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Connect: Gemeinde Hövelhof appelliert an alle Ausbildungsbetriebe, sich und ihre Angebote kostenfrei zu präsentieren

Digitale Plattform zur Berufsorientierung

Hövelhof

Was erwartet mich nach der Schule? Die Frage stellen sich viele Schülerinnen und Schüler spätestens kurz vor dem Schulabschluss. Eine systematische Berufsorientierung an den Schulen soll es den jungen Menschen ermöglichen, sich über verschiedenste Berufe zu informieren und eine differenzierte Berufswahl zu treffen. Durch die Corona-Pandemie sind die Berufemärkte in Präsenzform zurzeit nicht möglich.

Werben für die Ausbildungsmesse Connect: (von links) Helena Kottowski, Manuela Ishorst, Christian Prior, Norbert Löhr, Bürgermeister Michael Berens, Monika Grundke, Thomas Westhof und Petra Münstermann. Foto:

Auf Einladung der Stabsstelle Wirtschaft und Marketing der Sennegemeinde fand jetzt ein Gespräch im Hövelhofer Rathaus statt, um Alternativen bei Berufsorientierung und -wahl für die Schülerinnen und Schüler vor Ort aufzuzeigen.

Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass die ersten Schritte bei der Berufsorientierung digital erfolgen müssen. Allerdings ist es in Zeiten von Distanzunterricht umso schwieriger, den Jugendlichen einen Eindruck in verschiedene Berufsfelder zu vermitteln. Ein Mittel auf dem Weg zur Berufsfindung ist seit Mitte Januar die digitale Variante der „Connect“-Ausbildungsmesse, die normalerweise als Präsenzveranstaltung stattfindet. Die neue Online-Plattform soll jedoch nicht nur eine Alternative zur gleichnamigen Messe sein, sondern eine ganzjährige Ergänzung zu den örtlichen Ausbildungsmessen darstellen.

Das Team der Veranstalter (Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen und die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe) sowie die Partner (Bildungs- und Integrationszentrum Kreis Paderborn, Schulamt des Kreises Paderborn und Agentur für Arbeit) haben in kürzester Zeit das digitale Konzept gemeinsam mit Lehrervertretern sowie Schülerinnen und Schülern erarbeitet. Das Angebot wird ständig weiterentwickelt.

Zwischen 1992 und 2017 war der Hochstift-Berufe­markt eine feste Größe bei der Berufsorientierung. Dieses Format wurde 2017 für den Kreis Paderborn durch die Ausbildungsmesse Connect ersetzt. In der digitalen Variante können Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Lehrern, ihren Eltern oder auch allein Ausbildungsberufe und Studiengänge aus der Region kennenlernen.

Für die Schulen steht ein umfangreiches Begleitkonzept zur Verfügung, das in den Berufsorientierungsunterricht der Schulen integriert ist, berichtet Monika Grundke, Projektleiterin Berufliche Bildung bei der IHK in Paderborn. Damit wird eine möglichst intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten der digitalen Plattform erreicht – kurzum eine Einstiegshilfe für die Schülerinnen und Schüler. „Herzstück ist eine Webkarte mit umfangreichen Filtermöglichkeiten wie Berufsfeldern, Ausbildungsarten und Orten“, so Grundke.

„Warum sollten wir das Rad neu erfinden, wenn eine gute Plattform vorhanden ist“, unterstrich Thomas Westhof, Wirtschaftsförderer im Hövelhofer Rathaus. „Das Projekt ist hervorragend für den Wirtschaftsstandort Hövelhof geeignet. Wir werden bei unseren Unternehmerkontakten und Firmenbesuchen aktiv Werbung dafür machen“ lobt Bürgermeister Michael Berens das Engagement aller beteiligten Institutionen.

„Möglichst viele Arbeitgeber sollten auf der Plattform sichtbar sein und ihre Ausbildungsangebote vorstellen sowie über Möglichkeiten der Berufsfelderkundung und Praktika informieren“, erklärt Petra Münstermann vom Bildungs- und Integrationszentrum im Kreis Paderborn. Das sieht Norbert Löhr, Lehrer an der Franz-Stock-Realschule, genauso: „Jedes Unternehmen, das ausbildet, sollte die Chance haben, sich auf der Plattform zu präsentieren“.

Die Schule war in den Vorjahren stets mit den neunten Klassen bei den Präsenzveranstaltungen der „Connect-Messe“ vertreten, und an den jüngsten Workshops im Distanzunterricht haben bereits 140 Schülerinnen und Schüler teilgenommen.

„Connect ist ein Selbstläufer“, weiß Christian Prior von der Krollbachschule und fügt hinzu: „Wir sehen die Internetplattform als wertvollen zusätzlichen Baustein bei der Berufsorientierung und Berufswahl.“ Sein Kollege Löhr sieht die Connect-Plattform auch als wichtigen Schritt zur Vorbereitung der örtlichen Berufemärkte. „Ohne das Engagement der Lehrenden an den Schulen geht es nicht, und um erfolgreich zu sein, müssen wir zusätzlich die Eltern einbinden“, fügt Petra Münstermann hinzu.

Von den kreisweit 199 Betrieben, die bei Connect kostenfrei ihre Angebote für Ausbildungen, Praktika und Berufsfelderkundungstage aktuell präsentieren, befinden sich allein 29 Betriebe aus Hövelhof. „Da wollen wir gern noch etwas bunter werden“, erklärt Manuela Ishorst, bei der Gemeinde zuständig für die Organisation des Berufemarktes in der Sennegemeinde. Zurzeit ist diese Präsenzveranstaltung – vorbehaltlich der Pandemieentwicklung – für Anfang September in Planung.

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