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Caritasverband im Dekanat Büren macht gute Erfahrungen mit Online-Fortbildung in Pflegeberufen

Digital junge Leute begeistern

Büren

Die Fort- und Weiterbildung von Pflege- und Betreuungskräften ist wichtig, um die Qualität der Leistungen zu sichern. Aber wegen der Pandemie ist es den Trägern von Pflegeeinrichtungen kaum möglich, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Fort­bildungs­veranstaltungen einzuladen, beklagt der Caritasverband im Dekanat Büren. Er setzt deshalb auf Online-Schulungen.

Jolanta Kampert (links) arbeitet bereits intensiv auf der neuen Bildungsplattform der Caritas Büren. Das freut Personalleiterin Dana Lücke. Sie findet: „Digitale Arbeitsformen werten das Image der Pflege auf.“ Foto: Carl Martin Flüter/CV Büren

Antje Brüggemann hat am Morgen in ihrem Mailordner das Angebot für eine neue Fortbildung über die rechtlichen Folgen der Corona-Pandemie vorgefunden. „Das Thema ist wichtig für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, findet sie. Sie wird noch am selben Tag die Fortbildung auf die neue Bildungsplattform des Caritasverbandes Büren stellen. Dann können alle leitenden Mitarbeitenden der Caritas Büren den Kursus auf ihrem Dienst-Handy, -Tablet oder PC abrufen – in einer Arbeitspause, zu Hause, auch nach Feierabend. Die Zeit, die sie für die Fortbildung brauchen, wird ihrem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben.

Antje Brüggemann ist gemeinsam mit Christian Bambeck im Vorstand des Caritasverbandes im Dekanat Büren für 580 Mitarbeitende in Sozialstationen, Altenheimen oder Tagespflegen verantwortlich. Mit dem Beginn der Pandemie sah sich die Caritas plötzlich mit der Herausforderung konfrontiert, dass die wichtigen Fortbildungsveranstaltungen in Präsenz nicht mehr möglich waren. Der Verband entschied sich, einen großen Teil des Weiterbildungsangebotes auf einer Internetplattform anzubieten. „Das kostete und kostet mehr Geld“, bestätigt Antje Brüggemann, „aber der Nutzen rechtfertigt den Aufwand eindeutig.“

Für die Altenpflegerin Jolanta Kampert in der Bürener Caritas-Sozialstation St. Elisabeth ist es besonders wichtig, immer gut informiert zu sein. Als Praxisanleiterin ist sie die erste Ansprechpartnerin für Auszubildende. Sie nutzt das neue Angebot, wann immer das möglich ist, auch zu Hause. Seit dem 1. Juni, als das digitale Fortbildungsprogramm startete, hat sie bereits vier Kurse im Internet besucht. „Das waren Kurse über Hygiene, über Erste Hilfe, Demenz und Expertenstandards“, zählt sie auf.

„Hallo Jolanta“ begrüßt sie ihr Diensttablet, wenn sie sich auf der Bildungsplattform anmeldet. In dem persönlichen Fortbildungsplan von Jolanta Kampert sind freiwillige Angebote sowie Kurse hinterlegt, die verpflichtend sind, um den Qualitätsstandard des Berufsbildes zu sichern. In die Entscheidung, welche Inhalte und Kurse für sie bereitgestellt werden, ist Jolanta Kampert eingebunden.

Diese selbstverantwortliche Kompetenzplanung sei ein Baustein der Personalpolitik im Caritasverband, teilt der Verband mit. „Es geht uns darum, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig an uns zu binden und gerade junge Leute für den Beruf zu begeistern“, sagt Dana Lücke. Sie ist als Personalleiterin zuständig für die Personalentwicklung im Caritasverband Büren. „Damit stärkt der Verband seine Attraktivität“, findet sie „digitale Arbeitsformen werten das Image der Pflege auf.“ Interessant ist das Online-Angebot auch für die vielen Frauen in der Pflege, die neben dem Beruf familiär eingebunden sind. Die Stunden, die sie früher in Fortbildungsveranstaltungen saßen, können sie jetzt flexibel einsetzen.

Das seien viele Gründe, die dafür sprächen, die Umstellung auf die Bildungsplattform auch nach Corona beizubehalten, so die Caritas. „In dieser Frage ist es uns egal, wie sich die Pandemie entwickelt“, sagt Antje Brüggemann, „hinter diesen Standard gehen wir auf keinen Fall zurück.“

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