeitgleich mit mehreren Wildtieren zusammenstießen.

Im Kreis Höxter werden pro Jahr 1300 Wildunfälle gezählt. Das sind verhältnismäßig viele, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Wenn Wildwechsel angezeigt ist, sollten Autofahrer den Fuß vom Gas nehmen. Foto: Hagen Lehmann/HUK-COBURG

Bei Jakobsberg auf der K 44 wurde gegen 5.50 Uhr ein Reh angefahren, das den Aufprall nicht überlebte. Auf der B 68 zwischen Warburg-Scherfede und Kleinenberg geriet ebenfalls um 5.50 Uhr ein Autofahrer in eine Wildschweinrotte und überfuhr zwei Jungtiere. Das Auto wurde dabei so sehr beschädigt, dass es nicht mehr fahrbereit war und abgeschleppt werden musste.

Jungtiere überfahren

Zur selben Zeit stieß auf der B 252 zwischen Brakel und Bellersen ein VW Sharan gegen eine Wildschweinrotte, die die Straße überqueren wollte. Sechs Tiere verendeten bei diesem Wildunfall, der VW erlitt Totalschaden und musste abgeschleppt werden, der Fahrer blieb unverletzt.

„Im Kreis Höxter kommt es durch die zahlreichen Waldgebiete verhältnismäßig häufig zu Verkehrsunfällen mit Wildbeteiligung“, sagt Polizeisprecher Jörg Niggemann. Durchschnittlich werden pro Jahr rund 1300 Wildunfälle gezählt. Sie können immer und überall passieren, daher sollte das Gefahrenzeichen „Wildwechsel“ besonders beachtet werden.

Das Warnschild bedeutet: Vorausschauend fahren, Geschwindigkeit reduzieren und Bremsbereitschaft erhöhen. Das gilt insbesondere in den frühen Morgen- und Abendstunden, in denen Wildtiere am häufigsten die Fahrbahn überqueren. Befindet sich das Wild auf der Fahrbahn oder am Rand, sollten Autofahrer deutlich langsamer werden oder sogar ganz abbremsen, da das Verhalten der Tiere unvorhersehbar ist. Meistens folgen ihnen noch weitere Artgenossen. Durch Fernlicht wird das Wild geblendet und bleibt stehen. „Also besser auf Abblendlicht umschalten“, rät Niggemann. Hupen kann helfen, die Tiere zu verscheuchen.

Nicht ausweichen

Wenn ein Zusammenstoß nicht zu vermeiden ist, auf keinen Fall ausweichen. „Das Risiko, gegen einen Baum zu prallen oder in den Gegenverkehr zu geraten, ist zu groß“, weiß der Experte. Die Folgen wären wesentlich schlimmer. „Daher bremsen Sie möglichst stark ab, halten Sie das Lenkrad gerade und gut fest. Bleiben Sie auf der Straße.“

Nach einem Unfall ist der Unfallort gut abzusichern. Um sich selbst zu schützen und nachfolgende Verkehrsteilnehmer zu warnen. „Schalten Sie die Warnblinkanlage ein, ziehen Sie sich die Warnweste an und stellen Sie das Warndreieck in 100 Metern Entfernung vom Unfallort am Straßenrand auf“, rät die Polizei den Autofahrern. Sie sollten das tote Tier möglichst auf den Radstreifen ziehen. Dazu sollten sie Handschuhe aus dem Erste-Hilfe-Kasten tragen, um eine Ansteckung mit Tollwut zu verhindern.

Sollte das verletzte Tier noch leben, sollte es aber nicht angefasst werden. Vor allem bei verletzten Wildschweinen sei Vorsicht geboten.

Zur Unfallaufnahme sollten Autofahrer die Polizei verständigen – schon aus Gründen des Versicherungsschutzes. „Bleiben sie ruhig und beschreiben Sie ihren Standort genau. Eine Streifenwagenbesatzung wird den Unfall aufnehmen, sich um das Wild kümmern und Ihnen einen Unfallbericht für die Versicherung aushändigen“, rät Niggemann den Autofahrern.

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